Mobbing-Vorwürfe in Chur
Bischof stellt Professor frei

Der Bischof von Chur, Joseph Bonnemain, hat eine externe Untersuchung angeordnet. Sie richtet sich gegen den Professor einer katholischen Hochschule.
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Der Bischof von Chur, Joseph Bonnemain, hat einen Professor der katholischen Hochschule in Chur freigestellt.
Foto: Raphaël Dupain
Raphael Rauch, Ringier
Raphael RauchBundeshausredaktor

Der Churer Bischof Joseph Bonnemain (78) hat einen Professor freigestellt, wie Bistumssprecherin Nicole Büchel bestätigt. Die Entscheidung fiel bereits am 10. September, wie Recherchen von Blick zeigen. Der Bischof hat die Zürcher Rechtsanwältin Carola Gruenberg beauftragt, den Fall zu untersuchen.

Es geht nicht um sexualisierte Gewalt

Was ist vorgefallen? «Der Bischof hat entschieden, Hinweise im Zusammenhang mit dem beruflichen Verhalten eines Professors der TH Chur durch eine externe und unabhängige Stelle abklären zu lassen», teilt das Bistum Chur mit.

Wer sich an der Hochschule in Chur GR umhört, erfährt: Es geht nicht etwa um sexualisierte Gewalt, sondern um Mobbingvorwürfe und mutmasslichen Machtmissbrauch. Der Professor soll immer wieder mit destruktiven, wenig wertschätzenden Sprüchen aufgefallen sein. Er habe Mitarbeitende unter Druck gesetzt, auch am Wochenende und ausserhalb der Dienstzeit zu arbeiten. Mit seinen Professorenkollegen soll sich der Theologe ebenfalls überworfen haben.

Dauerbrenner an Hochschulen

Der Fall trifft auch ausserhalb der Kirche einen Nerv. Machtmissbrauch an Schweizer Hochschulen ist ein Dauerbrenner: Erst Ende September forderte die Gewerkschaft VPOD in einem offenen Brief an den Dachverband Swissuniversities, strenger gegen Machtmissbrauch sowie sexistische und sexualisierte Gewalt durchzugreifen. Wer an der Uni keine eigene Professur hat, steckt oft in prekären Arbeitsverhältnissen – mit hoher Unsicherheit und extremer Abhängigkeit von allmächtigen Professorinnen und Professoren.

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