Impfknatsch in der Westschweiz
Darum ist der Kanton Freiburg das Statistik-Schlusslicht

Erst 76 Dosen pro 100 Einwohner: Warum hinkt der Kanton Freiburg bei den Corona-Impfungen verglichen mit anderen Kantonen hinterher?
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Camille Kündig

Ein hellgrüner Fleck klafft zwischen der Deutschschweiz und der Romandie. Die Karte des Bundesamts für Gesundheit zeigt klar: Der Kanton Freiburg bildet das Schlusslicht bei den Covid-Piks. Knapp 77 Dosen pro 100 Einwohner wurden hier verimpft. Zum Vergleich: Schweizweit liegt die Impfrate bei 92 Dosen, Spitzenreiter ist der Kanton Genf mit 97 Piks pro 100 Einwohner.

Laut einer Sotomo-Umfrage gibt es in Freiburg nicht mehr Impfkritiker als etwa in Zürich oder Bern. Wie also wurde der Kanton zum Schweizer Piks-Trödler? Schuld seien Verteilschlüssel und Demografie, sagt Claudia Lauper, Sprecherin der kantonalen Gesundheitsdirektion: «Freiburg ist während der ersten sechs Monate benachteiligt gewesen, weil der Bund die Impfdosen insbesondere anteilsmässig an die ältere Bevölkerung abgegeben hat – und wir eine vergleichsweise junge Bevölkerung haben.»

Verschachtelte Geografie

Zusätzlich wird dem Kanton in der Statistik seine verschachtelte Geografie zum Verhängnis: Einwohner des Broyebezirks FR, zu dem etwa das Ferienstädtchen Estavayer-le-Lac gehört, können sich im nahe gelegenen Spital in Payerne VD impfen lassen. Das macht rund 10 Prozent der Freiburger Bevölkerung aus. Ihre Impfungen werden erfasst – aber in der Statistik der Waadt zugeordnet. Claudia Lauper: «Die Zahlen auf der Website des Bundes sind fehlerhaft, da sie die ausserkantonal geimpften Personen nicht berücksichtigen.»

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Der Kanton steht also besser da, als es die Statistik glauben lässt. Ein Manko, das bald korrigiert werden soll: Laut dem BAG sollen die Impfungen «im Sinne der Transparenz zeitnah nicht mehr nach Impf-, sondern nach Wohnkanton zugeordnet werden.»

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