Darum gehts
- In Rickenbach SO ist Autofahrer Heinz W. (75) in eine Hauswand gekracht
- Der Rentner beging Fahrerflucht
- Jetzt spricht der Lenker über seinen Unfall
Ein Autofahrer kam vergangenen Sonntag in Rickenbach SO von der Strasse ab, knallte in ein Haus – und fuhr danach einfach weiter. Die Polizei konnte den Lenker kurz darauf ausfindig machen.
Bei diesem handelt es sich um Heinz W.* (75). Er wohnt in der Region und hat in seiner Wohngemeinde ein öffentliches Amt. Und: Er ist sofort bereit, mit Blick über den Vorfall zu sprechen. «Ich war mit meinem Grosskind unterwegs, das ein Unihockeyturnier hatte», sagt Heinz W. Sie seien danach auf dem Heimweg gewesen.
Dann passierte es: Heinz W. war gerade auf der Solothurnerstrasse in Richtung Wangen SO unterwegs. Er erinnert sich: «An der Stelle beim Kloster kam mir irgendeiner entgegen.» Er habe sich erschrocken und habe das Auto nach rechts gelenkt. Er fuhr übers Trottoir und krachte gegen 14.25 Uhr mit seinem VW ID.4 in die Hausfassade des Gebäudes der Priesterbruderschaft St. Pius X. «Wir waren zum Glück angegurtet», sagt Heinz W.
Doch dann machte er einen fatalen Fehler: Nach dem Crash drückte er einfach aufs Gas. Hierzu schrieb die Kantonspolizei Solothurn später: «Nach dem Vorfall entfernte sich der Mann vom Unfallort, ohne sich um die Schadenregulierung zu kümmern.»
«Ich war im Schock und komplett kaputt»
Warum flüchtete Heinz W.? «Ich war im Schock und komplett kaputt», sagt der Senior. Er habe auch gedacht, dass an der Hausfassade nicht viel geschehen sei. «Ich habe auch gar nicht gesehen, was war.» Und: Ihm sei vor allem das Grosskind am Herzen gelegen, «dass es nicht alles mitbekommt, was passiert ist». Zudem habe daheim bereits dessen Vater gewartet.
Das Pech von Heinz W.: Zeugen, so berichten Anwohner, konnten sich sein Autokennzeichen merken und es der Polizei nennen. Diese hielt den 75-Jährigen kurz nach dem Vorfall auf einer Quartierstrasse in der Region an. «Ich habe nun das Billett weg, doch ich sollte es bald wiederbekommen», sagt Heinz W. Schliesslich habe er – seit er 18 Jahre alt sei – noch nie einen solch schweren Unfall gehabt. Und: Er habe am Sonntag auch keinen Alkohol konsumiert.
«Es tut mir sehr leid»
Zurück bleibt die Betroffenheit. «Es tut mir sehr leid», will Heinz W. den Bewohnern des Klosters ausrichten. «Ich bin immer noch schockiert und hatte schlaflose Nächte.» Es gehe ihm «eigentlich nicht ganz so gut», doch er müsse zu seinem Fehler, einfach weggefahren zu sein, stehen, so Heinz W. Glücklicherweise sei niemandem, auch keinen Personen, die dort hätten spazieren können, etwas zugestossen. Und: «Zum Glück ist auch meinem Grosskind nichts passiert.» Das Kloster wollte auf Anfrage von Blick nichts zum Unfall sagen.
Ob sein Auto einen Totalschaden hat, weiss Heinz W. noch nicht. «Es ist in der Garage, und ich erhalte noch Bescheid», sagt er. Aber wichtig sei: «Sachschaden kann man flicken, Menschenleben nicht.»
* Name bekannt