Darum gehts
- Tobias K. stellte in der JVA Lenzburg mit 1073 Burpees in einer Stunde einen Weltrekord auf
- Der wegen Mordes verurteilte 33-Jährige bereitete sich laut Guinness zweieinhalb Jahre darauf vor
- 2016 erstach K. im Zürcher Seefeld einen unbekannten Mann und wurde dafür lebenslänglich verurteilt
1073 Mal runter auf den Boden, einen Liegestütz machen und wieder hoch. Und das alles in nur einer Stunde. Was nach einer schweisstreibenden Fitness-Challenge klingt, ist seit Februar offiziell ein Guinness-Weltrekord. Aufgestellt wurde er allerdings nicht in einem Fitnessstudio, sondern hinter den Gefängnismauern der JVA Lenzburg – von Seefeldmörder Tobias K.* (33).
2016 erstach der damals 23-Jährige während seines Hafturlaubs einen ihm völlig unbekannten Mann im Zürcher Seefeld-Quartier. Dafür sitzt er lebenslänglich hinter Gittern. Nun hat er sich einen Eintrag im Guinness-Buch gesichert.
Zweieinhalb Jahre Vorbereitung
Am 27. Februar 2026 absolvierte K. insgesamt 1073 sogenannte «Chest-to-Ground-Push-up-Burpees». Das entspricht durchschnittlich fast 18 Wiederholungen pro Minute – eine ganze Stunde lang.
Die Leistung ist auf der offiziellen Website von Guinness World Records dokumentiert. Laut dem Eintrag bereitete sich K. zweieinhalb Jahre lang auf den Rekordversuch vor. Das Training habe ihm in einer schwierigen Lebensphase ein positives Ziel gegeben, heisst es in der Beschreibung. K. selbst bestätigt seinen Rekord in einem Brief an Blick.
Die zuständigen Behörden geben auf Blick-Anfrage mit Hinweis auf Persönlichkeitsschutz keine Auskunft zum Weltrekord und dessen Entstehung.
Der Seefeldmord
Hinter dem Namen Tobias K. steckt eine Bluttat, die 2016 die Schweiz erschütterte. Am 30. Juni erstach K. im Zürcher Seefeld den IT-Fachmann M. S.* (†42), der auf einer kleinen Mauer gerade seine Mittagspause verbrachte und eine Zigarette rauchte. Täter und Opfer kannten sich nicht.
Erst mit Veröffentlichung der Anklageschrift wurden die Hintergründe des mysteriösen Falles bekannt: Dem Mord war ein Erpressungsplan vorausgegangen. Gemeinsam mit seinem Mithäftling Irvidias M.* hatte K. gedroht, einen Menschen zu töten, falls sein Mitinsasse nicht freigelassen werde. Als die Forderung unerfüllt blieb, setzte er die Drohung in die Tat um.
K. war zuvor nach einem Hafturlaub nicht in die Justizvollzugsanstalt Pöschwies zurückgekehrt. Nach dem Mord tauchte er unter und wurde erst Monate später gefasst. Er wurde wegen Mordes zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. Die nimmt er offenbar sportlich.
*Name bekannt