Blick filmt den Tatort in Aarau
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Hier fielen die Schüsse:Blick filmt den Tatort in Aarau

Rave-DJs melden sich zu Wort
«Haben seit drei Tagen kaum geschlafen»

In der Nacht auf Sonntag fallen Schüsse beim Aarauer Rave. Eine junge Frau wird getötet, fünf Menschen teils schwer verletzt. Am Montag kurz vor 1 Uhr konnte die Polizei den Tatverdächtigen (43) verhaften. Im Ticker halten wir dich auf dem Laufenden.
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Maria S. (†22) wurde bei Schüssen in der Nacht auf Sonntag getötet.
Foto: Screenshot
31.08.2026, 18:26 Uhr

Was wir über die Tat wissen

Was passiert ist

In der Nacht auf Sonntag, kurz nach 2.30 Uhr, wurden beim Aarauer Rave bei der Pferderennbahn Schüsse abgegeben. Zwei Waffen wurden verwendet: eine Pistole oder Maschinenpistole und ein Sturmgewehr.

Was über die Opfer bekannt ist

Die 22-jährige Italienerin Maria S. wurde getötet. Sie lebte in Oftringen AG. Fünf weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Alle haben ihren Wohnsitz in der Schweiz. Gemäss Polizei handelt es sich um Zufallsopfer.

Was über die Täterschaft bekannt ist

Gemäss Kantonspolizei Aargau wurde in der Nacht auf Montag, kurz nach 1 Uhr, ein Mann unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Es handelt sich um einen 43-jährigen Schweizer. Er wurde ausserhalb des Kantons verhaftet.

Wie es weitergeht

Die Kantonspolizei will am Mittwoch um 14 Uhr an einer Medienkonferenz über die neusten Erkenntnisse informieren. 

21:30 Uhr

DJs melden sich nach Tragödie in Aarau zu Wort

Musik ist ihre Leidenschaft. Menschen zum Tanzen zu bringen und glücklich zu machen, ist ihr Beruf. Was aber vergangenes Wochenende in Aarau passiert ist, hat Spuren hinterlassen und wird noch lange schmerzen.

In einem gemeinsamen Statement melden sich die beiden DJs Tekibo und Pencil zu Wort. «Die letzten Tage lassen sich nur schwer in Worte fassen. Wir haben das Bedürfnis, zu erzählen, was wir erlebt haben – vor allem, weil bereits so viele falsche Informationen verbreitet werden», schreiben sie auf Instagram. 

Die Nacht sei wunderschön gewesen. Man habe gelacht, getanzt und gelebt. «Wir haben nichts als Liebe gespürt», schreiben sie. Dann hörten sie die Schüsse von draussen. Sie beschreiben, wie die Menschen in verschiedene Richtungen rannten und Schutz suchten. 

Foto: keystone-sda.ch

Niemand habe gewusst, wer in Sicherheit war. Dann erhielten sie einen Anruf: «Eine unserer Freundinnen, die M. sehr nahestand, rief uns an und sagte uns, dass M. angeschossen worden sei und dass sie bei ihr sei. Dieser Anruf hat uns den Boden unter den Füssen weggezogen», schreiben die Musiker.

Was es noch schwerer mache, sei zu sehen, wie viele falsche Geschichten verbreitet werden. «Wir waren dort. Die Medien nicht», schreiben sie und appellieren: «Bitte macht aus Gerüchten keine Fakten. Es gibt noch keine endgültigen offiziellen Antworten der Behörden».

«Wir trauern. Wir haben seit drei Tagen kaum geschlafen. Wir werden mit Interviewanfragen bombardiert, ohne dass überhaupt jemand fragt, ob es uns gut geht», kritisieren sie die Medienbranche. 

«Uns geht es nicht gut. Wir brauchen keine Schlagzeilen. Wir brauchen keine Spekulationen. Wir brauchen Privatsphäre», schreiben sie in aller Deutlichkeit. 

Nicht nur die Medien kritisieren die zwei Künstler. «Menschen geben falsche Interviews. Es geht nicht mehr um die Tragödie. Es ist zu einem Wettbewerb darum geworden, wer als Held dargestellt wird».

Sie kritisieren auch, dass Personen ohne Erlaubnis der Familie Spendenaktionen gestartet hätten. «Wir haben versucht Kontakt aufzunehmen, wurden aber respektlos behandelt und unsere Nachrichten ignoriert».

Es gibt nun ein offizielles GoFundMe für die Familie von Maria. Dieses sei mit der Zustimmung der Eltern eingerichtet worden. 

Was passiert ist, hat die gesamte Community erschüttert. Sich von der Angst die Musik nehmen zu lassen, werden sie aber nicht zulassen, schreiben sie. 

«Musik ist unsere Freiheit. Musik ist unsere Stimme. Musik ist unsere Verbindung. Wir werden weiterhin zusammenstehen. Für M. Für unsere Community. Für unsere Freiheit. Ruhe in Frieden 🕊️ Du wirst für immer in unseren Herzen bleiben. ❤️». Mit diesen starken Worten beenden die beiden Djs ihren Post und hoffen, in Ruhe trauern zu können.

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17:41 Uhr

Eltern von Maria in der Schweiz eingetroffen

Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, sind die Eltern der getöteten Maria S. in der Schweiz eingetroffen. Mutter und Vater müssen die Leiche ihrer Tochter identifizieren. Die Formalitäten sollen am Nachmittag abgeschlossen sein.

Während die Mutter und ihre zwei anderen Kindern bereits am Morgen in der Schweiz eintrafen, kam der Vater erst später, erklärt die Anwältin der Mutter. Wann die Familie den Leichnam ihrer Tochter mit nach Italien nehmen können, um sie dort zu bestatten, ist noch unklar. Der Anwalt vonseiten des Vaters sagte, das man die italienische Regierung bereits um einen staatlichen Flug zur Überführung der Toten gebeten habe.

09:07 Uhr

Christopher D. hatte Maria S. in die Schweiz eingeladen

Maria S. wollte sich in der Schweiz ein neues Leben aufbauen. Ins Land eingeladen wurde sie von ihrem Freund Christopher D., der in Aarau zu ihrem Vermieter und Mitbewohner wurde.

(Credit: Facebook)

Maria hätte es in Italien nicht leicht gehabt. «Ihr Nachname hatte kein gutes Ansehen, das hatte ihr einige Probleme bereitet», so der Mitbewohner zu «La Repubblica». Weitere Aussagen von Christopher D. findest du in diesem Artikel.

01:30 Uhr

«Treffe viele tolle Menschen»: Maria S. schickte letzte Nachricht an Mutter

Der italienische Nachrichtensender Tg1 strahlte die letzte Audio-Nachricht aus, die Maria S. ihrer Mutter geschickt hatte. «Heute Abend gehe ich zur Rave-Party und danach in einen anderen Club in Zürich», sagte die 22-Jährige voller Vorfreude. «Mir passieren gerade so viele schöne Dinge, und ich lerne tolle, wunderschöne Menschen kennen.» Wenige Stunden später wurde die Italienerin getötet. 

00:00 Uhr

«Aus Respekt»: Veranstalter sagen Rave in Wettingen ab

Nach den Schüssen am Aarauer Rave sagt die Urban Agency Events AG ihre letzte Outdoor-Grossveranstaltung des Sommers ab. Der Rave in Wettingen finde «aus Respekt» nicht statt, sagt Olivier Grein, Co-Gründer und Chef der Firma, zur «NZZ». 

«Nächstes Jahr werden wir aber weitermachen», so Grein weiter. Zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen in den Clubs erteilt der Veranstalter eine Absage. Bewaffnete Sicherheitsleute wären eine «Überreaktion», ist Grein überzeugt.

31.08.2026, 18:27 Uhr

Wann findet die Obduktion von Maria S. statt?

Fünf Menschen wurden teils schwer verletzt, die Italienerin Maria S.* verlor ihr Leben. Nach den Schüssen am Randes des Aarauer Raves sind viele Fragen offen. Auch die Obduktion von Maria S.' Leiche steht noch aus. Wie die Opferanwältin der Familie mütterlicherseits, Antonella Crudeli, nun gegenüber den Nachrichtenagenturen Ansa, Agi und gegenüber Rai News angeben hat, hat der Richter die Autopsie jedoch bereits im Zeitraum zwischen Montag und Dienstag angeordnet. 

Nach Abschluss der Obduktion könne die Mutter von Maria S. demnach zur formellen Identifizierung nach Basel reisen. Anschliessend soll die Rückführung des Leichnams nach Italien eingeleitet werden.

«La Repubblica» berichtet hingegen mit abweichenden Angaben. Die Zeitung beruft sich auf den Opferanwalt Bruno Gallo, der Anwalt der Familie väterlicherseits, der erklärte, dass die Schweizer Behörden bislang keine Obduktion angeordnet hätten. 

*Name bekannt

31.08.2026, 18:07 Uhr

43-Jähriger ausserhalb des Kantons Aargau verhaftet

Am Montagmittag meldete die Kantonspolizei Aargau einen ersten Durchbruch bei den Ermittlungen zum Angriff in Aarau. Ein 43-jähriger Schweizer konnte unter dringendem Tatverdacht verhaftet werden. Kurz vor 1 Uhr in der Nacht auf Montag wurde der Tatverdächtige festgenommen, heisst es in der Medienmitteilung. Der Ort der Festnahme wurde dabei nicht bekannt gegeben. Wie Tele M1 nun berichtet, soll der Tatverdächtige ausserhalb des Kantons Aargau festgenommen worden sein.

Zu neuen Erkenntnissen will die Kapo Aargau an einer Pressekonferenz informieren – allerdings erst am Mittwoch um 14 Uhr.

31.08.2026, 16:39 Uhr

Rave-Veranstalter planen Schweigeminute

Nach den Schüssen am Aarauer Rave, bei denen eine Frau starb und fünf Personen verletzt wurden, planen die Veranstalter eine Schweigeminute für die Opfer und Betroffenen. Das bestätigte die Urban Agency Events AG gegenüber Blick. Weitere Informationen zu Ort und Zeit der Schweigeminute werden noch bekanntgegeben. 

31.08.2026, 15:11 Uhr

Zwei Doppelbürger aus dem Spital entlassen

Zwei italienisch-schweizerische Doppelbürger (27 und 31) haben laut der Nachrichtenagentur Ansa das Spital verlassen. Bei den Schüssen am Aarauer Rave sollen sie sich leichte Verletzungen zugezogen haben. Die beiden Techno-Fans sollen bereits seit einiger Zeit in der Schweiz leben und sich schon länger nicht mehr in Italien aufgehalten haben. Nach Blick-Informationen leben beide im Aargau.

31.08.2026, 12:54 Uhr

Tatverdächtiger (43) festgenommen

Eine Festnahme ist erfolgt. Wie die Kantonspolizei mitteilt, wurde in der Nacht auf Montag ein 43-jähriger Schweizer festgenommen. Derzeit gehe man davon aus, dass der Mann ein Einzeltäter war.

Der Mann wurde kurz vor 1 Uhr nachts von den Beamten angehalten. Daraufhin wurde er unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Zum Verhaftungsort möchte sich die Kapo auf Blick-Anfrage nicht äussern.

Weitere Informationen zur Verhaftung und dem Tatverdächtigen werden bei einer Pressekonferenz am Mittwoch um 14 Uhr veröffentlicht. Die Beamten wollen dann alle gesammelten Ergebnisse zum Angriff präsentieren.

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