Darum gehts
- In Oftringen AG wurde in einen E-Bike-Laden eingebrochen
- Etwa 30 E-Bikes kamen weg, der Schaden ist über 100'000 Fr. gross
- Im Blick spricht nun der Geschäftsführer des betroffenen Ladens
Roland Kurth (64) trifft fast der Schlag, als er am Mittwochmorgen in seinen Laden kommt. «Etwa 30 E-Bikes waren weg. Ich verstand es zunächst gar nicht», sagt der Geschäftsführer von der «m-way»-E-Bike-Filiale in Oftringen AG zu Blick. «Kurz darauf habe ich Einbruchswerkzeug bei der Haupteingangstür entdeckt. Da wurde mir klar, was passiert war.»
Passiert sein muss der Einbruch in der Nacht auf Mittwoch. Laut der Kantonspolizei Aargau haben die Täter die Tür aufgebrochen und sind so in den Ausstellungsraum gekommen. Den Deliktsbetrag beziffert die Polizei «auf weit über 100'000 Franken».
«Auf den Videoüberwachungsbildern, die ich der Polizei übergab, sind drei dunkel gekleidete Personen mit Kapuzen zu sehen», sagt Geschäftsführer Kurth. Ihre Gesichter seien auf den Bildern nicht zu erkennen.
Nur «Highlights» geklaut
Dreist: «Sie wussten anscheinend ganz genau, welche E-Bikes teuer sind», sagt Kurth. «Sie haben praktisch nur solche, die zwischen 7'000 und 10'000 Franken kosten, mitgenommen. Alles Highlights! Alle anderen Velos liessen sie stehen.»
Der ganze Abtransport der E-Bikes sei «recht schnell, etwa zehn Minuten lang» gegangen. Die Polizei geht von mehreren Fahrzeugen aus, in welche die Bikes verladen worden sein sollen.
Nachbarn, die etwas gesehen haben, gäbe es bis jetzt keine, so Kurth. «Die Häuser sind zu weit weg.» Der Geschäftsführer zeigt Blick betroffen auf seinem Handy ein Foto eines der leergeräumten Podeste, auf denen die E-Bikes standen. «Die Velos waren alle bereits zusammengestellt und fabrikneu.»
«So etwas haben wir noch nie erlebt»
Gleich nach Entdeckung des Einbruchs sei die Polizei alarmiert worden. Die sei gekommen, habe Spuren gesichert und ermittle nun. «Es wurden bei uns auch schon einzelne E-Bikes gestohlen, hier in der Mall, wo sie den ganzen Tag ausgestellt sind», sagt Geschäftsführer Kurth. «Aber so etwas haben wir, seit es uns hier seit elf Jahren gibt, noch nie erlebt.» Man werde nun eine Lösung für ein Sicherheitssystem prüfen. «Dies wäre mit der Polizei gekoppelt.» Heisst: Wenn jemand einbricht, geht der Alarm sofort zur Polizei – auch alle Fensterscheiben wären dann scharf gestellt.
Weiter sagt Kurth, dass man zwar versichert sei. «Aber wie das nun genau läuft, weiss ich auch noch nicht im Detail», sagt er. Denn: «Der Gesamtschaden dürfte noch höher sein.» Zurück bleibe das «unendlich» schlechte Gefühl, dass jetzt vieles so leer sei und einzelne E-Bikes nicht mehr lieferbar seien. Der Rest könne mit dem Zentrallager ausgeglichen werden.
«Es lässt einen manchmal an der Menschheit zweifeln»
Dass die E-Bikes irgendwo wieder auftauchen – daran glaubt Kurth nicht wirklich. Sie seien zwar gechipt, das GPS-Signal werde aber immer erst durch den Endkunden aktiviert. «Sie haben auch Rahmennummern und die Polizei würde wissen, dass die Velos uns gehören», sagt er. Aber: «Wenn die E-Bikes schon im Ausland sind, dann sind die Auffindchancen sehr klein.»
Was würde Kurth der Täterschaft sagen, wenn sie jetzt vor ihm stehen würde? «Ich darf nicht sagen, was ich von solchen Leuten halte», sagt der Geschäftsführer von «m-way». Nur so viel: «Ich bin immer wieder erstaunt, dass es Leute gibt, die so etwas tun und so ihren Unterhalt verdienen. Es lässt einen manchmal an der Menschheit zweifeln. Aber es ist halt so.»