Opfer schildert Horror-Übergriff durch Ex-SVP-Politiker
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«Hätte sterben können»:Opfer schildert Horror-Übergriff durch Ex-SVP-Politiker

Nachbarn und Parteikollege in Untersiggenthal AG über Vorwürfe gegen Ex-SVP-Grossrat Patrick F. erschüttert
«Er hat sich als Moralapostel aufgespielt – ich bin entsetzt und angeekelt»

Der ehemalige SVP-Grossrat Patrick F. aus Untersiggenthal AG steht unter Verdacht: Er soll zwei Frauen und ein Mädchen (15) mit K.o.-Tropfen gefügig gemacht und vergewaltigt haben. Ein Besuch vor Ort zeigt: Nachbarn und ein ehemaliger Parteikollege sind geschockt.
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Die Vorwürfe gegen den ehemaligen SVP-Grossrat des Kantons Aargau wiegen schwer. Er soll Frauen betäubt und vergewaltigt haben.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ex-SVP-Grossrat Patrick F. wegen schwerer Sexualverbrechen angeklagt, grosse Empörung.
  • Anklage: Mehrfache Vergewaltigung, versuchter Mord, Taten teils gefilmt, Opfer minderjährig.
  • Nachbarn schockiert: F. galt als Einzelgänger, Prozessdatum noch unbekannt.

«Ich hätte mehrmals sterben können», sagt Paula L.*, eines der mutmasslichen Opfer des ehemaligen Aargauer Grossrats Patrick F.*, gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Zur Zeit des Übergriffs war sie erst 15 Jahre alt. Laut ihren Schilderungen soll F. sich mehrmals an ihr vergangen haben, während die damals Minderjährige mit K.o.-Tropfen gefügig gemacht war. Am Montag hat die Aargauer Staatsanwaltschaft Anklage erhoben

Die Jugendliche lebte damals mit ihrer Mutter, Iwona L.*, im Haus des Ex-Politikers. Die polnische Mutter war mit dem Mann liiert und gleichzeitig als Haushälterin angestellt. Blick hört sich an seinem Wohnort um und trifft auf rat- und fassungslose Gesichter.

Horror im ruhigen Quartier

Das Horror-Haus, wo die Übergriffe an Tochter und Mutter geschahen, steht in einem ruhigen Quartier in Untersiggenthal AG. Viele Leute haben hier ihr Einfamilienhaus mit Garten. Die meisten Menschen in der Nachbarschaft wissen über den Fall Bescheid und kennen den Beschuldigten. Alle Anwohner, die etwas sagen, wollen dies anonym tun. Vereinzelt heisst es auch, man habe Angst vor dem mutmasslichen Täter.

In der Nachbarschaft löste die damalige Festnahme des Beschuldigten grosse Bestürzung aus. Mehrere Anwohner beschreiben Patrick F. als verschlossenen Einzelgänger, der «isoliert» gelebt habe. Er sei zwar «ein spezieller Typ» gewesen, aber nie so aufgefallen, dass jemand Verdacht geschöpft hätte. Erst als die Polizei am 4. September 2023 mitten in der Nacht mit einem Grossaufgebot anrückte, sei klar geworden, dass etwas Schwerwiegendes passiert sein musste.

Eine Nachbarin sagt aber: «Dass es sich bei den Opfern um die Polin und ihre Tochter handeln soll, weiss ich erst seit heute.» Sie habe es zwar seit der Verhaftung im September 2023 vermutet. «Aber die Bestätigung hatte ich nie.»

Nachbarin geschockt: «Einfach krank!»

Die Bewohnerin sagt: «Ich bin dankbar, dass es rausgekommen ist und die Gefahr weg ist. Ich bin selbst eine Frau und habe Kinder – so wie viele Familien im Quartier.» Die Taten, die Patrick F. vorgeworfen werden, seien «einfach nur noch krank». Sie sagt: «Ich hoffe, er kommt lange ins Gefängnis.»

Und für Iwona L. und deren Tochter wünscht sich die Nachbarin Folgendes: «Ich hoffe, dass es schnell vorbei ist für sie und dass sie mit der Sache schnell abschliessen können.» Und: «Dass sie nicht immer und immer wieder damit konfrontiert werden.»

Schlimme Szenen auf Video

Denn: Die Vorwürfe gegen Patrick F. sind wirklich widerlich. Der ehemalige SVP-Politiker soll die Taten sogar gefilmt haben. Herausgekommen ist das Ganze aber erst, als die Mutter der damals 15-Jährigen zufällig während einer dieser mutmasslichen Vergewaltigungen ins Zimmer gekommen sei. Er soll nass geschwitzt gewesen sein und eine Kamera versteckt haben, erzählt sie. 

Auch an der Mutter und einer weiteren Frau soll er sich vergangen haben, wie die Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft Aargau nahelegt. Die Videoaufnahmen sollen laut der Mutter schlimme Szenen zeigen: «Alles, was man sich unter einer Vergewaltigung vorstellt, wurde übertroffen.»

Die Vorwürfe der Aargauer Staatsanwaltschaft sind heftig, darunter «mehrfacher versuchter Mord, mehrfache qualifizierte Vergewaltigung, mehrfache qualifizierte sexuelle Nötigung, Schändung, mehrfache sexuelle Handlungen mit Kindern». Dem ehemaligen SVP-Politiker droht eine jahrelange Haftstrafe. 

Der Beklagte bestreitet «wesentliche Teile der Vorwürfe», wie seine Anwälte gegenüber Medien verlauten lassen.

«Seine Schuhe glänzten immer»

Als aggressiv habe man ihn nie erlebt, heisst es aus der Nachbarschaft. Vielmehr sei er «unfreundlich und zurückhaltend» gewesen, sagt eine Nachbarin. 

Gleichzeitig erinnert sich die Frau daran, dass er stets gepflegt auftrat: «Seine Schuhe glänzten immer.» Der Schock über die Vorwürfe ist riesig. «Die Taten, die ihm vorgeworfen werden, sind furchtbar», sagt die Nachbarin. «Es ist verrückt, wenn ich mir überlege, dass es so etwas überhaupt gibt.»

Opfer Iwona L. wird von der Nachbarin als freundlich beschrieben. «Sie hat immer gegrüsst und war eine nette Frau», erzählt die Anwohnerin. 

Streitsüchtig und pingelig

Hört man sich in seiner Umgebung um, beginnt die saubere Politiker-Fassade zu bröckeln. Eine Nachbarin sagt: «Er war mit sehr vielen Leuten und Institutionen zerstritten. Ich weiss auch nicht, wie ein so konfliktlustiger Mensch im Grossen Rat landen konnte.» 

Und ein ehemaliger Grossrats- und Parteikollege erzählt Blick: «F. hat sich als Moralapostel aufgespielt. Ich habe ihn ausserdem als pingeligen Typen kennengelernt.» Der SVP-Mann sagt: «Ich bin entsetzt und angeekelt. Die Vorwürfe sind schrecklich.» Er selbst zweifle seit dieser Geschichte an seiner eigenen Menschenkenntnis.

Ein Termin für einen allfälligen Prozess ist nicht bekannt. Bis zum Urteil gilt für Patrick F. die Unschuldsvermutung.

* Name bekannt 

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