Darum gehts
- Aron B. (5) seit 20. Juni nach Reuss-Bootsunfall in Mühlau vermisst
- Familie und Freunde rufen auf Social Media zur freiwilligen Suchhilfe auf
- Rettungskräfte durchsuchen Bereich bis Bremgarten; starke Strömung erschwert Suche
Seit drei Tagen wird nach ihm gesucht: Aron B.* (5) wird seit dem frühen Samstagnachmittag vermisst. Er war mit seinen Eltern und seiner Schwester (7) mit einem Schlauchboot auf der Reuss unterwegs. Kurz vor 14 Uhr prallte dieses bei Mühlau AG mit einem Baum zusammen und kenterte. Während sich die restliche Familie an Land retten konnte, fehlt vom Jungen seither jede Spur.
Nun wird auf Social Media und über albanische Newsportale um Mithilfe gebeten. Familie B. stammt ursprünglich aus Nordmazedonien. So heisst es auf Albanisch in einer Erklärung zum Fall: «Mit grosser Trauer informieren wir darüber, dass Familie B. derzeit eine sehr schwere Zeit durchlebt. Am Samstag verschwand der 5-jährige Aron B. in Mühlau (Kanton Aargau, Schweiz) nach einem Bootsunglück im Fluss Reuss und wurde bislang nicht gefunden.»
Weiter folgt der Unterstützungsaufruf: «Heute ist bereits der dritte Tag der Suchaktionen. Neben den offiziellen Rettungs- und Einsatzkräften ruft die Familie alle Personen auf, die freiwillig bei der Suche nach Aron B. helfen möchten.»
Gesucht werde zwischen Mühlau und Bremgarten, heisst es am Telefon zu Blick. Helfer seien jederzeit willkommen.
Gemäss einem weiteren Helfer-Aufruf trug der Bub ein beiges T-Shirt, helle karierte Badehosen und eine Schwimmweste.
Schwierige Suchverhältnisse
Auch die Kantonspolizei Aargau hat die Suche noch nicht aufgegeben, wie Sprecher Dominic Zimmerli am Montagmorgen zu Blick sagt. Die Einsatzkräfte wollen am Montag unter anderem beim Kraftwerk in Bremgarten schauen, ob das Kind dort ausfindig gemacht werden kann.
Nur: Die Bedingungen sind schwierig. «Die Strömung ist stark, das Wasser trüb», nennt Zimmerli die Herausforderungen für die Einsatzkräfte. Zudem könnten sich die oberflächliche Strömung und die Strömung unter Wasser stark unterscheiden. Man setzt verstärkt auf Boote, aus der Luft ist die Sicht einfach zu schlecht. «Wir haben heute seit dem Morgen bis am Nachmittag nach dem Jungen gesucht. Einerseits auf dem Wasser und andererseits mit dem Polizeihelikopter der Kantonspolizei Zürich.» Die Suche nach Aron B. werde am Dienstag weitergeführt.
Inzwischen wird der Aufruf um Mithilfe rege geteilt und kommentiert. So wollen sich etwa auch Personen aus dem Balkan in die Schweiz aufmachen, um hier bei der Suche zu helfen. So schreibt ein Facebook-User: «Ich rufe alle Albaner, die in der Schweiz leben, dazu auf, diese Familie zu unterstützen. Ich selbst bin bereit, gemeinsam mit einer Gruppe noch heute aus dem Kosovo aufzubrechen, um bei den Suchaktionen zu helfen.»
Die Familie des Buben ist am Boden zerstört. Blick hat den Vater des Fünfjährigen getroffen. Mit Tränen in den Augen sagt er: «Ich hoffe, dass unser Sohn noch gefunden wird.» Die Hoffnung sterbe zuletzt.
* Name geändert