Das soll die nächste Erfindung von Toni Huber (87) werden
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Gegen Demenz:Das soll die nächste Erfindung von Toni Huber (87) werden

Jetzt will Toni Huber (87) nochmal ein neues Start-up gründen
Seine Erfindung ist heute Milliarden wert – er bekam nichts

Vor 50 Jahren war Toni Huber seiner Zeit voraus – und verpasste mit seinem Pulsmessgerät den grossen Erfolg. Aufgeben kommt für den Langenthaler trotzdem nicht infrage: Mit 87 tüftelt er an seiner nächsten Erfindung und will nochmals ein Start-up gründen.
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In seinem Atelier arbeitet Toni Huber an seiner neuesten Erfindung: dem «Neurostar», einem Trainingsgerät gegen Demenz.
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Toni Huber erfand in den 1970er-Jahren das erste tragbare Pulsmessgerät
  • Sein Patent lief vor dem Fitnessuhr-Boom ab, weshalb der finanzielle Erfolg ausblieb
  • Mit 87 Jahren tüftelt er an einer neuen Erfindung: einem Trainingsgerät gegen Demenz
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Maria-Rahel CanoReporterin Blick

«300 Millionen gingen mir durch die Lappen», sagt Toni Huber in seinem Atelier im Dachgeschoss, ohne aufzublicken. Seine geübten Hände zittern leicht, als er versucht, ein kleines Kabel in die vorgesehene Öffnung zu stecken.

Dann schiebt der Langenthaler nach: «Geld war aber nie mein Antrieb.»

«Wer interessiert sich schon für den eigenen Puls?»

Huber ist 87 Jahre alt – und Erfinder aus Leidenschaft. In den 1970er-Jahren hielt der gelernte Elektromechaniker das US-Patent für das erste tragbare Pulsmessgerät in den Händen. Doch weder die Uhrenindustrie noch andere hätten Interesse daran gehabt.

Er tippt auf die Smartwatch an seinem Handgelenk und sagt: «Damals hat man mich ausgelacht und gesagt: ‹Wer interessiert sich schon für den eigenen Puls? So ein Ding braucht doch niemand!›» Heute ist das Geschäft mit Fitnessuhren milliardenschwer. Doch das Patent für seine Erfindung lief wenige Jahre vor dem grossen Durchbruch aus.

Seiner Zeit voraus

Obwohl seine Erfindungen bis heute genutzt werden und er in der Sportmedizin Pionierarbeit geleistet hat, blieben ihm der finanzielle Erfolg und die breite Anerkennung verwehrt. «Wirtschaftlich bin ich gescheitert», sagt er ohne Umschweife. «Aber erfinderisch? Nein. Meine Ideen waren gut, nur leider zu früh.»

Er stellt einen dicken Ordner auf den Tisch und blättert darin. Voller Stolz zeigt er auf das verblasste Bild des dreifachen Formel-1-Weltmeisters Jackie Stewart. Um dessen Brust: Hubers Pulskontrollgerät. Ein paar Seiten weiter klebt ein Zeitungsausschnitt, der Niki Lauda auf einem Velo-Ergometer zeigt – ebenfalls eine Erfindung des Langenthalers.

«Viele meiner Freunde haben mir gesagt: ‹Du spinnst!›»

Jetzt will es der Rentner noch einmal wissen. «Ich überlege mir nochmals, ein Start-up zu gründen.» Seine neuste Erfindung heisst «Neurostar»: ein Gerät, das dem kognitiven Abbau im Alter entgegenwirken soll. Das Projekt setzt Huber gemeinsam mit der Berner Fachhochschule um.

Die Erfindung ist als Training für zu Hause gedacht und verbindet Bewegung mit Merkaufgaben. «Das Ziel ist nicht, Demenz zu heilen. Das ist nicht möglich», erklärt Huber. «Aber das Training soll präventiv wirken und einen schweren Verlauf hinauszögern.»

In seinem Umfeld seien seine Pläne auf Skepsis gestossen. «Viele meiner Freunde haben mir gesagt: ‹Du spinnst, in deinem Alter noch eine Firma zu gründen!› Aber nur vor dem Fernseher zu hocken und Bier zu trinken, ist nichts für mich.»

Unterstützt habe ihn seine Ehefrau: «Sie hat mir immer den Rücken freigehalten. Ohne sie hätte ich das alles hier nie machen können.» Er deutet mit der Hand durch sein Atelier und lächelt. «Seit 61 Jahren hält sie mich schon aus.»

Erfinder zu sein, ist kein Beruf

Dass solche Ambitionen mit 87 Jahren aussergewöhnlich sind, weiss Huber. Doch Erfinder zu sein, sei für ihn kein Beruf. «Es ist Berufung», sagt er. «Es ist der unbedingte Wille, etwas Neues zu erschaffen.» Und solange er noch fit sei – im Kopf und körperlich –, werde er seiner Leidenschaft weiter nachgehen.

Der Familienvater denkt dabei auch an die nächste Generation. Ziel sei es, mit dem «Neurostar» eine Grundlage zu legen, auf der später eine jüngere Person aufbauen könne. «Denn den grossen Durchbruch werde ich selbst wahrscheinlich nicht mehr erleben.»

Zudem sei eine Erfindung nie ganz fertig. Sie brauche Zeit. Doch genau die scheint ihm zu fehlen. Er zuckt mit den Schultern und fügt an: «Ich bräuchte einfach ein zweites Leben.»

Sein letztes Werk? Wer weiss.

Vor ihm liegt einer der Prototypen des «Neurostar» auf der Werkbank. Rundherum stehen abstrakte Bilder, die Huber selbst gemalt hat. Auch in der Wohnung finden sich alte Radios und Metallreste, denen der Tüftler als Skulpturen ein neues Leben geschenkt hat. Erfinden, bauen, aus etwas Altem etwas Neues schaffen – damit hat Huber den Grossteil seines Lebens verbracht.

Aufgeben war für ihn nie eine Option. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenig später, unten an der Tür, sagt der 87-Jährige zum Abschied: «Vielleicht bis ein andermal – bei meiner nächsten Erfindung.»

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