Darum gehts
- Die Rave-Party in Aarau forderte ein Todesopfer und fünf Verletzte
- Die Polizei spricht von einem Amoklauf – 40 Schüsse aus Sturmgewehr
- Der Täter stammt aus dem Jura und hat sich selbst gestellt
- Er hat den Tatort per Zufall gewählt – Motiv weiterhin unklar
Medienkonferenz beendet
Damit ist die Medienkonferenz beendet. Vielen Dank fürs Mitlesen. Alle weiteren News zur Schiesserei in Aarau liest du auf Blick.ch.
Mann begab sich rasch in Richtung Jura
Der Mann habe sich rasch nach der Tat von Aarau in Richtung Jura begeben, sagt Einsatzleiter Schildknecht.
«Die Gefahrenabwehr ist beendet»
«Das Sicherheitsdispositiv ist wieder auf eine Normallage reduziert worden», bestätigt Polizeikommandant Leupold auf Nachfrage eines Journalisten. «Die Gefahrenabwehr ist beendet.»
«Die verstorbene Person hatte einen Durchschuss erlitten»
«Die verstorbene Person hatte einen Durchschuss erlitten», erklärt Einsatzleiter Schildknecht auf Nachfrage eines Journalisten. Dabei seien lebenswichtige Organe im Oberkörper getroffen worden. Bei dem Todesopfer handelt es sich um die 22-jährige Maria S.
Waffen wurden vor 20 Jahren bewilligt
Woher hatte der Mann seine Waffenerlaubnis? «Diese Waffen, die er hatte, die hat er privat erworben», sagt Leupold. «Vor 20 Jahren ist dieser Erwerb durch die Behörden des Kantons Jura bewilligt worden.» Bislang sei unklar, ob der Mann während der Tat alle drei Waffen, die sich im Auto befanden, bei sich trug, sagt Schildknecht. Es handele sich um Waffen, die mit raschem Einzelfeuer bedient werden.
Was hat die Durchsuchung im Haus des Beschuldigten ergeben? «Wir haben keine Hinweise auf ideologische oder extremistische Hintergründe», sagt Leupold.
«Zum psychischen Zustand des Beschuldigten haben wir keine gesicherten Erkenntnisse», sagt Staatsanwalt Rüedi. Es bestünden lediglich Anhaltspunkte auf eine psychische Störung.
Der Mann habe sich in Delsberg JU gestellt, so Leupold. Allerdings wisse die Polizei nicht, warum sich der Mann gestellt hat.
«Er ist 2013 aus der Armee ausgeschieden»
Hat der Beschuldigte Verbindungen zur Armee? «Ich kann Ihnen sagen, dass der Täter wehrpflichtig war. Er ist 2013 aus der Wehrpflicht und damit aus der Armee ausgeschieden und hat seine persönliche Dienstwaffe zurückgegeben», sagt Polizeikommandant Oberst Michael Leupold. Der Mann sei als Koch bei der Armee tätig gewesen.
Der Mann war gemäss Leupold nicht polizeibekannt. Ob er sich in psychiatrischer Behandlung befand, sei unklar.
Es gebe nach jetzigem Kenntnisstand keine persönliche Beziehung des Täters zum Tatort Aarau, so Leupold weiter.
Beschuldigter sprach von «psychischem Leiden»
Nun spricht Christoph Rüedi, Leitender Staatsanwalt der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau. «Der Beschuldigte konnte im Kanton Jura festgenommen werden, nachdem er sich der Kantonspolizei Jura gestellt hatte. Er berichtete, dass es ihm seit einiger Zeit gesundheitlich schlecht gehe.»
«Es war rasch klar, dass das identifizierte Fahrzeug dem Beschuldigten zuzuordnen ist», so Rüedi weiter. Er habe selbst angegeben, die Waffen im Fahrzeug zu lagern. Der Beschuldigte habe Angaben zu seinem «psychischen Leiden» gemacht.
«Es gibt keinerlei Anhaltspunkte, dass der Beschuldigte Mithelfer oder Mitwisser hatte», führt der Staatsanwalt aus. Er habe einen Antrag auf Untersuchungshaft beim Zwangsmassnahmengericht gestellt.
Rüedi führt weiter aus: «Die im Raum stehenden Tatbestände sind vorsätzliche Tötung (teilweise versucht), Mord (teilweise versucht), mehrfache Gefährdung des Lebens und Widerhandlungen gegen das Waffengesetz.»
Angaben zum Festgenommenen
In den ersten zwölf Stunden seien über 130 Befragungen durchgeführt worden, so der Einsatzleiter weiter. Alle Kameras im öffentlichen Raum seien überprüft worden. Ausserdem seien weit über 100 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen.
«Es gab Anhaltungen und Kontrollen nach verdächtigem Verhalten in anderen Kantonen», sagt Schildknecht. «Aufgrund Aussagen einer Person konnten Hinweise auf ein möglicherweise an der Tat beteiligtes Fahrzeug gewonnen werden.»
Der Einsatzleiter weiter: «Im Auftrag der Kantonspolizei Aargau standen bereits Einsatzkräfte in Jura. Der Mann stellte sich schliesslich der Kantonspolizei Jura und gab an, die Tat begangen zu haben.»
«Im Fahrzeug der festgenommen Person wurden drei Schusswaffen sichergestellt», so Schildknecht. «Eine Pistole und zwei Sturmgewehre vom Typ AK-74.» Die Waffen seien auf die festgenommene Person registriert gewesen.
Sechs verletzte Personen
Eine Person wurde durch die Schüsse getötet. Schildknecht spricht inzwischen von sechs verletzten Personen. Am Montag habe eine sechste Person sich bei der Polizei gemeldet. Zunächst war von fünf Verletzten die Rede. Zwei Personen befinden sich demnach noch immer im Spital.
Insgesamt gingen laut Schildknecht rund 80 Notrufe bei der Polizei ein. Die Einsatzkräfte rückten in sogenannten Kontaktteams vor. Die sogenannte Gefahrenzone sei immer weiter eingegrenzt worden. Man habe sicherstellen müssen, dass die vorrückenden Einsatzkräfte nicht selbst zu Schaden kommen.
Man habe rasch eine Fahndung herausgegeben, bestätigt Schildknecht. Schlüsselpunkte, etwa Bahnhöfe, seien rasch gesichert worden.
Täter schoss 40 Mal
Jetzt spricht Gesamteinsatzleiter Hauptmann Matthias Schildknecht. Er spricht zunächst über den Tatablauf, so wie die Polizei ihn bis heute rekonstruieren konnte.
«Der Täter fuhr nach jetzigem Kenntnisstand mit seinem Fahrzeug zur Schachenstrasse.» Von dort aus sei er zunächst zu Fuss weitergegangen. Anschliessend habe er mit einem Sturmgewehr 40 Mal in Richtung der Feiernden geschossen. «Danach ging er zurück in Richtung des Parkplatzes.» Dort sei es erneut zu einer Schussabgabe gekommen – mit einer Pistole in Richtung eines wegfahrenden Fahrzeugs. Anschliessend habe er sich vom Tatort entfernt.