Fehlschuss auf der Bündner Jagd
Jäger trifft Ferienhaus

In Bondo GR schlug der Schuss eines Jägers in einem Ferienhaus ein. Verletzt wurde niemand, aber das Jagdpatent ist weg – nun ermittelt die Kantonspolizei Graubünden.
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Das Ferienhaus in Bondo, das der Jäger traf.
Foto: zVg

Darum gehts

  • Ein Jäger verfehlte in Bondo GR eine Hirschkuh und schoss in die Stube eines Ferienhauses
  • Das Projektil durchdrang die Wand und ein Sofa, im Haus war niemand
  • Nach dem Entzug des Patents prüft die Polizei weitere mögliche Straftatbestände des Jägers
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Andreas SchmidInlandredaktor

Das Projektil drang durch die Hauswand in die Wohnstube, durchlöcherte das Sofa und einen Pullover, der dort lag. Schlimmere Folgen hatte der Schuss nicht, denn als es knallte, hielt sich in dem getroffenen Ferienhaus in Bondo GR niemand auf. Der Jäger hatte eine Hirschkuh ins Visier genommen. Weil er offenbar zu hoch zielte, ist er nun im Bergell und im benachbarten Engadin zum Gesprächsthema geworden.

Wie ein Eingeweihter Blick berichtet, ist es im September passiert, im ersten Teil der Bündner Hochjagd. Inzwischen wurde dem Jäger das Patent entzogen und die Kantonspolizei Graubünden untersucht, ob neben einem Verstoss gegen die Jagdvorschriften weitere Straftatbestände infrage kommen.

Staatsanwaltschaft ist informiert

Polizei-Sprecher Markus Walser bestätigt Abklärungen in diesem Fall, weitere Angaben möchte er nicht machen: «Die Staatsanwaltschaft Graubünden ist informiert, aber nicht in die Ermittlungen involviert.» Falls sich dies im Lauf der Abklärungen als erforderlich erweise, werde man das nachholen.

Wie überall im Kanton Graubünden gilt die Jagd im Bergell als heilige Zeit. Die Gemeinde Bondo, die vor neun Jahren durch einen schweren Bergsturz international bekannt wurde, steht deshalb erneut in den Schlagzeilen. Nun allerdings wegen einer kuriosen Geschichte von der Bündner Jagd, die immer wieder für Gesprächsstoff sorgt.

Im September traf es ein Pferd

Zuletzt Anfang September, als eine Meldung aus dem Averstal bekannt wurde: Da erschoss ein Jäger versehentlich ein Pferd auf der Weide. Der Täter informierte selbst die zuständige Wildhut und musste auf der Stelle sein Patent abgeben.

Bereits in früheren Jahren hatten Bündner Jäger mit Fehlschüssen für nationales Aufsehen gesorgt: Mal verletzten sie einen Kollegen, mal töteten sie einen Wolf. In Bondo blieb es nun glücklicherweise beim Sachschaden. Die Hirschkuh kam unversehrt davon.

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