Im Kleinformat hat Schriftsteller Claude Cueni das Denkmal schon parat
Eine Freiheitsstatue für die Schweiz

Heil dir, Helvetia! Die nationale Symbolfigur soll modernisiert und gross in Szene gesetzt werden. Der Basler Schriftsteller Claude Cueni hat eine Freiheitsstatue für die Schweiz entworfen – im Kleinformat steht sie bereits.
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So soll sie dereinst ihren Platz einnehmen: KI-Visualisierung der drei Meter hohen Helvetia Libertas.
Foto: zVg / KI-Visualisierung durch Claude Cueni

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Schweizer Freiheitsstatue bringt zwei bedeutsame Frauenfiguren zusammen
  • Kleinere Ausführungen aus Ton und Bronze wurden bereits hergestellt
  • Claude Cueni sucht nach einem Standort für die Drei-Meter-Skulptur
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Andreas DietrichChefredaktor Blick Print

Wer ausschliesslich digital bezahlt, verpasst etwas. Und wer noch Münz im Sack hat, ist sich dessen wohl nicht bewusst: Er oder sie trägt eine Freiheitsstatue mit sich. Die Frankenmünzen zeigen (mit Ausnahme von Tell auf dem Fünfliber) die Helvetia, auf den Rappenmünzen ist der Kopf der Freiheitsgöttin Libertas abgebildet.

Der Blick aufs Kleingeld hat den Basler Schriftsteller und früheren Blick-Kolumnisten Claude Cueni (70) auf eine grosse Idee gebracht: die zwei für unser Land bedeutsamen Frauenfiguren zu fusionieren – in der Helvetia Libertas, der Freiheitsstatue für die Schweiz.

«Man verliert, was man nicht verteidigt»

Wofür seine Figur steht, schreibt Freigeist Cueni niemandem vor. «Helvetia Libertas ist das, was jeder Mensch darin sehen möchte», sagt er. «Für die einen ist sie eine moderne Helvetia, für andere steht sie für Frauenpower, und wieder andere sehen darin ein Symbol für Meinungsfreiheit. Freiheit ist nichts Statisches. Man verliert, was man nicht verteidigt.»

«Heil dir, Helvetia! Hast noch der Söhne ja.» Die Liedzeile wurde landauf, landab patriotisch angestimmt. Sie stammt aus «Rufst du, mein Vaterland», das 1981 vom Schweizerpsalm als offizielle Nationalhymne abgelöst wurde. Dabei war über die Jahrhunderte nie ganz klar, wer oder was diese Helvetia eigentlich ist.

Helvetia, die Unfassbare

Mal steht die Figur für die ganze Eidgenossenschaft, das CH kommt von Confoederatio Helvetica. Mal symbolisiert sie, thronend über dem Bundeshaus, politische Unabhängigkeit. Dann verbindet sie die «Seelen der Völker», indem sie als Teil des Welttelegrafen-Denkmals auf dem Berner Helvetiaplatz etwas selbstgefällig ihre Arme ausstreckt. Und «Helvetia ruft!» nennt sich seit 2018 eine überparteiliche Bewegung von Frauen in der Politik. Helvetias Unfassbarkeit fasst der Historiker Georg Kreis (82) im Historischen Lexikon der Schweiz so zusammen: «Es gibt keine Biografie der Gestalt, sondern einzig eine Geschichte ihrer vielfältigen Verwendung.»

Dieser will Claude Cueni ein neues Kapitel hinzufügen. Seine Helvetia Libertas ist kein Hirngespinst. Dieser Tage werden zwölf 50-Zentimeter-Skulpturen in Bronze gegossen. Drei Exemplare hat er nach eigenen Angaben schon verkauft. Auch ein Modell aus Ton steht. Das Ziel ist XXL, eine Drei-Meter-Statue in Bronze. Hierfür sucht Cueni, der bisher alles selber finanziert hat, einen Stifter oder eine Stifterin.

Der Autor mit den Schaufensterpuppen

Dass der Schriftsteller zum Skulpteur wurde, verwundert nur auf den ersten Blick. «Figürliche Darstellungen haben mich seit frühester Kindheit fasziniert und inspiriert», erzählt Cueni. «Zuerst waren sie 5,4 Zentimeter gross, zwanzig Jahre später 180 Zentimeter.» Wenn der Autor historischer Bestseller – zum Beispiel «Das Grosse Spiel» über John Law, den Erfinder des Papiergelds – an seinem Schreibtisch sass, schauten ihm stumme Zaungäste über die Schultern. «Eine Zeit lang lebte ich zu Hause mit elf Schaufensterpuppen, die ich jeweils mit den historischen Kostümen meiner Romanhelden einkleidete», erzählt er.

Über die amerikanische Freiheitsstatue weiss Cueni alles. Sein Roman «Giganten» handelt vom Wettstreit zwischen ihrem Schöpfer, dem Bildhauer Frédéric-Auguste Bartholdi, und Gustave Eiffel, Erbauer des Eiffelturms in Paris.

Von der Lady Liberty im New Yorker Hafen übernahm er die Fackel. Auch die selbstbewusst in die Hüfte gestemmte Hand seiner Helvetia Libertas geht auf eine weltberühmte Skulptur zurück: auf das Fearless Girl der amerikanischen Bildhauerin Kristen Visbal, das unerschrocken vor der New Yorker Börse steht. «Meine Helvetia Libertas verbindet diese beiden Gesten mit der schweizerischen Symbolfigur», sagt Cueni.

«Bundesplatz wäre meine erste Wahl»

Wo soll die grosse Bronzefigur dereinst stehen? «Der Bundesplatz in Bern wäre meine erste Wahl», sagt Cueni. Doch vorläufig konzentriert er sich bei der Suche nach einem Platz für die Schweizer Freiheitsstatue auf private Grundstücke. «Dort sind die bürokratischen Hürden niedriger, und Entscheidungen können schneller getroffen werden.» Denn, so Cueni: «Ich mag es, wenn Dinge gemacht und nicht in endlosen Sitzungen zerredet werden.»

Ab 30. September wird die Helvetia Libertas als 50-Zentimeter-Bronzeskulptur während drei Tagen in der Basler Galerie Eulenspiegel gezeigt.

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