Darum gehts
- Landquart Fashion Outlet erweitert auf 27'000 Quadratmeter, acht neue Marken dabei
- Verkehrschaos auf A13: Stau bis auf Fahrspur, besonders am Wochenende
- Outlet bietet Zugkunden ab 100 Franken Einkauf kostenlose Rückfahrt mit RhB
Das Fashion Outlet in Landquart GR hat Millionen investiert: Ein neues Parkhaus mit 1170 Plätzen gebaut, die Verkaufsfläche auf 27'000 Quadratmeter ausgebaut. Acht neue Marken sind eingezogen, darunter der Schuhhersteller Birkenstock, der Beauty-Anbieter L'Oréal und der Glarner Chocolatier Läderach. Ausserdem eröffnet Sportartikel-Gigant Nike im Outlet-Center seinen schweizweit grössten Flagship-Store. Ende April wurde der Neubau eröffnet.
Jetzt zeigt sich: Das neue Angebot funktioniert, die Vergrösserung zieht mehr Kundinnen und Kunden an. Und: Der Verkehr rund ums Fashion Outlet nimmt weiter zu. Vor allem am Wochenende brauchen Autofahrer starke Nerven. Denn die Autobahnausfahrt aus Richtung Chur wird dann zum Nadelöhr. Die Blechlawine reicht teilweise bis auf die Fahrspur der A13 zurück, wie die «Südostschweiz» berichtet. Und das ist gefährlich.
Viele Massnahmen, kaum Linderung
Am Wochenende drängen sich – neben den Outlet-Kunden, die teils von weit her anreisen – zahlreiche Ausflügler und Touristen aus den Bündner Bergen, die auf der A13 unterwegs sind. Dazu kommen Baustellen auf der Autobahn und der Umbau des Bahnhofs Landquart, der noch bis 2032 dauert. Kurz: Es wird eng und es staut.
Das Bundesamt für Strassen (Astra) hatte die Verkehrszunahme beim Ausbau des Outlets vorausgesehen. Und reagierte: Beim grossen Kreisel beim Outlet wurde eine Ampel installiert. Sie soll verhindern, dass wartende Fahrzeuge die Autobahnausfahrt blockieren. Neue Wegweiser lotsen Besucher zudem zu den Parkplätzen. Auch das Fashion Outlet versucht, die Strassen zu entlasten. Wer mit der Rhätischen Bahn anreist und mindestens 100 Franken ausgibt, erhält die Rückfahrt auf dem gesamten RhB-Netz geschenkt. Eine zusätzliche Bushaltestelle ist ebenfalls vorgesehen. Zudem werden Velowege verbessert.
Doch das alles reicht nicht. Das Astra prüft deshalb weitere Lösungen für den Verkehrsknoten rund um die A13 und A28. Ab 2029 sollen zusätzliche Massnahmen auf der Autobahn helfen. Landquarts Gemeindepräsident Andreas Thöny ist wenig optimistisch. Er sagt gegenüber der «Südostschweiz»: «Langfristig wird sich die Situation wieder verschärfen und kaum entspannen.»
Politik schaltet sich ein
Bündnerinnen und Bündner beklagen sich immer wieder über die negativen Auswirkungen des Verkehrs. Die Gemeinde Domat/Ems GR etwa hat genug vom Ausweichverkehr. Dieser staut sich regelmässig im Dorf, wenn die Autobahn A13 überfüllt ist. Deshalb dürfen Einheimische an Tagen mit besonders viel Verkehr eine sonst gesperrte Strasse nutzen und die Touristenschlange umfahren. Zum Beispiel über Ostern.
Bündner Politikerinnen und Politiker möchten im Kampf gegen den Ausweichverkehr noch einen Schritt weitergehen. Das zeigen mehrere Vorstösse – sowohl von der SVP als auch von linker Seite. Sie möchten für den Kanton Graubünden ein Modell prüfen, wie es die Gemeinde Birsfelden BL bereits kennt. Heisst: Touristen, die trotzdem durch die Dörfer fahren, sollen Bussen kassieren.