Die Polizei wurde gegen 9.15 Uhr alarmiert, dass eine Person in der Nähe eines Wohnhauses in Epagny FR Schüsse abgegeben habe. Ein Mann sei dann mit einer Langwaffe in das Haus eingedrungen. Wenig später brach in der Wohnung ein Feuer aus.
Nachdem der Brand gegen Mittag gelöscht war, fanden die Einsatzkräfte neben der Schusswaffe zuerst eine und später eine zweite tote Person in den Trümmern. Nach ersten Ermittlungen geht die Polizei davon aus, dass eine dieser Personen der mutmassliche Täter sein könnte, welcher die Schüsse abgegeben hatte.
Tatverdächtiger wurde kurz zuvor aus Gefängnis entlassen
Wie mehrere Quellen gegenüber Blick erklären, soll es sich bei dem mutmasslichen Täter um Blerim R.*, ein aus dem Kosovo stammenden Mann in den Vierzigern, handeln. Nach Blick-Informationen drang der ehemalige Heizungsmonteur bewaffnet in die Villa ein und tötete seine eigene Frau, die dort gerade als Putzfrau ihrer Arbeit nachging. Daraufhin soll er das Haus in Brand gesetzt und sich das Leben genommen haben.
Den Quellen zufolge war Blerim R* gerade aus dem Gefängnis entlassen worden. Seine Frau hatte demnach zuvor Strafanzeige wegen häuslicher Gewalt eingereicht. Sie soll zudem die Scheidung eingereicht haben.
Blerim R.* machte nach Blick-Informationen keinen Hehl aus seiner «ernsthaften Vorliebe für Waffen» und zeigte sogar Kollegen gerne Stücke aus seiner Sammlung, darunter auch einigen in seinem Heimatland. «Er hat mir mehrmals gezeigt, dass sie ihm rechtmässig gehören», verriet ein Mann, der ihn persönlich kannte, gegenüber Blick. Laut seinem Facebook-Profil scheint er zudem politisch aktiv gewesen zu sein.
Das verstorbene Paar hatte vier Kinder, darunter auch einen erwachsenen Sohn, der im selben Unternehmen arbeitet, wie sein Vater einige Jahre zuvor.
Beide Opfer lebten nicht in der Villa
Der Bürgermeister der Stadt, Jean-Pierre Doutaz, erklärte gegenüber «La Liberté», dass die beiden Opfer nicht ortsansässig waren, was die Polizei bestätigte. Die 81-jährigen Hausbesitzer, die einzigen Bewohner, waren nicht betroffen und wurden in Sicherheit gebracht. Laut «Le Matin» erhalten sie psychologische Betreuung aufgrund der traumatischen Erlebnisse in ihrem Haus. Die Ermittlungen dauern an, um Licht in diesen mysteriösen Fall zu bringen.
Nach der Alarmierung sicherten mehrere Patrouillen und Spezialeinheiten der Polizei die Gegend und evakuierten Personen aus der Nähe des Wohnhauses. Zudem sperrten die Einsatzkräfte das Gebiet ab. Die Hauptstrasse zwischen La Tour-de-Trême und Epagny war bis am späten Nachmittag für den Verkehr unterbrochen.
Während der Löscharbeiten koordinierten Feuerwehr und Polizei ihre Einsätze. Die Bevölkerung war nach Angaben der Polizei nicht gefährdet.
Gemäss Freiburger Kantonspolizei steht die formelle Identifizierung der beiden Toten immer noch aus. «Wir haben ein paar Vermutungen, doch der Zustand der Leichen erlaubte es uns bisher nicht, diese eindeutig zu bestätigen», sagt Mediensprecher Martial Pugin zu Blick.
* Name geändert