Darum gehts
- 330'000 Deutsche leben bereits in der Schweiz, mehr als jeweils in Österreich oder Spanien
- Schweizer Firmen suchen Fachkräfte; Deutsche finden bessere Jobchancen und höhere Löhne als daheim
- Starker Franken, direkte Demokratie und stabile Institutionen gelten als weitere Gründe für den Zuzug
Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» adelt die Schweiz als «Sehnsuchtsland der Deutschen». Längst locken nicht mehr nur die Berge – unsere Nachbarn suchen eine verlässliche Zukunft. Doch was macht unser Land für unsere Nachbarn so unwiderstehlich?
Während in Deutschland viele über Wirtschaft und Politik klagen, bietet die Schweiz Top-Perspektiven: Traumjob, starker Franken, verlässliche Politik. Das zeigt sich in den Zahlen: 330'000 Deutsche leben bereits in der Schweiz – mehr als in Österreich oder Spanien. Johannes Ritter erklärt die Beweggründe der Deutschen. Der deutsche FAZ-Journalist schreibt selbst von Zürich aus.
Arbeitsmarkt: Hier winkt die Karriere
«Die Schweizer Wirtschaft ist robuster, produktiver und wachstumsstärker als die deutsche», lobt Ritter. Für Deutsche wird der Jobwechsel über die Grenze damit attraktiv. Oft winken bessere Chancen und deutlich höhere Löhne.
Trotz teurer Krankenkasse und Kita lohnt sich der Wechsel für viele: Das höhere Gehalt macht die Mehrkosten wett. Dazu kommt der schwache deutsche Arbeitsmarkt, der die Schweiz noch attraktiver macht.
Wirtschaft und Währung: Der Franken lockt
Deutschland kämpft mit schwacher Konjunktur – die Schweiz setzt auf wirtschaftliche Freiheit, tiefe Steuern und innovative Unternehmen. Statt alte Industrien mit Milliardenhilfen künstlich am Leben zu halten, müssen sich Firmen dem Wettbewerb stellen und laufend neue Ideen liefern. Der Liberalismus zahlt sich aus: Besonders die Pharmaindustrie, Techfirmen und spezialisierte Unternehmen sorgen für Power.
«Der starke Schweizer Franken treibt zusätzlich dazu an, produktiver und innovativer zu werden», führt Ritter weiter aus. Das Fazit für Deutsche: sichere Währung, solide Wirtschaft, Top-Gehalt!
Stabile Politik: Weniger Drama, mehr Verlässlichkeit
Ein weiterer Pluspunkt ist die politische Stabilität. Die Schweiz steht für direkte Demokratie, klare Institutionen und Verlässlichkeit. Abstimmungen statt Dauerwahlkampf, Kompromisse statt ständiger Richtungswechsel: Das überzeugt.
Kritik an der Schweizer Behäbigkeit lässt Ritter zwar nicht aus, sieht darin aber auch Vorteile: «Umgekehrt bewahrt die notorische Langsamkeit des politischen Prozesses zuweilen auch vor Dummheiten.» Gerade im direkten Vergleich scheint die Kontinuität verlockend zu sein. Für viele Deutsche klingt das Schweizer System nach einer willkommenen Portion Verlässlichkeit.