VA Unfall Walenstadt
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«Der ist unter totalem Drogeneinfluss»:Video zeigt den Mann aus dem Auto stürzen

Fahrunfähiger Unfallfahrer erklärt, wie es zur merkwürdigen Episode in Walenstadt SG kam
«Ich hatte nur ein Wodka-Cola intus!»

Diese Fahrt hätte schlimm enden können! Auf der Sarganserstrasse in Walenstadt SG traf ein genervter junger Autofahrer auf einen offensichtlich betrunkenen Lenker. Mit viel Glück gab es nur Blechschaden und einen grossen blauen Fleck! Roberto T. beteuert gegenüber Blick seine Unschuld: «Ich hatte nur einen Wodka-Cola intus!»
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Roberto T.* (58) erklärte Blick, was aus seiner Sicht am 24. Oktober auf der Sarganserstrasse passiert war.
Foto: Ralph Donghi

Darum gehts

  • Auf der Sarganserstrasse fuhr ein Auto Schlangenlinien, dahinter wurde gefilmt
  • Beim Aussteigen rollte sein Auto los, der 58-Jährige wurde mitgeschleift und landete am Hang
  • Die Polizei stufte ihn als fahrunfähig ein und nahm den Ausweis ab

Dieser Crash mit anschliessender Fahrerflucht ist wirklich ungewöhnlich: Blick liegt das ganze Geschehen als Video vor. Die Polizei hat die Eckdaten bestätigt.

Auf der Sarganserstrasse fährt am 24. Oktober ein rotes Auto in Richtung Walenstadt. Der Fahrer (58) fährt aber Schlangenlinien. Es ist gut erkennbar, dass etwas nicht stimmt. Der Lenker (30) hinter ihm beschimpft den Vordermann mit derben Schimpfwörtern. Dabei wird alles auf Video festgehalten.

Er bemerkt dabei nicht, dass er viel zu nahe aufrückt. Er hupt. Da bremst das Auto vor ihm abrupt – Crash! Alles ist auf Video.

Was ebenfalls auf der Aufnahme zu sehen ist: Der Lenker vor ihm fuhr kurz vor dem Crash mit 64 km/h, also etwa eine angepasste Geschwindigkeit. Die beiden Autos befinden sich in einer 60er-Zone.

Lenker wird mitgeschleift

Dann wird es bizarr: Beim vorderen Auto geht die Türe auf, gleichzeitig setzt sich das Auto wieder in Bewegung. Der Lenker rutscht aus dem Auto und hält sich an der Türe fest. Er wird mitgeschleift. Das Auto überquert die Gegenfahrbahn und kracht mit der linken Seite gegen einen Markierungspfosten.

Der Lenker des hinteren Autos folgt ihm und parkt daneben. Der 30-Jährige filmt weiter und fragt, was los sei. «Bist du betrunken? Was hast du konsumiert?» Der 58-Jährige aber steigt ins Auto und schimpft zurück: «Du darfst nicht filmen, ich bin Schweizer», sagt er. Dann fährt er davon.

«Ich schaute aufs Handy»

Blick stöbert den Schlangenlinienfahrer auf. Er ist bereit, über den Vorfall zu sprechen. Wir dürfen ihn in Video und Foto zeigen. Der 58-jährige Roberto T.* erzählt aus seiner Sicht, was passiert ist: «Ich war unterwegs zu meiner Partnerin», sagt er.

Er sei sich schon bewusst gewesen, dass er ein bisschen abgelenkt war: «Ich hörte eine Benachrichtigung vom Handy und wollte nachschauen. Es funktionierte aber nicht, weil es irgendwie mit dem Infotainment des Autos gekoppelt war», sagt er.

Der Wagen hinter ihm sei ihm aufgefallen. Der sei ihm zu nahe aufgesessen, sagt er. «Als er hupte, wollte ich mit ihm reden, was los ist», erzählt er weiter. «Als ich bremste, fuhr er mir hinten rein.»

VA Unfall Roberto T. Walenstadt
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Roberto T. (58)* spricht nach Unfall:«Ich war nicht betrunken oder so»

«Ich bin ein Vollidiot»

Dass sein Auto dann während des Aussteigens losfuhr, sei sein Fehler gewesen. «Ich bin ein Vollidiot», sagt er. Er habe ein neues Auto. Da sei alles anders. «Früher musste man, um ins ‹P› zu schalten, nach vorne drücken. Als ich das machte, begann er zu rollen!» Dann habe er versucht das Auto zu stoppen, darum habe er sich an die Türe gehängt.

Dann behauptet er, er sei überhaupt nicht betrunken gewesen. «Ich hatte um 11 Uhr nur ein Wodka-Cola, quasi als Appetitanreger. Ich bin erst so um 15 Uhr losgefahren, da muss doch der Alkohol schon wieder weg sein.»

Die Polizei ist da anderer Meinung. Auf Anfrage schreibt die Kapo St. Gallen: «Er wurde als fahrunfähig eingestuft und musste seinen Führerausweis auf der Stelle abgeben.»

Nach der Alarmierung hatte die Polizei zuerst nur das verlassene Auto gefunden. Wenig später haben sie auch den 58-jährigen Lenker ausfindig gemacht. Zudem bestehe der Verdacht, dass er einen Schikanenstopp durchgeführt hatte.

Eine Flasche Prosecco

Auch für den hohen Alkoholpegel hat Roberto T. eine Erklärung: «Als ich in der Wohnung meiner Partnerin ankam, war ich völlig fertig. Ich habe gezittert und geblutet. Im Kühlschrank stand eine Flasche Prosecco. Ich habe sie leergetrunken wie eine Flasche Wasser. Einfach um runterzukommen. Dann ging ich schlafen.»

Zwei bis drei Stunden später sei dann die Polizei gekommen. «Ich durfte nicht einmal auf Toilette», beklagt er sich. «Sie legten mir gleich Handschellen an und brachten mich ins Spital zum Bluttest.» Sein Auto hätten sie abgeschleppt. Das sei jetzt in Reparatur.

Roberto T. scheint sich nicht ganz bewusst, wie gefährlich seine Fahrt hätte werden können. Gegenüber Blick sagt er, dass ja noch nicht klar sei, wie viel Alkohol im Blut war. Er fragt sogar: «Warum wurde mir der Ausweis weggenommen?»

* Name geändert

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