F-35 und das Projekt Rigi
Da warens nur noch 3

Die Ruag sollte in Emmen vier Schweizer F-35-Kampfjets montieren. Doch nun gibts einen Kampfjet weniger.
Kommentieren
1/4
Die Ruag wird im Rahmen des Projekts Rigi drei Schweizer F-35-Jets warten.
Foto: imago/NurPhoto
Raphael Rauch, Ringier
Raphael RauchBundeshausredaktor

Vor einem Jahr gaben das VBS und der staatliche Rüstungsbetrieb Ruag bekannt: Vier der 36 für die Schweiz bestellten Kampfflugzeuge des Typs F-35 sollen bei der Ruag in Emmen LU endmontiert und getestet werden. Doch diese Ankündigung ist von der Realität eingeholt worden.

Der angebliche Schweizer Fixpreis für den US-Kampfjet ist Geschichte. Die drastischen Teuerungen bei den Amerikanern machen die Schweizer Bestellung kleiner. Weil das Volk bei der Abstimmung von 6 Milliarden ausgegangen ist, werden es weniger Kampfjets als 36. Das hat auch Konsequenzen für das Projekt Rigi, wie Recherchen von Blick zeigen. Statt den vier Kampfflugzeugen werden in Emmen nur noch drei Schweizer Kampfjets montiert. Weniger Arbeit für die Ruag bedeutet weniger Geld und weniger Skaleneffekte.

Das Projekt Rigi war VBS-intern umstritten. Offsetgeschäfte verteuern die Beschaffung massiv. Es wäre günstiger, fertig gebaute Flieger direkt aus den USA zu importieren, als Millionen an Steuergeldern in den Staatsbetrieb Ruag zu pumpen. Politisch hingegen sind Offsetgeschäfte gewollt. Die damalige VBS-Vorsteherin Viola Amherd (64, Mitte) wischte Bedenken weg und verwies auf den Nutzen für die Schweizer Wirtschaft, aber auch auf die Entwicklung von militärischem Know-how.

Ruag bemüht sich um Aufträge

Volkswirtschaftlich hingegen ist der Effekt jedoch irrelevant. «Unter Annahme einer Vollbeschäftigung der Schweizer Wirtschaft führen Offsetgeschäfte, gleich wie Armeeaufträge an schweizerische Unternehmen, zu keinem volkswirtschaftlichen Nutzen», heisst es in einem internen Papier des VBS, das Blick vorliegt. «Würden die Offsetgeschäfte nicht anfallen, müsste nach dem Opportunitätsprinzip davon ausgegangen werden, dass andere Aufträge gewonnen und ausgeführt werden könnten.»

Wie viel Know-how und welche Skaleneffekte die Ruag mit drei Kampfjets erwirbt, muss sie nun beweisen. Die Ruag bemüht sich darum, Aufträge aus anderen Ländern an Land zu ziehen. Kommende Woche möchte sie die Öffentlichkeit darüber informieren.

F352_Bildschirmfoto 2022-03-18 um 16.41.58.png
3:22
Blick im Kampfjet-Simulator:So fliegt es sich im F-35
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen