Darum gehts
- Schweizer Familie besitzt 60'000 Pokémonkarten, darunter extrem seltene Exemplare
- Sammlung «Jolina Gisèle Collection» könnte im höheren zweistelligen Millionenbereich liegen
- Zwei «Pikachu Illustrator»-Karten steigern Wert, eine solche Karte erzielte 16,5 Mio. Dollar
Pikachu, Glumanda, Schiggy, Bisasam und Co. – die Pokémon, entwickelt vom japanischen Spieleentwickler Nintendo, begeistern schon seit den 90er-Jahren Gross und Klein. Ursprünglich entstanden die putzigen Fantasiefiguren in Videospielen. Über die Jahre hat sich jedoch ein riesiges Pokémon-Franchise entwickelt. Besonders beliebt: Pokémonkarten, die die verschiedenen Wesen darstellen und mit denen man im Duell gegeneinander spielen kann.
Doch die Karten sind nicht nur zum Spielen geeignet. Viele Pokémon-Fans lieben es, die farbenfrohen Karten zu sammeln. Nun ist die wahrscheinlich wertvollste Pokémon-Kartensammlung der Welt aufgetaucht – und das in der Schweiz. Wie CH Media, darunter etwa das «St. Galler Tagblatt», berichtet, besitzt eine Schweizer Familie über 60'000 Pokémonkarten. Viele der Sammlerstücke sind extrem selten und dazu noch in einem makellosen Zustand. Vor einem Monat enthüllte die Deutschschweizer Familie, die anonym bleiben will, die sogenannte «Jolina Gisèle Collection» auf einer eigenen Webseite und auf Instagram.
Sammlung im höheren zweistelligen Millionenbereich
Der Preis einer Pokémonkarte für Sammler hängt von der Seltenheit und ihrem Zustand ab. Hat die Karte Kratzer, sind Ecken abgeknickt oder sind die Motive verblichen? Offiziell bewertet werden Sammelkarten aller Art vom Unternehmen Professional Sports Authenticator (PSA).
Über den Wert der Sammlung will sich die Schweizer Familie nicht äussern. Laut Schätzung des «St. Galler Tagblatts» dürfte der Wert der gesamten Sammlung jedoch im höheren zweistelligen Millionenbereich liegen. Alleine zwei sogenannte «Pikachu Illustrator»-Karten mit hohen Bewertungen dürften den Preis der Sammlung enorm steigern. Unter Sammlern sind diese seltenen Karten extrem begehrt. Eine Illustrator-Karte mit PSA-Bewertung 10 versteigerte der Youtuber Logan Paul Anfang des Jahres für 16,5 Millionen Dollar (über 12 Millionen Franken).
Familie denkt über Verkauf der wertvollen Sammlung nach
Die Sammelleidenschaft der Schweizer Familie begann 2013, als die heute 20-jährige Tochter (auf Social Media bekannt als Jolina Gisèle) damals im Primarschulalter mit dem Sammeln von Pokémonkarten begann. In der Schule fand sie dadurch leichter Freunde und ein gemeinsames Hobby mit ihrem Vater, der sich der Sammelleidenschaft bald anschloss, erzählt die Familie gegenüber dem «St. Galler Tagblatt». Der Unternehmer baute sich bald ein Netzwerk auf, das Zugang zu seltenen Karten hat – insbesondere im Ursprungsland Japan.
Trotz ihres Sammelfiebers denkt die Familie mittlerweile über einen Verkauf der Sammlung nach. «Sie ist mittlerweile eher eine Belastung geworden», sagt Jolinas Mutter gegenüber der Ostschweizer Zeitung. Aus Sicherheitsgründen habe die Familie die Sammlung mittlerweile an einen sicheren Ort ausgelagert.
Mit ihrer Sammelleidenschaft ist die Schweizer Familie nicht alleine. Immer wieder gibt es Menschen, die sich aussergewöhnliche Kollektionen aufbauen.
Die grösste Legosammlung der Welt
Mit fünf Jahren bekam Miloš Křeček seine ersten Lego-Steine geschenkt. Mittlerweile besitzt der Tscheche über 6000 Lego-Sets. Damit ist er offizieller Weltrekordhalter der grössten Legosammlung der Welt. Im Juni 2024 bestätigte ihm das Guinnessbuch der Rekorde den Besitz von 6005 Lego-Sets. Zunächst lagerte er seine Sammlung noch zu Hause, mittlerweile hat er jedoch mehrere Lego-Museen in Tschechien eröffnet. Einige seiner Ausstellungsstücke sind inzwischen sehr begehrt; die Wolkenstadt aus Star Wars etwa wird für über 10'000 Dollar (rund 7800 Franken) gehandelt.
Die grösste Barbie-Sammlung der Welt
Einem ganz anderen Spielzeug hat sich die deutsche Sammlerin Bettina Dorfmann gewidmet. 18'500 Barbie-Puppen besitzt Dorfmann – und steht damit ebenfalls im Guinnessbuch der Rekorde. In ihrer Sammlung befindet sich etwa die erste Original-Barbie von 1959. Als Kind spielte die gelernte Gross- und Aussenhandelskauffrau gerne mit Barbies, bis sie die aufbewahrten Puppen im Alter von etwa 30 wieder für sich entdeckte, erzählt sie gegenüber «Deutschlandfunk». Mittlerweile betreibt sie auch eine Barbie-Klinik, in der sie die Puppen repariert.
Hot Wheels-Sammlung im Millionenwert
Der US-Immobilienmakler Bruce Pascal besitzt über 4000 Hot-Wheels-Autos. In seiner Kollektion befinden sich seltene Prototypen der kleinen Spielzeugautos. Sein wertvollstes Stück ist das seltenste Hot Wheels Modell aller Zeiten: der seltene Prototyp «Pink Beach-Bomb #1». Von diesem Modell existieren weltweit nur zwei Exemplare, heisst es auf Pascals Webseite. Der Wert der Sammlung wird auf über 1,8 Millionen Dollar (rund 1,4 Millionen Franken) geschätzt.