Kurdisch, schwul, erfolgreich
Deutschrapper feuert gegen AfD-Weidel und ihre Schweizer Partnerin

Baran Kok nennt sich selbst den «ersten schwulen kurdischen Rapper». In seiner neuen Single stichelt er gegen AfD-Chefin Alice Weidel und ihre Partnerin Sarah Bossard.
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AfD-Chefin Alice Weidel und ihre Partnerin Sarah Bossard leben in Einsiedeln SZ.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Baran Kok schiesst in seiner neuen Single «Boss hart» gegen AfD-Chefin Alice Weidel und ihre Partnerin Sarah Bossard.
  • Nach dem CSD-Anschlag sammelte der homosexuelle Rapper über 90'000 Euro für den guten Zweck.
  • Kok legte sich auch mit dem Deutschrap-Urgestein Fler an.
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Anna Clara KohlerRedaktorin Politik

«Alice Weidel, Lesbe, Frau», singt der Deutschrapper Baran Kok in seiner neusten Single. Der «erste schwule kurdische Rapper», wie sich Kok selbst nennt, veröffentlichte am Freitag einen Song unter dem Titel «Boss hart». Der Titel reimt sich bewusst auf den Nachnamen der Lebenspartnerin der AfD-Chefin Alice Weidel, Sarah Bossard. Ihre lesbische Beziehung ist Teil der Pointe des Songs.

In einer Zeile des Refrains heisst es: «Ich fick’ die AfD, als wär’ ich Sarah Bossard». Das in Einsiedeln SZ lebende Paar sorgte in Deutschland wie der Schweiz immer wieder für Schlagzeilen. In Deutschland dreht sich die Diskussion meist um Weidels privaten Lebensmittelpunkt im Ausland – und um ihre Familiensituation, die nicht ins Leitbild der AfD passt: Ihre Partei propagiert, dass eine Familie aus Mann und Frau bestehen soll.

Name mit Doppeldeutigkeit

Trotzdem ziehen sie und Sarah Bossard gemeinsam zwei Söhne gross. Hierzulande ging es in Berichten vor allem um den Wegzug aus Biel BE und darum, dass Weidel in der Schweiz keine Steuern zahle. Bis Redaktionsschluss haben weder Sarah Bossard noch Alice Weidel auf Anfragen zu Baran Koks Aussagen reagiert.

Wer ist dieser Deutschrapper, der sich nun mit der AfD-Chefin und ihrer Schweizer Ehefrau anlegt? «Ich mache Musik über Schwänze», sagt Kok gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ARD in einem Interview. Der 26-Jährige kam in Istanbul auf die Welt, wuchs in Freiburg im Breisgau auf. Mittlerweile wohnt er in Berlin.

Kok spielt in seiner Kunst mit der Doppeldeutigkeit seines Nachnamens: Er erinnert an den englischen vulgären Ausdruck für Penis, «Cock». Koks erste EP erschien im April dieses Jahres. Bereits 2022 legte er als DJ für die deutsche Sängerin Domiziana auf.

Benefizkonzert mit Herbert Grönemeyer

Viele der grossen Namen in der deutschen Rap-Szene haben wie Kok kurdische Wurzeln – mit dem Unterschied, dass er über Männer statt Frauen rappt. Als es diesen Sommer zu einem islamistischen Anschlag auf den Berliner CSD kam – die jährliche Demo für Rechte von queeren Menschen – organisierten Kok und sein Team ein Benefizkonzert unter dem Motto «Fresse auf für queere Freiheit». Gemeinsam mit Stars wie Herbert Grönemeyer sammelten sie mehr als 90'000 Euro.

Streit mit Deutschrap-Urgestein

Mit seiner Kunst schiesst Kok nicht nur gegen die AfD-Chefin und ihre Partnerin. In seinem Song «Scheiss auf HipHop» disst er auch das Deutschrap-Urgestein Fler mit der Zeile «Du bist ein Opfer, weil du glaubst Tätern/ Wenn ich Fler schlage, bin ich dann ein Frauenschläger?».

Fler hatte zuvor in einem Podcast indirekt behauptet, dass Kok einen Auftritt beim «Splash!», dem grössten Hip-Hop-Festival Deutschlands, nur aufgrund seiner Sexualität bekommen habe.

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