Der Künstler traf sie 50 Mal
Picassos Lieblings-Luzernerin ist gestorben

Trauer um Angela Rosengart: Die Luzerner Kunsthändlerin ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Pablo Picasso hatte sie mehrmals gemalt, ihr aber nie Avancen gemacht.
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Angela Rosengart ist am Dienstag im Alter von 94 Jahren gestorben.
Foto: Thomas Meier

Darum gehts

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  • Angela Rosengart, Luzerns Kunstikone, starb am Dienstag im Alter von 94 Jahren
  • Sie kannte Pablo Picasso persönlich, der sie mehrfach porträtierte
  • Das Rosengart-Museum zeigt über 50 Besuche bei Picasso und Meisterwerke
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Raphael RauchBundeshausredaktor

Sie war Luzerns Grande Dame und eine der prägenden Frauen der Schweizer Kunstwelt: Angela Rosengart. Am Sonntag noch feierte sie ihren 94. Geburtstag, am Dienstag ist sie nach Blick-Informationen in Luzern verstorben.

Angela Rosengart galt als letzte lebende Schweizerin, die Picasso persönlich gekannt hatte. Als Tochter des Kunsthändlers Siegfried Rosengart hatte sie Kontakte zu den wichtigsten Künstlern der damaligen Zeit. Besonders eng war ihre Verbindung zu Picasso, den sie über 50 Mal in Frankreich besucht hatte und der sie mehrfach porträtierte.

Erst Spaziergang, dann Porträt

Die Zeichnungen Picassos, die Angela Rosengart zeigen, zählen heute zu den herausragenden Werken des Museums Rosengart in Luzern. Dieses Haus wurde zu Angela Rosengarts Lebenswerk. Ausser Picasso begeistern Werke von Klee, Matisse, Miró, Monet und Cézanne die Besucher.

Der Zufall brachte Künstler und Muse zusammen. 1954 spazierte Angela Rosengart als 22-Jährige mit ihrem Vater in Südfrankreich durch das Dorf Vallauris. Sie kamen mit Picasso ins Gespräch – und plötzlich sagte er: «Kommen Sie morgen vorbei, ich mache ein Porträt von Ihnen.» Anderntags sass sie in seinem Atelier auf einem Sofa. 

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«Picasso machte mir nie Avancen»

Vor drei Jahren sagte Angela Rosengart zu Blick: «Ich hatte das Gefühl, er röntge mich mit seinem Blick. Ich fühlte mich durchbohrt. Es war ein Blick, der mich aufgefressen hat.» Die Sitzung habe nur eine halbe Stunde gedauert – und trotzdem habe sie sich danach ausgelaugt gefühlt.

«Picasso machte mir nie Avancen», sagte Angela Rosengart. Doch er prägte sie. Der «Schweizer Illustrierten» sagte sie einmal: «Ich stand stets im Schatten meines Vaters. Picasso war der erste Mann, der mich als Persönlichkeit wahrnahm – und auch so behandelte.»

Mit dem Tod Picassos 1973 sei für sie eine Epoche zu Ende gegangen, sagte Angela Rosengart. Nun geht auch für Luzern ein Kapitel zu Ende. Doch das Vermächtnis von Angela Rosengart bleibt: in einem Museum, das ihren Namen trägt und an Picassos Lieblings-Luzernerin erinnert.

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