Chefetage im Umbau
Sergio Ermotti und Aleksandar Ivanovic – das künftige Powercouple der UBS?

UBS-Chef Sergio Ermotti steht vor einem Wechsel in den Verwaltungsrat. Als CEO-Nachfolger hochgehandelt wird der Schweizer Aleksandar Ivanovic (49). Warum das kein schlechter Schritt für die Bank wäre.
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Sergio Ermotti könnte frühestens im April 2027 in den UBS-Verwaltungsrat wechseln.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Sergio Ermotti tritt Ende 2026 oder Anfang 2027 als UBS-CEO zurück
  • Aleksandar Ivanovic gilt als Favorit für das Chefbüro der UBS
  • Ivanovic leitet die Asset-Management-Sparte und begann Karriere bei UBS
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Beat SchmidWirtschaftsredaktor

Es ist der Anfang vom Ende der Ära Ermotti. Diese Woche bekräftigte der 65-jährige Tessiner Banker, dass er frühestens Ende 2026 oder Anfang 2027 von seinem Posten als CEO der Grossbank zurücktreten werde. Es wird bereits sein zweiter Rücktritt vom operativen Spitzenjob der wichtigsten Bank der Schweiz sein.

Doch im Unterschied zu seinem letzten Rücktritt vor sechs Jahren – als er danach zu Swiss Re in den Verwaltungsrat wechselte – dürfte seine Karriere bei der UBS weitergehen, im höchsten Leitungsgremium der Bank. Ein Wechsel in den Verwaltungsrat ist frühestens im April 2027 möglich. Nämlich dann, wenn er im November 2026 seine CEO-Rolle abgibt und sich einem sechsmonatigen «Cooling-off» unterzieht. Rechtlich ist eine Abkühlphase zwar nicht vorgeschrieben, doch sie gehört zur guten Governance-Praxis.

Das wäre die Schnellzugvariante. Eine andere Variante wäre die Wahl im Herbst 2027 im Rahmen einer ausserordentlichen Generalversammlung oder erst im April 2028, was die Bummlervariante wäre. Wie es auch kommt: Wenn Sergio Ermotti einmal in den Verwaltungsrat gewählt ist, wird es nicht lange dauern, bis er das Präsidium übernimmt. Der amtierende Chairman Colm Kelleher (68) hat signalisiert, dass er sich Ermotti als seinen Nachfolger wünschen würde.

Wer zieht ins Eckbüro an der Bahnhofstrasse?

Die Frage, die vor allem die Bänklerszene an der Bahnhofstrasse 45 in Zürich bewegt, ist: wer ins Eckzimmer im zweiten Stock einziehen wird – wo sich traditionell das Chefbüro befindet? Gesicherte Informationen gibt es nicht. Doch ein Kandidat scheint derzeit oben auszuschwingen: Aleksandar Ivanovic (49), Leiter der Asset-Management-Sparte der UBS. 

Der Schweizer hat einen ähnlichen Hintergrund wie Ermotti. Ivanovic begann seine Karriere mit einer Banklehre bei der UBS. Später zog es ihn nach London ins UBS-Investmentbanking, er wechselte zur US-Grossbank Morgan Stanley und kehrte mit einem Master der London Business School in die Schweiz zur UBS zurück, wo er ab 2018 kontinuierlich die Karriereleiter hochstieg.

Die Abteilung Asset Management, die er leitet, kümmert sich um sogenannte institutionelle Kunden – das sind Grossinvestoren wie Pensionskassen, Versicherungen oder grosse professionelle Privatinvestoren. Leute, die mit ihm zu tun hatten, beschreiben ihn als kompetent, verlässlich und umgänglich. «Er kann es gut», sagt ein Investor.

Ivanovic ist der Anti-Khan

Auch bankintern macht er scheinbar vieles richtig. Seine Abteilung, die innerhalb der UBS lange im Schatten der grossen drei stand – Wealth Management, Schweiz und Investmentbanking –, hat unter Ivanovic an Profil gewonnen. Er kommt bei den eigenen Leuten gut an, gilt als integer und scheint kein Ego-Banker zu sein. Und, besonders wichtig, er versteht sich gut mit Sergio Ermotti.

Als Banker und Mensch unterscheidet er sich 180 Grad von Iqbal Khan (49), dem Co-Chef des Wealth Management. Khan hegt zwar grosse CEO-Hoffnungen, aber mit seiner forschen, vielleicht schon überambitionierten Art polarisiert er stark – nicht nur intern, sondern auch in der Finanzszene und bei Kunden. Sein tumultöser Wechsel von der CS zur UBS, Flops mit Produkten sowie seine Vergangenheit aus der «Rotten-Culture»-CS, wie die Bilanz schrieb, drücken auf seine Chancen.

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