VA Brand Waffenladen Thun
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Leservideo zeigt Löscharbeiten:Feuerwehr am Donnerstagmorgen im Einsatz

Brandanschlag auf Thuner Waffenfabrik – jetzt redet der Firmenchef
«Es sieht aus wie im Krieg»

In der Nacht auf Donnerstag verübten Unbekannte einen Anschlag auf den Thuner Waffenhersteller B&T. Firmenchef Karl Brügger verdächtigt Linksradikale. Ein Video könnte das bestätigen.
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Grosse Zerstörung: Chef der Waffenfabrik B&T Karl Brügger schätzt den Schaden auf bis zu 20 Millionen Franken.
Foto: zVg

Als am Donnerstagmorgen in Thun die Dämmerung einsetzte, stand eine riesige Rauchsäule über der Stadt. In der Nacht geriet der Firmensitz des Waffenherstellers B&T in Brand – ein Video deutet auf einen Anschlag hin.

Bis in den Vormittag dauerte es, ehe die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle hatten. Die oberen zwei Stockwerke des umzäunten Gebäudetrakts wurden schwer beschädigt, wie neue Fotos aus dem Innern der Fabrik zeigen.

Bis zu 20 Millionen Schaden

Jetzt äussert sich zum ersten Mal Firmenchef Karl Brügger. «Es sieht aus wie im Krieg», sagt er zu SonntagsBlick. Brügger geht von einem Schaden von 12 bis 20 Millionen Franken aus. «Wir sind zum Glück versichert. Unsere Existenz ist nicht gefährdet.» Er lasse sich nicht einschüchtern.

Im Internet ist unterdessen ein Video der mutmasslichen Täter aufgetaucht. Schwarz gekleidete Personen schleichen durch das Gebüsch, zünden einen Molotowcocktail an und werfen ihn auf einen Unterstand mit Holzpaletten. Von dort aus griff der Brand auf das Gebäude über.

Schweizer Linksradikale involviert?

Das mögliche Bekennervideo kursiert unter französischen Anarchisten. Aber auch Instagram-Accounts aus der linksradikalen Szene Berns verbreiteten die Aufnahmen weiter. Brügger vermutet deshalb, dass bei der Tat auch Schweizer involviert waren.

Die Echtheit der Aufnahmen ist bisher nicht bestätigt. Die Kantonspolizei Bern prüft sie und sucht Zeugen. Man könne momentan weder zur Täterschaft noch zum Schaden etwas sagen. «Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen.» Brandstiftung stehe bei den Ermittlungen aber im Vordergrund.

Im Visier der Gilets Jaunes

Laut dem Video wurde der Thuner Waffenhersteller angegriffen, weil dort der Gummigeschoss-Werfer LBD 40 hergestellt wird. Die Waffe sorgt in Frankreich schon lange für hitzige Diskussionen. Die französische Polizei setzt sie seit Jahren gegen Protestierende ein. Immer wieder führen die Geschosse zu schweren Verletzungen. Bereits 2019 rief die Protestbewegung der Gilets Jaunes deswegen zur Blockade von B&T auf.

Brügger wehrt sich gegen diese Darstellung. Frankreich benutze nicht die richtige Munition. Statt bei B&T beziehe die französische Polizei die Patronen vom französischen Hersteller Alsetex.

Zum Schluss richtet sich Brügger direkt an die Täter: «Ihr könnt unser Gebäude anzünden, Maschinen zerstören, uns finanziellen Schaden zufügen und unser Management bedrohen. Doch eines werdet ihr niemals schaffen: B&T und unsere Branche in die Knie zu zwingen.»

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