Darum gehts
- Roger Schawinski kritisiert SRG-Sparmassnahmen in offenem Brief an Susanne Wille
- UKW-Abschaltung wird als kapitaler Fehler bezeichnet und sorgt für Diskussionen
- Fast 400 Kommentare unter dem Artikel, Meinungen zur SRG sind geteilt
«Du hast nur eine einzige, jedoch unendlich grosse Aufgabe: Du darfst die epochale Halbierungs-Initiative nicht verlieren, über die wir am 8. März abstimmen werden», beginnt Roger Schawinski (80) seinen offenen Brief an SRG-Generaldirektorin Susanne Wille (51). Blick hatte das Schreiben am Sonntagmorgen exklusiv veröffentlicht.
Schawinski, selbst Medienmacher, hinterfragt die kürzlich von der SRG angekündigten Sparmassnahmen, einschliesslich des Abbaus von 900 Arbeitsplätzen bis 2029. Er argumentiert, dass diese Prognosen die jährliche Zunahme von 40'000 Haushalten nicht berücksichtigen, die zusätzliche Einnahmen generieren würden.
Schawinski fordert Wille auf, klar Stellung zu beziehen
Ein besonders kritischer Punkt in Schawinskis Brief ist die Abschaltung der UKW-Sender durch die SRG. Er bezeichnet dies als «kapitalen Fehler» und erklärt: «Ihr habt Hunderttausende von Gebührenzahlern brutal rausgeworfen. Seit Januar können sie ihre SRG-Lieblingsprogramme nicht mehr empfangen, für die sie trotzdem bezahlen müssen.»
Schawinski fordert Wille auf, klar Stellung zu beziehen und die Möglichkeit einer Wiedereinschaltung der UKW-Sender zu prüfen. Er argumentiert, dass dies nicht nur für die SRG, sondern auch für die Schweiz insgesamt von Vorteil wäre.
UKW-Abschaltung ist ein «Schildbürgerstreich»
Der Brief hat in der Community für rege Diskussionen gesorgt. Über 400 Kommentare finden sich unter dem Artikel.
Heinz Manser schreibt etwa: «Ein Hohn, was Schawinksi hier macht. Denn es ist schlicht falsch, dass die SRG mehr Gebühren durch die Zuwanderung bekommen soll. Der Gebührenbetrag ist seit vielen Jahren gedeckelt. Sein Hauptargument ist also falsch. So etwas darf eigentlich nicht passieren, dass man die Fakten nicht beisammen hat, Fakten auf welchen man die Argumentationskette aufbaut.»
«Es ist nur fair, dass auch die SRG den Gürtel enger schnallt. Die Halbierungsinitiative fordert ja nicht die Abschaffung der SRG, sondern ein gesundes Masshalten», findet Walter E. Kurtz. Auch Xaver Perte hält die Sparmassnahme beim SRF für richtig. «Die SRG ist viel zu gross und aufgebläht, eine Korrektur ist unumgänglich.»
Die UKW-Abschaltung hält er für einen «Schildbürgerstreich». Perte weiter: «Die bewährte Technologie wurde komplett mit Neuem ersetzt, welche leider nur lückenhaften Empfang bietet, besonders unterwegs. Alleine das hat mich schon einen 4-stelligen Betrag gekostet, um alle meine Radios aufzurüsten oder zu ersetzen. Nicht zu vergessen, die unnötige Entsorgung von funktionierenden Geräten.»
«Schawinski und sein letzter, grosser Kampf»
Anderer Meinung ist dagegen Felix Müller. Er schreibt: «Mal eine Frage an die ganzen UKW Liebhaber ist es so schwer, sich ein Dab+ Radio zu kaufen, und dann alle Programme weiterzuhören.»
Auch Marco Fischer braucht kein UKW. Schawinski «will UKW zurück? Dann können wir ja gleich auch das gute alte C-Netz wieder aufmachen, ich hätte noch ein Autotelefon im Keller». Und Mats Olsen meint dazu: «Schawinski und sein letzter, grosser Kampf für eine Technologie, die nur noch läuft, damit die Boomer weiterhin Radio hören können, aber vielleicht hat er ja recht, weil ja auch nur die Boomer noch Radio hören.»
«Das macht die SRG so wertvoll»
Die Kritik an der SRG kann Günthi Landolt nicht verstehen: «Das Schweizer Fernsehen ist top. Von Tagesschau, Sport, Informationssendungen bis zu Unterhaltung und Spielfilmen, vieles oder sogar das meiste ist richtig toll.» Sandro Serna betont ebenfalls, wie gut und wichtig die SRG ist. «Ich zahle gern etwas für unabhängigen, echten Journalismus, der eben nicht durch die Abhängigkeit von Werbung korrumpiert ist. Das macht die SRG so wertvoll und darauf sollte sie sich (wieder) fokussieren.»
Michael Gerber hat noch einen Vorschlag, um Geld einzusparen. «Für mich unverständlich, warum man die Gebühren nicht über die Steuern einzieht. Die teure Verwaltung der Serafe könnten wir so einsparen. Ich behaupte, dass kein Mensch in der CH nicht auf irgendeine Weise SRF konsumiert, auch wenn das einige in diesem Chat behaupten. Über die Steuern eingezogen, würden 200 Franken locker reichen.»