Darum gehts
- Schweiz erlebt eisige Temperaturen, mehrere Regionen mit zweistelligen Minusgraden
- La Brévine NE meldet minus 30,3 Grad, tiefster Wert der Nacht
- Alp Hintergräppelen SG sogar minus 35,2 Grad am 5. Januar
Eiseskälte liegt über der Schweiz: Ein Blick auf die Karte zeigt am Dienstagmorgen in La Brévine minus 28 Grad an. Im Rheintal sind es minus 16 Grad. Bern kommt auf minus 13 Grad, Zürich auf minus 10 Grad. Fazit: Keine einzige Station ist im positiven Bereich. Am «wärmsten» ist es in Poschiavo GR mit minus 0,9 Grad.
Die Wetterexperten von Meteo News wählten in einem Post auf ihrem französischsprachigen X-Account mehrere Superlative. «Diese Nacht war mit Abstand die kälteste des Winters. Solche Temperaturen wurden in der Schweiz seit mehreren Jahren nicht mehr gemessen.» Die Meteorologen erwähnen Temperaturen, die «regelmässig zwischen -10 und -13 Grad in niedrigeren Lagen nördlich der Alpen» lagen.
In mehreren Regionen war das Thermometer in der Nacht auf Montag bereits in den zweistelligen Minusbereich abgesunken. Den kältesten Start in die Woche verzeichnete La Brévine NE – minus 30,3 Grad wurden gemessen! Der Ort im Neuenburger Jura wird als Sibirien der Schweiz bezeichnet und wurde diesem Ruf einmal mehr gerecht. Auf der Alp Hintergräppelen im Kanton St. Gallen kühlte es gar auf minus 35,2 Grad ab.
Ein Ende des Bibberns ist noch nicht in Sicht. Laut Meteorologe Klaus Marquardt löst sich der Hochnebel im Flachland langsam auf. Aufgrund der kalten Luftmasse sinken die Temperaturen in den Minusbereich.
Hochnebel löst sich auf, Temperaturen sinken
Es bleibt frostig. «Es kann im Flachland durchaus Werte im zweistelligen Minusbereich geben.» Bis anhin war das noch nicht der Fall, denn «der Hochnebel wirkte wie eine Decke».
In den Alpen dominiert die Sonne bei Dauerfrost. Wer Ski fährt oder sich draussen aufhält, muss sich also warm einpacken. «Es wird eisig kalt», so Marquardt.
«Giftiges Sturmtief» kommt
Ab Donnerstag ändert sich das Wetter allmählich. «In der Nacht beginnt es in den Bergen zu schneien und die Bewölkung verdichtet sich.» Am Nachmittag zieht von Westen her Niederschlag auf. Während in der östlichen Landeshälfte noch Schnee dominiert, steigt die Schneefallgrenze von Westen nach Osten her kontinuierlich an (auf 1200 bis 1500 Meter). Auf ungesalzenen Strassen und Gehwegen besteht vorübergehend akute Glättegefahr.
«Es bildet sich ein giftiges Sturmtief, das vom Ärmelkanal über die Benelux-Staaten bis nach Deutschland kommt», erklärt Marquardt. Wie stark dieses genau ausfällt, könne man noch nicht abschliessend sagen. «Es passiert aber definitiv etwas.» Klar ist: Die Schweiz wird von den Windfeldern des Tiefs erfasst, was zu Orkanböen führen könnte. Am Wochenende dürfte die Schneefallgrenze dann wieder leicht sinken. Die Lage bleibt jedoch dynamisch.
Tipps gegen Kälte
Bei Temperaturen weit unter null ist Vorsicht geboten. Experten raten zu mehreren isolierenden Kleidungsschichten, einer winddichten Jacke sowie Mütze, Handschuhen und warmem Schuhwerk. Ungeschützte Haut kann bereits nach kurzer Zeit auskühlen. Wer länger draussen unterwegs ist – etwa beim Skifahren oder Spazieren – sollte regelmässig Pausen in beheizten Räumen einlegen und ausreichend trinken.