Berner Paar musste Hündin einschläfern – jetzt hat die Post die Asche verloren
«Es ist, als hätten wir Zoi ein zweites Mal verloren»

Schweren Herzens mussten Viviane und Bastian Beuggert Hündin Zoi (†18) im Dezember einschläfern. Doch die Asche, aus der sie einen Diamanten machen lassen wollten, ging auf dem Postweg verloren.
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Viviane und Bastian Beuggert wollten zur lebenslangen Erinnerung aus Zois Asche einen Diamanten anfertigen lassen.
Foto: zVg

Darum gehts

  • Die Asche ihrer verstorbenen Hündin Zoi ging auf dem Postweg verloren, die Besitzer sind schwer betroffen
  • Luftpolstercouvert riss auf, 300 Gramm Asche sind spurlos verschwunden
  • Tierkrematorium informierte das Paar erst elf Tage nach Verlust
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Sandra MarschnerRedaktorin News-Desk

«Zoi hat mich gefunden und ausgewählt», erzählt Viviane Beuggert (51) im Gespräch mit Blick. Damals lebte die Bernerin auf Kreta. Eines Tages sprang eine junge hellbraune Hündin neben ihrem Auto her. Sie rettete die Hündin und nannte sie Zoi – das griechische Wort für Leben. 18 Jahre lang wurde Zoi für sie und ihren Mann Bastian Beuggert (48) zur treuen Lebensbegleiterin.

Schweren Herzens musste das Paar Zoi Ende Dezember einschläfern. Das Alter machte der Hündin schwer zu schaffen. Als Erinnerung wollten sie Zois Asche zu einem Diamanten verarbeiten lassen. Das Tierkrematorium schickte die Asche per Post an die entsprechende Firma in Meisterschwanden AG – doch der Umschlag kam leer an. Zois Asche ist seither spurlos verschwunden. 

Asche wurde per Luftpolstercouvert versendet

«Es ist, als hätten wir Zoi ein zweites Mal verloren. Als wäre sie wieder ganz allein, wie damals, bevor sie mich gefunden hat», drückt Viviane Beuggert ihren Schmerz aus. 

Die Beuggerts klärten Ende Dezember den Versand der 300 Gramm Asche mit dem Tierkrematorium Rosengarten in Kirchberg BE ab. «Die Asche befand sich in einem Plastiksäckchen. Das Säckchen hatte eine Kugelform und liess sich nicht flach drücken. Die Asche von krematierten Tieren ist eher grob, ähnelt gebröckelten Kalksteinchen», erzählt Beuggert. 

Es wunderte sie deshalb, dass für den Versand ein Luftpolstercouvert verwendet wurde und nicht etwa ein Karton. Auf Blick-Anfrage erklärt Yvonne Hartmann vom Tierkrematorium Kirchberg, dass diese Versandform bisher problemlos funktioniert habe. «Es ist uns unverständlich, warum die Asche bei der Post verloren ging», sagt Hartmann. Am 30. Dezember wurde die Asche per Einschreiben an die Diamanten-Firma versendet. 

Umschlag kam ohne Inhalt an

Das neue Jahr begann, die Tage verstrichen. Doch Viviane Beuggert erhielt keine Rechnung für die Anzahlung des Diamanten und wunderte sich. Vergangenen Freitag kam schliesslich der erschütternde Anruf: «Das Tierkrematorium sagte mir, dass Zoi auf dem Postweg verloren gegangen sei.» Beuggert habe beinahe einen Nervenzusammenbruch gehabt, erzählt sie. 

Am 5. Januar war der Umschlag bei der Diamanten-Firma angekommen, doch beschädigt und ohne Inhalt. Fotos zeigen, dass das Couvert wohl aufgerissen war und nochmals überklebt wurde. «Vielleicht ist der Umschlag wegen der unebenen Struktur der Asche aufgerissen oder wegen der kugeligen Form beim Druck eines anderen Pakets aufgeplatzt», meint Beuggert. 

Mediensprecherin Jacqueline Bühlmann der Schweizerischen Post erklärt auf Blick-Anfrage: «Wir bedauern ausserordentlich, dass die Sendung beschädigt beim Empfänger eingetroffen ist. Die Post hat unmittelbar nach Eingang der Meldung die vorgesehenen internen Such- und Abklärungsprozesse ausgelöst. Leider blieben diese Abklärungen erfolglos.»

Erst nach elf Tagen über den Verlust informiert

Besonders trifft es Viviane Beuggert, dass das Tierkrematorium sie erst elf Tage später über das Fehlen von Zois Asche informierte. «Wenn man mir sofort Bescheid gegeben hätte, hätte ich mich selbst darum kümmern können.»

Gegenüber Blick erklärt Yvonne Hartmann, dass das Krematorium seit dem 5. Januar in Kontakt mit der Post stehe. «Die Post wollte sich bis zum 15. Januar rückmelden. Wir entschieden uns, da die Sendung eingeschrieben erfolgt ist, zuerst die Rückmeldung der Post abzuwarten, bevor wir die Familie informieren würden.» Da jedoch keine Rückmeldung kam, habe sich das Krematorium am 16. Januar entschieden, die Beuggerts zu kontaktieren. 

«Vor ein paar Jahren hatten wir bereits einen Vorfall, bei dem eine Urne auf dem Postweg verloren ging. Nach zwei Wochen hatte die Post die Urne jedoch wieder gefunden. Das hatten wir in diesem Fall auch gehofft», erklärt Hartmann weiter.

«Wir hoffen, dass wir unsere Zoi wieder zurückbekommen»

Viviane Beuggert ist enttäuscht über das generelle Vorgehen, auch von der Post. Sie sieht die Sorgfaltspflicht bei einer eingeschriebenen Sendung verletzt. «Besonders bei so einem wichtigen Auftragsversand hätte ich einen sorgfältigen Umgang erwartet.» 

Gegenüber Blick erklärt Mediensprecherin Bühlmann, dass Sendungsinhalte aufgrund des Postgeheimnisses nicht bekannt seien. «Die Sendung wurde in einem Luftpolstercouvert verschickt und wies keine besondere Kennzeichnung auf. Sie wurde daher standardmässig verarbeitet», so Bühlmann. Dass es sich dabei um ein Einschreiben gehandelt habe, habe keine Auswirkungen auf den Transport. Wer wertvollen Inhalt versende, müsse daher auf eine geeignete Verpackung achten, die den postalischen Transportbedingungen standhalte. 

Mit dem Diamanten wollte sich das Paar eine lebenslange Erinnerung an ihre Hündin schaffen. «Wir hoffen, dass wir unsere Zoi wieder zurückbekommen.»

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