Bieler Feuerwehrkommandant tritt ab – jetzt redet er erstmals
«Ich wurde stark gemobbt»

Er wurde entlastet, seine Kritiker kaum bestraft. Dennoch muss Didier Wicht nach 18 Jahren die Berufsfeuerwehr Biel verlassen. Nun spricht er erstmals.
Kommentieren
1/4
Didier Wicht war fast 20 Jahre Kommandant der Berufsfeuerwehr Biel.
Foto: RJB

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Feuerwehr-Chef Wicht tritt zurück nach internen Konflikten und Mobbing-Vorwürfen
  • Stadt Biel schuf neue Stelle für ihn trotz entlastender Untersuchungsergebnisse
  • 18 Jahre Kommandant, nun Versetzung – er hat Strafanzeige wegen übler Nachrede eingereicht
RMS_Portrait_AUTOR_449.JPG
Lino SchaerenRedaktor

Didier Wicht war 18 Jahre Kommandant der Berufsfeuerwehr Biel. Dann wandten sich Teile seiner Mannschaft gegen ihn. Wicht wurden Machtmissbrauch, Führungsschwäche und Interessenkonflikte vorgeworfen. Der Chef wurde monatelang beurlaubt.

Diese Woche gab die Stadt Biel BE bekannt, dass man sich mit Wicht auf seinen Rücktritt geeinigt habe. Dies, obschon er in einer administrativen Untersuchung der Kanzlei Kellerhals Carrard entlastet worden war. Eine Rückkehr war wegen der schwelenden Konflikte trotzdem nicht mehr möglich. Für Wicht wurde deshalb in der Abteilung öffentliche Sicherheit der Stadtverwaltung eine neue Stelle geschaffen.

Feuerwehrkommandant äusserst sich erstmals

Gegenüber Blick äussert sich der Geschasste nun erstmals zu den Widerständen aus den eigenen Feuerwehrreihen. «Ich wurde stark gemobbt», sagt er. Wicht hat Strafanzeige wegen übler Nachrede erstattet. Ob er diese nun, nach seiner Versetzung zurückzieht, lässt er offen.

Pikant: Auch die administrative Untersuchung befasste sich mit der Mobbing-Frage. Die Autoren kamen zum Schluss, dass die Vorwürfe aus der Belegschaft nicht nur auf Missstände gezielt hätten, sondern eine Rückkehr des beurlaubten Kommandanten verhindern sollten. Aus rechtlicher Sicht liege aber kein Mobbing vor.

Rückendeckung erhält Wicht trotzdem – vom Arbeitgeber selbst. Die Anschuldigungen gelangten noch vor Präsentation des Untersuchungsberichts in die Medien, obschon die Stadt die Feuerwehrleute schriftlich ans Amtsgeheimnis erinnert hatte. «Damit war für die Stadt klar: Nun ist die Grenze zum Mobbing überschritten», sagt auch René Merz, Generalsekretär der Bieler Sicherheitsdirektion. Auch die Stadt hat Strafanzeige erstattet – wegen Amtsgeheimnisverletzung.

Keine Konsequenzen für Feuerwehrleute

Den eigenen Chef rausgemobbt – für die betroffenen Feuerwehrleute hatte das keine weitreichenden Konsequenzen. Sie wurden lediglich an ihre Berufspflichten erinnert. Wicht hingegen hat neue Aufgaben erhalten und ist künftig im Bereich Kontrollen tätig. Für ihn sei das alles sehr schwierig gewesen, sagt er. Er blicke jetzt aber mit neuer Motivation auf das, was komme.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen