Aus nach sechs Jahren
Krach mit Vermieter – Berner Edel-Lokal muss schliessen

Stefan und Tünde Zimmermann kochten sich bis auf 16 GaultMillau-Punkte hoch. Doch Ende September 2027 ist Schluss, das Wirtepaar muss sein Herzensprojekt «S.Zimmer» in Adelboden BE räumen. Der Grund? Ein unschöner Streit hinter den Kulissen.
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Stefan und Tünde Zimmermann führen seit sechs Jahren das Restaurant S.Zimmer in Adelboden BE.
Foto: zVg

Darum gehts

  • Das Restaurant «S.Zimmer» in Adelboden BE muss Ende September 2027 schliessen
  • Mit dem Vermieter konnten sie keine Einigung finden
  • Das Gastronomen-Paar Stefan und Tünde Zimmermann sucht nach einer neuen Bleibe
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Eigentlich wollten Stefan (35) und Tünde Zimmermann (40) die traurige Nachricht selbst verkünden. Seit sechs Jahren führen sie ihre Berner Nobel-Beiz «S.Zimmer» mit grossem Erfolg – aber nicht mehr lange: Bis Ende September 2027 müssen sie das Restaurant an der Dorfstrasse in Adelboden BE verlassen. Der Grund: Das Wirtepaar konnte sich mit dem Vermieter nicht auf eine Verlängerung des Pachtvertrags einigen, wie das Gastromagazin «GaultMillau» zuerst berichtet hat.

Bevor das Paar seine Gäste informieren konnte, preschte der Vermieter mit einem Post auf Facebook vor. Darin schrieb er das «wunderschöne Lokal» per 1. Oktober 2027 zur Vermietung aus. Das machte die Zimmermanns richtig hässig. Als Reaktion liessen sie auf Instagram Dampf ab: «Wir hätten uns gewünscht, diese Nachricht auf unsere eigene Art mit euch zu teilen. Leider wurde diese Möglichkeit unfairerweise weggenommen.»

Der Abschied fällt dem Paar schwer

Dabei sah es vor einigen Monaten noch danach aus, dass die beiden nun verkrachten Seiten eine Einigung finden. «Vor rund einem halben Jahr haben wir Gespräche aufgenommen, um verschiedene Anliegen zu klären», sagt Stefan Zimmermann auf Anfrage von Blick. Nur: Eine Lösung kam nie zustande – zum grossen Bedauern des Gastronomen: «Das ‹S.Zimmer› ist unser Herzensprojekt, in das wir unglaublich viel Leidenschaft, Arbeit und Energie investiert haben.»

Der Abgang ist auch deshalb so schmerzhaft, weil die Zimmermanns mit ihrem Lokal Erfolge feiern konnten. Zuletzt erkochte sich das Team 16 GaultMillau-Punkte. Das Wirtspaar ergänzt sich gut: Stefan Zimmermann ist Herr der Küche, kocht regionale Gerichte für die Gäste. Ehefrau Tünde Zimmermann sorgt für den Service – und hat mit der Spezialität des Hauses, der ungarischen Spezialität Lángos, ein Stück ihrer Heimat ins Berner Oberland gebracht.

Neuer Standort soll ein Herzensprojekt sein

Trotz des Rückschlags blickt das Paar nach vorn. Bis Ende September 2027 kochen sie in Adelboden weiter – und suchen gleichzeitig nach einem neuen Standort für ihr Restaurant.

Die Suche ist ein «Abwägen zwischen Herz und Verstand», wie es Küchenchef Zimmermann ausdrückt. «Unser Herz wünscht sich natürlich, dass wir in Adelboden bleiben. Aber in so einem kleinen Dorf sind die Möglichkeiten begrenzt.» Nach fast sieben Jahren im Berner Oberland könnte es sie dann wieder «Richtung» Stadt nach Bern verschlagen. Wichtig ist nur: «Es soll wieder ein Herzensprojekt sein.»

Wenn der Miet-Zoff das Aus bedeutet

Von Knatsch und Meinungsverschiedenheiten mit Eigentümern und Vermietern können auch andere Nobel-Beizer ein Lied singen. Ein Beispiel dafür ist das «Trübli» von GaultMillau-Koch Alex Bindig. Er musste sein Restaurant in der Winterthurer Altstadt im März 2026 schliessen – wegen einer gescheiterten Einigung mit dem Hausbesitzer. Es ging dabei um Investitionen in der Küche, die der Eigentümer nicht stemmen konnte. Mittlerweile hat Bindig eine neue Gastro-Heimat gefunden. Er wirtet nun im Museums-Bistro der Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» in Winterthur.

In der «Brasserie Brugg» kochte sich Küchenchef Sascha Behrendt (39) Anfang Mai 2025 mit seinen modernen Variationen von französischen Klassikern auf 15 GaultMillau-Punkte hoch. Genau das wurde ihm zum Verhängnis: Die Besitzer wollten keine Nobel-Beiz mehr, sondern eine klassische Brasserie mit französischen Spezialitäten. Behrendt und sein Team mussten allesamt gehen.

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