Baustellen sorgen für Nachtzug-Ärger
Sitzplatz statt Schlafwagen

Wegen Baustellen in Deutschland fallen Verbindungen aus oder werden umgeleitet. Besonders hart trifft es Amsterdam-Reisende: Sie müssen mitten in der Nacht umsteigen.
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Wer ein weiches Bett nach Amsterdam gebucht hat, wird möglicherweise enttäuscht.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Bauarbeiten in Deutschland stören Nachtzugverkehr zwischen der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden im August
  • Zürich-Amsterdam-Nachtzug fällt sechs Nächte aus, Umstieg in Frankfurt nötig
  • Bis zu 12 ICE-Verbindungen täglich gestrichen, Reisezeit verlängert um 60 Minuten
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Lino SchaerenRedaktor

Wer im August mit dem Nachtzug nach Deutschland oder in die Niederlande reist, braucht starke Nerven. Züge fallen aus oder fahren woanders ab. Grund für die Einschränkungen im internationalen Personenverkehr sind Bauarbeiten der Deutschen Bahn auf der Rheintalstrecke zwischen Freiburg im Breisgau und Offenburg.

Besonders bitter trifft es Fahrgäste mit Ziel Amsterdam: In insgesamt sechs Nächten im August (7.–10. und 14.–17. August) fällt die direkte Nachtverbindung ab Zürich und in der Gegenrichtung komplett aus. Besonders bitter: Viele Kunden haben ihr Ticket für den Schlaf- oder Liegewagen längst gekauft.

Umsteigen in Frankfurt am Main

Statt entspannt zu schlafen, starten Reisende neu um 21.59 Uhr im Intercity ab Zürich HB. Mitten in der Nacht ist Schluss mit lustig: Um 3.18 Uhr heisst es in Frankfurt umsteigen. Von dort verkehrt in Richtung Amsterdam ein Ersatzzug, der ebenfalls ausschliesslich Sitzplatzwagen führt.

Auf der Rückfahrt dasselbe Bild: Abfahrt in Amsterdam um 21.01 Uhr und Umsteigen in Frankfurt um 2.56 Uhr morgens. Die SBB lassen den Betroffenen zwei Optionen: Sie reisen im Sitzplatzwagen oder verzichten auf die geplante Reise. In beiden Fällen gibt es Geld zurück.

Auch bei den übrigen Nachtzügen herrscht Frust. Die Verbindungen von Zürich nach Hamburg, Berlin und Prag umfahren Basel SBB in genau denselben sechs Nächten. Passagiere aus Basel müssen zuerst nach Zürich fahren, um dort einzusteigen – immerhin werden ihre Billette für die Zusatzfahrt anerkannt.

Doch nicht nur Nachteulen sind betroffen. Auch wer tagsüber reist, muss sich umstellen. Vom 3. bis 16. August fallen im Tagesverkehr täglich sechs bis zwölf ICE-Verbindungen zwischen der Schweiz und Deutschland teilweise aus.

60 Minuten längere Reisezeit

An den Wochenenden vom 8./9. und 15./16. August fallen ab Basel SBB sogar sämtliche ICE-Züge Richtung Deutschland aus. Zwar fährt ein Stundentakt bis Freiburg im Breisgau, doch von dort geht es nur per Ersatzbus weiter nach Offenburg – was die Reisezeit um bis zu 60 Minuten verlängert.

Zusätzliche Verwirrung stiften die Fahrpläne. Betroffene Kunden erhalten teils unterschiedliche Mails, während im Online-System die Änderungen zeitweise fehlen. Die SBB verweisen auf verzögerte Fahrplandaten aus Deutschland und empfehlen, Verbindungen vor Reiseantritt nochmals in der App zu prüfen.

Wer diesen Sommer reist, schaut besser genau hin – sonst wird aus dem Erholungsurlaub eine Geduldsprobe. Oder aus dem gemütlichen Schlafzug eine Nachtschicht auf harten Sitzen.

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