Das Verdikt des Basler Strafgerichts ist deutlich: Breel Embolo (26) und ein Mitangeklagter wurden in allen zentralen Anklagepunkten für schuldig befunden. Embolo selbst musste sich wegen mehrfacher Drohung verantworten. Das Gericht verdonnerte ihn schliesslich zu einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen à 3000 Franken.
Die Richterin hatte keine Zweifel daran, dass die Anklagepunkte gegen den Stürmer stimmen. Demnach seien die wichtigsten Vorwürfe von den Angeklagten selbst bestätigt worden. Zudem seien die Zeugenaussagen der Geschädigten glaubwürdig. Embolo selbst habe die Version seines Freundes und Mitangeklagten bestätigt, wonach dieser einem Geschädigten nur aus Versehen die Nase gebrochen hätte, so die Richterin.
Embolo zeigt sich aufsässig
Embolo blieb der Urteilsverkündung fern, äusserte sich aber kurz danach auf den sozialen Medien. In seiner aktuellen Instagram-Story wurde der Stürmer der AS Monaco deutlich. Er unterlegte sie mit einem Song, in dem es heisst: «Nur Gott kann über mich richten.» Dazu postet er ein Foto von Journalisten vor dem Gerichtsgebäude. Auch eine weitere Zeile des Liedes ist wohl als Botschaft an die Beobachter des Prozesses zu verstehen. So heisst es in dem Song: «All you M************ get out of my business» (Zu Deutsch: «Ihr Arschl*****, haltet euch aus meinen Angelegenheiten raus»).
Das Gericht hatte zuvor die Verteidigungsstrategie der Angeklagten nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Laut der Richterin wollte «Herr Embolo die Geschädigten mit Sicherheit einschüchtern, deshalb besteht am Vorwurf der mehrfachen Drohung kein Zweifel».
Mehr noch: Laut dem Gericht war Embolo «sauer», hatte damit gedroht, «andere Leute zu schicken», um den Geschädigten wehzutun. Der Wortlaut: «Wenn du Stress willst, finde ich schnell Leute, die mit dir Stress wollen», wurde aus Sicht des Gerichts bestätigt.
Unklarheiten bleiben
Embolo wurde vorgeworfen, im Jahr 2018 in der Basler Ausgangsmeile Steinenvorstadt unterwegs gewesen zu sein. Der Fussballer wurde von zwei Kollegen begleitet, darunter der Mitangeklagte I. K.*. Frühmorgens kam es dann zu einem Streit – der eigentliche Auslöser ist selbst nach dem Urteilsspruch noch unklar. Doch im Rahmen dieser Auseinandersetzung soll Embolo einem der Kläger gedroht haben: «Ich vernichte dich. Ich mache dich platt!» Laut Anklageschrift wurde der Geschädigte C. A.* dadurch in «Angst und Schrecken versetzt». Weiter habe Embolo auch dem zweiten Geschädigten, D. G.*, gedroht: «Dich lasse ich auch verprügeln, du Hurensohn!»
Bereits am Mittwoch hatte sich der Nati-Spieler kurzfristig vom Prozess dispensieren lassen. Zuvor war Embolo im Gerichtssaal unangenehm aufgefallen. Sein Schlabberlook wurde dem Fussballer als Mangel an Respekt vor dem Gericht ausgelegt. Auch dass Embolo der Richterin ins Wort fiel, sorgte für Diskussionen über die Manieren des Nati-Stars.
Unterdessen hat Embolos Anwalt bereits im Gerichtssaal angekündigt, das Urteil weiterziehen zu wollen. Damit ist die Verurteilung nicht rechtskräftig.
* Namen der Redaktion bekannt