Darum gehts
- Anonyme Briefe in Blatten VS schockieren Einwohner mit Bergsturz-CO2-Gesetz-Verbindung
- Absender stellt Zusammenhang zwischen Abstimmungsergebnis 2021 und Bergsturz 2025 her
- 60 Prozent der Stimmberechtigten lehnten 2021 das CO2-Gesetz ab
Viele Bewohnerinnen und Bewohner aus Blatten VS entdeckten am Samstag ein A4-Couvert in ihrem Briefkasten – darunter auch ein Blick-Leser. Der Inhalt schockiert. Denn: Im Umschlag befindet sich ein Schreiben mit der Überschrift «Wieso jammert ihr eigentlich über eure verlorenen Häuser?»
Unter dem Titel prangt ein Abstimmungsresultat aus dem Jahr 2021 zum CO2-Gesetz, bei dem die Stimmberechtigten mit 60 Prozent gegen 40 Prozent gegen das Gesetz gestimmt hatten. Zuerst berichtete der «Walliser Bote» über den Vorfall.
Zusammenhang zwischen Abstimmungsergebnis und Bergsturz
Der anonyme Absender stellt in dem Schreiben eine direkte Verbindung zwischen dem Bergsturz in Blatten vom Mai 2025 und der Ablehnung des CO₂-Gesetzes durch die Gemeinde im Jahr 2021 her.
Die Implikation: Die Einwohner von Blatten sollen selbst für den Bergsturz verantwortlich sein, weil sie damals gegen das CO₂-Gesetz gestimmt haben. «Das ist einfach inakzeptabel», so der Blick-Leser. «Ich verstehe nicht, wie man so etwas schreiben kann.» Die Post hat den Walliser aus dem Nichts getroffen. «Es ist schon schwierig», sagt er.
Zusätzlich ist auf dem Brief ein Revolver abgebildet mit der kryptischen Nachricht «by the amoc run amoc and the lost climate roulette». Diese Botschaft könnte sich laut der Zeitung auf die Atlantische meridionale Umwälzströmung (AMOC), ein wichtiges Klimasystem, das warmes Wasser aus äquatorialen Regionen nach Europa transportiert, beziehen. Forscher betrachten die AMOC als potenziellen Kipppunkt im globalen Klimasystem.
«Einfach nur erbärmlich»
Die Botschaft hat bei vielen Dorfbewohnern Fassungslosigkeit ausgelöst. Eva Ritler, eine Betroffene des Bergsturzes, äusserte sich gegenüber dem «Walliser Bote» zum Fund: «Das ist einfach nur erbärmlich und respektlos. Wir alle machen sehr viel durch. Die meisten von uns haben alles verloren.»
In sozialen Medien hat der Vorfall bereits hohe Wellen geschlagen. Fotos der Briefe verbreiten sich in verschiedenen Netzwerken und haben auch Blick erreicht. Viele Nutzerinnen und Nutzer reagieren bestürzt oder zeigen Solidarität mit den Bewohnern.
Wer die Briefe verschickt hat, ist bislang unklar. Ob die Post rechtliche Folgen haben wird, weiss der B