243 Zürcher Schüler werden bis Februar in anderen Gebäuden unterrichtet
Schule ausser Betrieb

Weil ein Akku brannte, muss das Schulhaus Albisriederplatz von giftigem Russ befreit werden. Das dauert bis nach den Sportferien 2027. Und die Jugendlichen? Müssen nun täglich bis zu 40 Minuten pendeln.
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Feuerwehreinsatz bei der Schule Albisriederplatz: Ein Akkubrand löste den Alarm aus.
Foto: Schutz & Rettung Zurich

Darum gehts

  • Ein Akku der Notbeleuchtung löste im Schulhaus Albisriederplatz Feuer und giftigen Russ aus
  • Ab Montag ziehen die 243 Jugendlichen zum zweiten Mal um, nun bleibt jeder Jahrgang zusammen
  • Die Stadt bezahlt ZVV-Abos, Frühstunden fallen aus, Rückkehr ist erst nach Sportferien 2027 möglich
Lino Schaeren
Lino SchaerenRedaktor

Ausnahmezustand für 243 Schülerinnen und Schüler im Zürcher Kreis 4: Ihr Schulhaus am Albisriederplatz ist seit einem Brand vor einer Woche gesperrt. Mindestens bis Weihnachten, wahrscheinlich länger. Seit Ende der Herbstferien sind die Klassen provisorisch auf diverse Ausweichorte verteilt.

Ab Montag folgt der zweite Umzug. In drei Exil-Schulen an verschiedenen Orten im Stadtgebiet kann dann wenigstens jeder Jahrgang zusammenbleiben. Wer bisher zu Fuss zur Schule ging, sitzt nun im Bus oder im Tram, statt weniger Minuten dauert der Schulweg gerne bis zu 40 Minuten, Umsteigen inklusive. Die Stadt spendiert allen Schülerinnen und Schülern ein ZVV-Abo, die Eltern mussten innert Tagen die Swisspass-Daten ihrer Kinder einreichen.

Ausgerechnet die Notbeleuchtung

Am 14. Oktober kurz vor Mittag war im Elektroraum des Schulhauses Albisriederplatz ein Feuer ausgebrochen: Die Batterieanlage für die Notbeleuchtung stand in Flammen, ausgerechnet jene Technik im Untergeschoss also, die bei Stromausfall die Fluchtwege beleuchten soll.

Laut Immobilien Stadt Zürich wurde die Anlage planmässig durch eine neue mit Lithium-Ionen-Akkus ersetzt. Bei Ausbruch des Brandes war eine Fachfirma an der Arbeit. Gemäss Stadtpolizei entstand das Feuer beim Austausch eines Akkus. Menschliches Fehlverhalten schliessen die Ordnungshüter aus.

Die Feuerwehr löschte rasch. Wegen der Herbstferien war kein Kind im Haus. Eine Person musste aber per Autodrehleiter aus dem Obergeschoss geholt werden, der Rauch war bis dorthin gezogen – und hinterliess giftigen Brandruss, inklusive Spuren von Nickel, Kobalt und Mangan.

Am stärksten belastet ist das Untergeschoss, betroffen sind jedoch alle drei Trakte samt der Pestalozzi-Bibliothek. Jeder Raum muss dekontaminiert werden, sogar das Schulmaterial der Jugendlichen wird – sofern möglich – gereinigt. Der Rest kommt in die Tonne.

Frühstunden fallen aus

Für rund 55 Mitarbeitende sowie Schülerinnen und Schüler der 13 Klassen und ihre Familien bleibt vieles offen. Welche Fächer wegen der neuen Stundenpläne gekürzt werden, ist laut Schul- und Sportdepartement noch in Abklärung. Fest steht: Die Frühstunden fallen bis Weihnachten aus, der Unterricht beginnt wegen der langen Schulwege erst um 8.20 Uhr.

Die Kreisschulbehörde dankte den Eltern bereits für ihre Flexibilität. Die dürfte weiterhin gefragt bleiben, mindestens bis Weihnachten. Am Freitag informierte die Stadt Zürich, dass die Rückkehr ins Schulhaus Albisriederplatz voraussichtlich erst nach den Sportferien 2027 möglich sein werde.

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