Zweifelhafte Praxis im Jura?
Polizisten klagen über Bussen-Vorgaben

Bei der Kantonspolizei Jura scheint nicht alles im grünen Bereich: Polizisten klagen über Bussenvorgaben, einen Chat mit rassistischem Inhalt und über eine hohe Fluktuation wegen Unzufriedenheit.
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Bei der jurassischen Polizei klagen Polizisten über Vorgaben beim Eintreiben von Bussen.
Foto: Pius Koller
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Lucien FluriCo-Ressortleiter Politik

Krise bei der jurassischen Polizei? Das legen Recherchen des Westschweizer Fernsehens RTS nahe. Besonders brisant: Es geht nicht nur um eine Kündigungswelle. Polizisten geben gegenüber dem Fernsehsender an, sie hätten bei der Verhängung von Bussen Vorgaben erhalten.

«Es gibt keine Quoten mehr», sagen Polizisten anonym in der welschen Nachrichtensendung «19h30». Wenn einer aber nicht genug einbringe, «wird er zu seinem Vorgesetzten vorgeladen und dann zurechtgewiesen. Ausserdem werden Vergleiche zwischen den Beamten angestellt.»

Der zuständige jurassische Regierungsrat Valentin Zuber (36, SP) – er ist seit drei Monaten im Amt – sagte, vom Regierungsrat oder der Polizeileitung gebe es keine fixen Vorgaben beim Busseneintreiben. Es sei aber nicht möglich, zu kontrollieren, was auf den unteren Managementstufen geschehe. 

Auch Klagen über rassistische Vorfälle

Doch damit nicht genug: In der Whatsapp-Gruppe einer Einsatzgruppe seien zudem zu rassistischen Nachrichten verbreitet worden, so Polizisten gegenüber RTS. Auch dazu äussert sich Neo-Regierungsrat Zuber nicht konkret. Der Inhalt wäre zwar schlimm, es sei aber schwierig, sich ohne Beweise dazu zu äussern. 

Die jurassische Polizei kämpft zudem mit einer hohen Fluktuation. Innerhalb von zwei Jahren haben 12 Prozent der 180 Polizisten den Job an den Nagel gehängt. Die Rede ist von Erschöpfung und Unzufriedenheit. Die Regierung sieht dies allerdings anders. In einer Vorstossantwort spricht sie von einem guten Klima bei der jurassischen Polizei.

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