Zukunft von Seco-Staatssekretärin noch offen
Noch kein Job, aber zig Angebote für Budliger

An einem internen Mitarbeiteranlass erzählt die scheidende Seco-Staatssekretärin, dass sie noch keinen neuen Job hat – und wie sehr ihr der Vorwurf der Amtsgeheimnisverletzung naheging.
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Helene Budliger Artieda macht es spannend.
Foto: Samuel Schalch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Helene Budliger Artieda ist trotz Kündigung als Seco-Chefin aktiv unterwegs
  • Nestlé kämpft seit dem 17. 9. 2026 gegen Zwangsverwaltung in Russland, mit Unterstützung des Seco und des EDA
  • Nach 41 Dienstjahren beendet Budliger 2027 ihren Vertrag und sucht neue Aufgaben
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Raphael RauchBundeshausredaktor

Manila, Bern, Paris – es war mal wieder eine typische Budliger-Woche. Wer dachte, die scheidende Seco-Chefin Helene Budliger Artieda (61) würde nach ihrer eingereichten Kündigung einen Gang zurückschalten, irrt gewaltig. Die Staatssekretärin gibt weiterhin Vollgas. Parallel zu ihren Auslandsreisen laufen Krisengespräche, etwa im Fall des Nahrungsmittelriesen Nestlé in Russland.

Noch einmal was Neues machen

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigt das enge Zusammenspiel in Sachen Nestlé: «Das Seco und das EDA stehen seit mehreren Wochen in engem Kontakt mit dem Unternehmen und unterstützen es auf diplomatischem Weg. Unsere Botschaft in Moskau interveniert bei den russischen Behörden mit dem Ziel, Nestlé die Möglichkeit zu geben, seinen Standpunkt darzulegen, und auf eine Aufhebung der am 17. September angeordneten Zwangsverwaltung hinzuwirken.»

Auf der Durchreise von den Philippinen nach Frankreich stellte sich Budliger am Mittwoch den Fragen der Seco-Belegschaft in Bern. Gerüchte über einen Knatsch mit dem Bundesrat dementierte sie, wie mehrere Quellen bestätigen. Budliger sagte dem Vernehmen nach, sie wolle im Alter von 61 Jahren – nach 41 Dienstjahren beim Bund – noch einmal etwas völlig Neues machen.

Zig Angebote in Aussicht

Die Staatssekretärin sei nun auf Jobsuche und habe noch nichts unterschrieben. Gerüchte, wonach sie bereits einen Job ab dem 1. Juni 2027 habe, wurden dementiert. Ihr Arbeitsvertrag ende am 31. März 2027, danach wolle sie mindestens eine zweimonatige Auszeit nehmen. Jobangebote habe Budliger Artieda inzwischen jedoch viele erhalten – das Spektrum reiche von gut bezahlten Verwaltungsratsmandaten bis zu Tätigkeiten im Non-Profit-Bereich. Das einzige ehrenamtliche Mandat, das Budliger aktuell innehat: Sie ist Mitglied des Patronatskomitees von «Klosters Music», einer musikalischen Perle in Klosters GR.

Täglich kämen neue Jobangebote hinzu, hört man im Seco. Wann Budliger Artieda ihren letzten Arbeitstag hat, sei unklar. Sie habe zig Ferientage, die sie sich möglicherweise auszahlen lasse. Eine Abgangsentschädigung habe sie nicht ausgehandelt, betonte Budliger an dem internen Town Hall.

Bericht der GPK kommt im Dezember

Ganz spurlos scheinen die Turbulenzen der letzten Monate im US-Zollstreit jedoch nicht an der unkonventionellen Handelsdiplomatin vorbeigegangen zu sein. Vor den Mitarbeitenden sagte sie, der Vorwurf der Amtsgeheimnisverletzung habe sie tief getroffen. Sie habe 41 Jahre für die Schweiz gechrampft, berichten Insider. Während des Town-Hall-Meetings soll die Seco-Chefin viel Rückhalt und Wertschätzung aus der Belegschaft erhalten haben. Auch Budligers Stabschefin habe sich zu Wort gemeldet und gesagt, sie habe alle Akten gesehen und könne beim besten Willen keine Verletzung des Amtsgeheimnisses erkennen. Im Dezember wird der Bericht der Geschäftsprüfungskommission erwartet.

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