Fixpreis dahin, aber Budget steht
Bundesrat kauft vorerst weniger F-35-Kampfjets

Wegen Preissteigerungen in den USA bestellt der Bundesrat nur noch so viele Kampfjets, wie im Rahmen der bewilligten 6 Milliarden Franken möglich sind. Ursprünglich waren 36 Stück geplant. Wie viele Jets es am Ende sein werden, ist offen – und politisch umstritten.
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Der Bundesrat und Verteidigungsminister Martin Pfister braucht eine Lösung.
Foto: ANTHONY ANEX

Darum gehts

  • Bundesrat reduziert Anzahl der F-35-Kampfjets
  • Neue sicherheitspolitische Strategie stärkt Kooperation mit Nachbarstaaten
  • F-35-Stückpreis noch unbekannt
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Anna Clara KohlerRedaktorin Politik

Der Bundesrat will weniger F-35-Kampfjets kaufen. Weil in den USA Mehrkosten und Preissteigerungen anfallen, reicht das Budget nicht mehr für die ursprünglich geplanten 36 Flugzeuge. «Der Bundesrat hat entschieden, beim Kauf der F-35A-Kampfflugzeuge die maximal mögliche Anzahl Jets innerhalb des vom Stimmvolk bewilligten Finanzrahmens von 6 Milliarden Franken zu beschaffen.» Der von alt Bundesrätin Viola Amherd (63) immer wieder zugesicherte Fixpreis für den neuen Kampfjet F-35 hat sich in Luft aufgelöst.

Auf einen Zusatzkredit verzichtet der Bundesrat vorerst noch und hält am Kostendach fest. Wie viele Jets am Ende tatsächlich bestellt werden können, ist derzeit offen. Obwohl die Zahl jetzt reduziert wird, fasst der Bundesrat längerfristig ins Auge, mehr Jets anzuschaffen. Für eine umfassende, an der aktuellen Bedrohungslage ausgerichtete Luftverteidigung wären 55 bis 70 moderne Jets nötig, hiess es an der Medienkonferenz.

Stückpreis der F-35 noch unbekannt

Parallel zum Entscheid legte der Bundesrat eine neue sicherheitspolitische Strategie vor. Bundesrat Martin Pfister (62) unterstrich, die Schweiz müsse in der Lage sein, sich «so gut wie möglich» zu verteidigen. Gleichzeitig betonte Pfister: «Drohnen ersetzen Kampfflugzeuge noch nicht.»

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Pfister zu Kampfjets im Dezember:«Maximal mögliche Anzahl Flugzeuge F-35A beschaffen»

Wie hoch der Stückpreis für die F-35 schlussendlich liegt, weiss man noch nicht. Rüstungschef Urs Loher (59) erklärte, dass man bisher nur den Preis der ersten acht Flugzeuge kennt, da diese bereits unter Vertrag stehen. Der Preis der weiteren Flugzeuge hänge von der Teuerung in der USA ab. Man könne erst am Schluss sagen, wie viel die F-35 kosten werden. Man gehe aber weiterhin von einer Bandbreite von 650 Millionen bis 1,35 Milliarden Schweizer Franken aus.

Der Entscheid, weniger F-35 zu beschaffen, löst in Bern deutliche Reaktionen aus. Die FDP kritisiert den Bundesrat scharf: «Putin wartet nicht», heisst es in der Medienmitteilung. Angesichts der sicherheitspolitischen Lage seien die ursprünglich vorgesehenen 36 Jets das absolute Minimum. Die FDP fordert den Bundesrat auf, im Rahmen der Priorisierung bis Ende Januar sicherzustellen, dass die fehlenden Flugzeuge rasch nachbeschafft werden.

Kritik von der FDP, SP und Grünen

Kritik übt die FDP gleichzeitig an der SP, die sich grundsätzlich gegen den F-35-Kauf stellt. Die Allianz aus SP und Grüne erhebt den Vorwurf, dass «das Stimmvolk bei der äusserst knappen Abstimmung in die Irre geführt wurde.» Der Bundesrat hätte den Kauf längst stoppen müssen, heisst es in einer Mitteilung. Die Mitte befürwortet hingegen den Entscheid des Bundesrats.

Der Bundesrat hat zudem eine neue Sicherheitspolitische Strategie verabschiedet. Pfister warnte zudem vor Russland. Das Land intensiviere die hybride Kriegsführung und habe territoriale Ansprüche. Europa sei verwundbar. «Diese Risiken sind in den nächsten Jahren besonders gross.» Eine Eskalation «bis hin zu einem Krieg in Osteuropa» hätten auch auf die Schweiz grosse Auswirkungen. Pfister nennt etwa Angriffe auf die kritische Infrastruktur. Die Schweiz müsse auf solche Szenarien vorbereitet sein.

Kooperation mit Nachbarstaaten stärken

Zur internationalen Zusammenarbeit hielt Pfister fest, dass im Rahmen der Sicherheitspolitischen Strategie die Kooperation mit Nachbarstaaten gestärkt werde: «Wir beschaffen zum Teil Rüstungsgüter gemeinsam.» Man bilde auch im Ausland aus und messe sich mit anderen Armeen.

Die Schweizer Armee braucht wegen veralteter Waffensysteme Geld. Der abtretende Armeechef Thomas Süssli (59) sieht das Militär schon lange nicht mehr in der Lage, das Land zu verteidigen. Das Parlament beschloss bereits eine Erhöhung des Armeeetats von 6,3 auf 10 Milliarden Franken bis 2032. Die bürgerliche Ratsmehrheit sei bereit, noch mehr Geld ins Militär zu pumpen, will aber vorher wissen, wofür es verwendet werde. Deshalb verabschiedete der Bundesrat heute die Sicherheitspolitische Strategie.

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