Darum gehts
- In der Spielzeit 2024/25 kostete das Zürcher Opernhaus die Steuerzahlenden 92,8 Millionen Franken
- Die Transparenz fehlt: Die Kaderlöhne werden hier nicht offengelegt, trotz öffentlicher Gelder
- Jeder Opernabend verursacht durchschnittlich Kosten von 296’000 Franken
Das Opernhaus in Zürich verschlingt das Geld nur so. Allein in der Spielzeit 2024/25 gab der Zürcher Steuerzahler 92,8 Millionen Franken für das Haus und dessen Betrieb aus. Jeder einzelne Opernabend kostet damit im Schnitt 296’000 Franken.
Während die Subventionen fliessen, hat das Haus die ihm gesteckten Finanzziele verfehlt. Die Vorstellungseinnahmen lagen 3,3 Millionen unter dem Budget von 26,2 Millionen. Beim Sponsoring gab es ebenfalls weniger Einnahmen als vorgesehen, es waren 9,8 statt 11,2 Millionen.
Auch die Transparenz bleibt auf der Strecke. Was der abtretende Intendant Andreas Homoki (65) verdiente, bleibt geheim. Auf Anfrage von Blick will das Opernhaus die Kaderlöhne nicht nennen – «zum Schutz personenbezogener Rechte», wie eine Sprecherin mitteilt.
Mehr Lohn als die Stadtpräsidentin
Anders ist dies bei weiteren Zürcher Kulturinstitutionen, etwa beim Schauspielhaus. 284’000 Franken Lohn bekam Interims-Intendant Ulrich Khuon (74) zuletzt. Damit ist er auf Augenhöhe mit Stadtpräsidentin Corine Mauch (65), die – inklusive Spesen und Mandate – rund 300’000 Franken verdient. Die Chefinnen des Kunsthauses (309’000 Franken) und der Tonhalle (371’000 Franken) verdienen sogar mehr als die Stadtpräsidentin.
Das Schauspielhaus legt die Vergütungen nicht ganz freiwillig offen. Die Stadt Zürich schreibt vor, dass die von ihr subventionierten Kulturbetriebe die Kaderlöhne veröffentlichen müssen. Beim Opernhaus gilt diese Regel nicht, weil die Millionen vom Kanton und nicht von der Stadt Zürich kommen.
Löhne bei subventionierten Betrieben bleiben oft geheim
Das Opernhaus hält auf Anfrage von Blick lediglich fest, man bewege sich «im branchenüblichen Rahmen». Was das heisst, ist allerdings nicht klar. Denn in Sachen Transparenz zeigen sich auch weitere öffentlich finanzierte Schweizer Kulturinstitutionen nicht besonders offen. Auf Anfrage von Blick wollen weder das Theater Orchester Biel Solothurn noch das Theater St. Gallen ihre Spitzenlöhne nennen.
Auch das Theater Basel (Staatsbeitrag: 48,5 Millionen Franken; Eigenwirtschaftlichkeit: 21,2 Prozent) gibt keine Zahlen bekannt. Erwähnt wird lediglich, dass der durchschnittliche Lohn der Theaterleitung zuletzt 2,8-mal höher sei als der tiefste Lohn. Die Saläre seien am unteren Rand der marktüblichen Löhne, hält das Theater fest. Die Entschädigungen seien grundsätzlich «deutlich tiefer als im freien Markt oder in der öffentlichen Verwaltung».
In Luzern wiederum herrscht nur teilweise Transparenz: Wie viel Intendantin Ina Karr (57) bekommt, will das Theater nicht sagen. Ausgewiesen wird im Geschäftsbericht lediglich, dass die Intendantin, der kaufmännische Direktor und der Betriebsdirektor zusammengerechnet 561’687 Franken erhielten.
Transparenzvorbild in der Schweiz ist der Kanton Bern. Dort müssen alle Institutionen, die der öffentlichen Hand gehören oder von dieser abhängen, jährlich in einem Reporting die höchsten Löhne publizieren – vom Spital über den Busbetrieb bis hin zum Theater.
Der Bericht zeigt: Wer in der Stadt Bern eine von Stadt und Kanton subventionierte Kulturinstitution leitet, verdient schon mal mehr als die Berner Stadtpräsidentin (rund 250’000 Franken Lohn inklusive Spesen) oder ein Berner Regierungsrat (280’000 Franken). Der Direktor des Historischen Museums bezieht 272’000 Franken Lohn, an den Bühnen Bern (Staatsbeitrag: 38 Millionen Franken) beträgt der höchste Lohn 302’000 Franken. Rund 260’000 Franken verdient Nina Zimmer (53), Geschäftsführerin des Kunstmuseums und des Zentrums Paul Klee.