Statt Lohnprozente von allen
Sollen die Reichen für die 13. AHV zahlen?

Die Vermögen in der Schweiz sind in den letzten 25 Jahren viel stärker gestiegen als die Löhne. In der Politik wird nun für eine Vermögenssteuer geworben. Auch ein GLP-Nationalrat greift die Idee auf.
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Der Bund braucht Geld für die 13. AHV-Rente.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Vermögen 2025: 3600 Milliarden Franken, fast doppelt so stark gewachsen
  • Studie zeigt Vermögenswachstum von 3,9% jährlich, Einkommen nur 2,6%
  • Vorschlag: Vermögenssteuer ab 5 Mio. Franken für Bundeseinnahmen
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Céline ZahnoRedaktorin Politik

3600 Milliarden Franken – auf diese riesige Summe beliefen sich die vererbbaren Vermögen in der Schweiz im Jahr 2025. Vor 25 Jahren betrug das vererbbare Vermögen noch 1400 Milliarden Franken. Dies zeigt der Lausanner Wirtschaftsprofessor Marius Brülhart in einer neuen Studie, die er gemeinsam mit Kolleginnen der ETH Zürich und der EPF Lausanne erstellt hat.

«Die Vermögen wuchsen in den letzten 25 Jahren fast doppelt so viel wie die Einkommen», so Brülhart gemäss SRF. Die Vermögen sind im Schnitt 3,9 Prozent pro Jahr gewachsen, das Bruttoinlandprodukt und die Einkommen lediglich um 2,6 Prozent. 

Bund sucht Mehreinnahmen

Diese Zahlen sind Wasser auf die Mühlen jener Kreise, die Reiche stärker besteuern wollen. Besonders in Zeiten, in denen die Politik neue Geldtöpfe anzapfen will – der Bund braucht für die Finanzierung der 13. AHV-Rente und für zusätzliche Armeeausgaben Geld. 

Im Fokus stand bisher die Mehrwertsteuer. Der Bundesrat will sie temporär um 0,8 Prozent erhöhen und damit die Aufrüstung der Armee bezahlen. Zusätzlich möchte die zuständige Kommission des Ständerats die Mehrwertsteuer um 0,4 Prozent anheben, um die 13. AHV zu finanzieren. 

GLP-Nationalrat Patrick Hässig (47) bringt nun die Idee einer neuen Vermögenssteuer auf Bundesebene ins Spiel, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. «Der Bund hat grossen Bedarf an zusätzlichen Einnahmen», so der Zürcher. In der Schweiz werden Vermögen bisher nur in den Kantonen besteuert, nicht aber auf Bundesebene. 

Auch Wirtschaftsprofessor Brülhart regt solche Überlegungen an. Für ihn wäre laut SRF denkbar, dass der Bund eine solche Vermögenssteuer einführt. Hässig schwebt eine Vermögenssteuer ab einem Freibetrag von 5 Millionen Franken vor. «Dies ist eine smarte Besteuerung. Der Mittelstand wäre davon nicht betroffen.»

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Auch Milliardär Gantner will neue Steuer

Unterstützung dürfte es von linker Seite geben. Im Parlament ist ein entsprechender Vorstoss aus den Reihen der Grünen hängig: Die direkte Bundessteuer auf Einkommen, die 1 Million Franken übersteigen, soll erhöht werden. «Das neue Sparpaket ist extrem einschneidend», sagt Grünen-Nationalrätin Manuela Weichelt (58). Es fehle überall an Geld. Deshalb müsse auch auf der Einnahmenseite angesetzt werden. Dabei sei es einfacher, eine bestehende Steuer zu erhöhen, als eine neue einzuführen.

Zuvor hatten Milliardäre selbst die Möglichkeit einer höheren Besteuerung eingebracht. «Wir brauchen eine progressive Besteuerung des Vermögens», sagte kürzlich Alfred Gantner (58), Mitgründer des Vermögensverwalters Partners Group. Die fortschreitende Vermögenskonzentration sei ein globales Problem. «Es kann nicht sein, dass einige wenige in diesem Land sehr viel Vermögen haben, und andere Leute wissen nicht, wie sie ihre Krankenkassenprämien und ihre Miete bezahlen sollen.»

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