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Knatsch um Pestizide:Ständerat will Trinkwasser besser schützen

Knatsch um Pestizide
Ständerat will Trinkwasser besser schützen

Umwelt und gerade Trinkwasser sind besser zu schützen. Der Ständerat will die Risiken von Pflanzenschutzmitteln reduzieren. Er tritt deshalb auf einen Gesetzesvorschlag seiner Wirtschaftskommission (WAK) ein.
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Die Trinkwasser- und die Pestizid-Initiative gehen dem Ständerat zu weit. Eine eigene Vorlage soll Abhilfe schaffen.
Foto: Keystone

«Wir sprechen hier über das wichtigste Lebensmittel, das wir haben: das Wasser», betonte SP-Ständerat Roberto Zanetti (65, SO). Und da habe die Schweiz ein Problem. Damit ist SVP-Ratskollege Hannes Germann (64, SH) nur bedingt einverstanden. «Man macht den Menschen Angst: Das Wasser sei vergiftet», kritisierte er. Das stimme so nicht.

Der Gesetzesvorschlag der WAK will die Kernanliegen der Trinkwasser-Initiative und der Pestizidverbots-Initiative aufnehmen. Denn diese gehen dem Parlament grossmehrheitlich klar zu weit.

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Grundwasser bedroht, Trinkwasser könnte teurer werden:Gemeinden haben ein massives Pestizid-Problem

Details bleiben umstritten

Dennoch: Das Problem ist dringend. Der Handlungsbedarf ebenfalls. Teilweise um ein Vielfaches werden die Grenzwerte von Pestizid-Abbauprodukten im Grundwasser überschritten. Das zeigen Daten der Kantone, die BLICK vor kurzem öffentlich gemacht hat.

Die Landwirtschaft fühlt sich von den Initiativen bedrängt. Erst nach einer emotional geführten Debatte ist der Ständerat am Montag auf die WAK-Vorlage eingetreten.

Wasserversorger bekommen mehr Zeit

Mit Pestiziden verschmutztes Grund- und Trinkwasser stellt die Wasserversorger vor massive Probleme. Denn werden die Grenzwerte überschritten, müssen sie handeln. Wenn möglich sofort, spätestens aber innert zwei Jahren sind Lösungen zu finden, so die Weisung des Bundes. Doch das ist nicht immer so einfach. Nicht jede Gemeinde kann eine andere Quelle anzapfen oder das verschmutzte Grundwasser mit sauberem Wasser mischen. Die Wasserversorger haben deshalb beim Bund interveniert und gefordert, dass die Frist verlängert wird.

Der Bund kommt den Betroffenen nun etwas entgegen. Die Kantone können ihnen in Ausnahmefällen mehr Zeit geben, um das Wasser sauber zu bekommen.

Das grösste Problem für die Wasserversorger ist derzeit das Fungizid Chlorothalonil und dessen Abbauprodukte. Wie das Bundesamt für Landwirtschaft mitteilt, sind in über einem Viertel aller Trinkwasserproben, die die Kantone analysiert haben, Rückstände über dem Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter gemessen worden.

Mit Pestiziden verschmutztes Grund- und Trinkwasser stellt die Wasserversorger vor massive Probleme.
Mit Pestiziden verschmutztes Grund- und Trinkwasser stellt die Wasserversorger vor massive Probleme.
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Mit Pestiziden verschmutztes Grund- und Trinkwasser stellt die Wasserversorger vor massive Probleme. Denn werden die Grenzwerte überschritten, müssen sie handeln. Wenn möglich sofort, spätestens aber innert zwei Jahren sind Lösungen zu finden, so die Weisung des Bundes. Doch das ist nicht immer so einfach. Nicht jede Gemeinde kann eine andere Quelle anzapfen oder das verschmutzte Grundwasser mit sauberem Wasser mischen. Die Wasserversorger haben deshalb beim Bund interveniert und gefordert, dass die Frist verlängert wird.

Der Bund kommt den Betroffenen nun etwas entgegen. Die Kantone können ihnen in Ausnahmefällen mehr Zeit geben, um das Wasser sauber zu bekommen.

Das grösste Problem für die Wasserversorger ist derzeit das Fungizid Chlorothalonil und dessen Abbauprodukte. Wie das Bundesamt für Landwirtschaft mitteilt, sind in über einem Viertel aller Trinkwasserproben, die die Kantone analysiert haben, Rückstände über dem Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter gemessen worden.

Parmelin warnt vor Konsequenzen

Umstritten blieb etwa die Senkung von Stickstoff und Phosphor, bis 2025 um 10 Prozent und bis 2030 um 20 Prozent. Damit müssten die Bauern ihre Tierbestände verkleinern. Das bedeute für sie weniger Einkommen. Ein Antrag auf Streichung scheiterte jedoch.

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«Der Bund verhindert ökologische Landwirtschaft»:Bio-Pioniere klagen an

Bei der Verminderung des Pestizid-Einsatzes soll dafür keine Lenkungsabgabe eingesetzt werden für den Fall, dass die Ziele nicht erreicht werden. Gleichzeitig folgte der Ständerat dem Bundesrat in einem weiteren Punkt in leicht abgeschwächter Form: So soll auf den Entzug einer Zulassung von Pestiziden verzichtet werden, wenn ohne Pflanzenschutzmittel die Inlandsversorgung «stark beeinträchtigt» würde.

Landwirtschaftsminister Guy Parmelin (60) forderte, die WAK-Vorlage nicht zu überladen. Es gehe nur darum, wie das Volk von einem Nein zu den Initiativen überzeugt werden könne. Denn diese hätten für die Landwirtschaft schwere Konsequenzen. (dba)

Darum gehts bei den Pestizid-Initiativen

Mit der Trinkwasser- und der Pestizid-Initiative stimmt die Schweiz am 13. Juni über zwei Vorlagen ab, die sich thematisch sehr ähnlich sind.

Hinter der Trinkwasser-Initiative steht Fitnesstrainerin Franziska Herren (54). Sie will unter anderem, dass nur noch jene Bauern Direktzahlungen erhalten, die keine Pestizide verwenden. Landwirte dürfen zudem nur so viele Tiere halten, wie sie mit Futter ernähren können, das auf dem eigenen Betrieb produziert wird.

Die Pestizid-Initiative, die von einem Bürgerkomitee aus der Westschweiz eingereicht wurde, ist noch extremer und will ein komplettes Verbot synthetischer Pestizide – nicht nur für die Landwirtschaft. Es sollen auch keine Güter mehr importiert werden dürfen, bei deren Herstellung Pestizide zum Einsatz kamen.

Bundesrat und Parlament lehnen beide Initiativen ab.

Franziska Herren ist der Kopf hinter der Trinkwasser-Initiative.
Franziska Herren ist der Kopf hinter der Trinkwasser-Initiative.
Peter Mosimann

Mit der Trinkwasser- und der Pestizid-Initiative stimmt die Schweiz am 13. Juni über zwei Vorlagen ab, die sich thematisch sehr ähnlich sind.

Hinter der Trinkwasser-Initiative steht Fitnesstrainerin Franziska Herren (54). Sie will unter anderem, dass nur noch jene Bauern Direktzahlungen erhalten, die keine Pestizide verwenden. Landwirte dürfen zudem nur so viele Tiere halten, wie sie mit Futter ernähren können, das auf dem eigenen Betrieb produziert wird.

Die Pestizid-Initiative, die von einem Bürgerkomitee aus der Westschweiz eingereicht wurde, ist noch extremer und will ein komplettes Verbot synthetischer Pestizide – nicht nur für die Landwirtschaft. Es sollen auch keine Güter mehr importiert werden dürfen, bei deren Herstellung Pestizide zum Einsatz kamen.

Bundesrat und Parlament lehnen beide Initiativen ab.

So einfach kann Gärtnern sein
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RMS

Wie kann man auch als Gartenneuling ein kleines Stück Erde nutzvoll begrünen? Gartenexpertin Scarlet Allenspach gibt Tipps und Tricks rund ums Thema Garten.

Mehr findest du in unserem Dossier «Im Beet mit Blick»

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