Darum gehts
- Trump verhängt am 1. August 2025 39 Prozent Zölle für Schweiz
- Swatch reagiert mit Uhr «WHAT IF…TARIFFS?» und provoziert kreativ
- USA beginnen Rückzahlung von 166 Milliarden Dollar an Zöllen seit Montag
Das Jahr 2025 war geprägt von vielen Hochs und Tiefs – von schrecklichen, aber auch erfreulichen Momenten. Man denke etwa an den Eklat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski im Oval-Office, den Tod von Papst Franziskus – aber auch an den Eurovision Song Contest. Am 1. August – just am Schweizer Nationalfeiertag – dann die nächste Hiobsbotschaft aus Washington: 39 Prozent Zölle für die Schweiz. Während andere in Schockstarre verfielen, reagierte der Uhrengigant Swatch umgehend – mit einer «positiven Provokation», die es jetzt sogar ins Nationalmuseum schafft.
Nick Hayek, CEO des Konzerns, steckte nach Trumps Ankündigung nicht etwa den Kopf in den Sand – sondern überraschte mit einer originellen Idee. Swatch lancierte eine sogenannte Zoll-Uhr mit dem Namen «WHAT IF...TARIFFS?» (zu Deutsch etwa «Was wäre, wenn...Zölle?»). Das Spezielle an der Uhr? Die Ziffern 9 und 3 wurden vertauscht. Damit liest man auf dem Zifferblatt von links nach rechts die Zahl 39 – entsprechend der Höhe der von Trump verhängten Zölle. Die Uhr kann nicht mehr erworben werden und ist laut Swatch «heute nur noch eine Erinnerung an Solidarität und schweizerischen Widerstand». Sie war zudem nur in der Schweiz zu kaufen.
Swatch-Boss Nick Hayek hatte den Bundesrat mehrfach kritisiert, weil der sich gegenüber den USA zu nachgiebig zeige. Hayek schlug etwa Gegenmassnahmen vor.
Von Hellebarde bis Zoll-Uhr
Aufgrund der speziellen Geschichte und weil die Uhr den Zoll-Deal aus Schweizer Sicht aufgreift, schaffte es nun wohl auch ein Exemplar in den Besitz des Schweizerischen Nationalmuseums – des grössten Museums des Landes. Im Jahresbericht 2025 ist sie unter den neu erworbenen Gegenständen aufgeführt. Und was erachtete das Museum im vergangenen Jahr sonst noch als wichtige Ereignisse, die in der Sammlung zu verewigen sind? Neu im Inventar sind etwa Plakate, Postkarten und Pins zum Eurovision Song Contest (ESC) 2025 in Basel. Auch Bilder von «Swifties» – Hardcore-Fans der US-Sängerin Taylor Swift – schafften es ins Landesmuseum. Die Pop-Sängerin trat im Juli 2024 im Stadion Letzigrund auf – und verursachte einen Medienrummel.
Das Nationalmuseum zeigt Ausstellungen zur Schweizer Geschichte «von den Anfängen bis heute», heisst es auf der Website. «Unsere Themen sind die Geschichte und die Identität des Landes» schreibt Tim Guldimann, Präsident des Museumsrates, im Jahresbericht. «Wir verstehen unsere Arbeit nicht als Belehrung des Publikums, sondern als Dialog, als Interaktion».
Zum Nationalmuseum gehören das Landesmuseum Zürich, das Château de Prangins und das Forum Schweizer Geschichte in Schwyz. Auch das Sammlungszentrum in Affoltern am Albis – in dem Hunderttausende historische Gegenstände eingelagert sind – ist Teil davon.
In Zürich sind momentan etwa die Ausstellungen «Wir und der Krieg» oder «Wasserkraft und Widerstand» zu sehen.
«Positive Provokation» im Landesmuseum
Wer denkt, dass das Museum in Zeiten von Social Media und Netflix out ist, der täuscht sich: Zum dritten Mal in Folge verzeichnete man Eintritte in Rekordhöhe – rund 390'000 waren es alleine im Jahre 2025. Dazu dürfte wohl auch die Zoll-Uhr beitragen, die gemäss Swatch ein «Verkaufserfolg» war.
Doch die spezielle Uhr – laut dem Konzern eine «positive Provokation» – ist nicht das einzige, was Swatch den US-Zöllen entgegenzusetzen hat. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die von Trump verhängten Zölle für illegal erklärt hat, fordern nun diverse Unternehmen ihr Geld zurück – darunter auch Swatch. Die Trump-Regierung startete am vergangenen Montag damit, erste Zölle in der Höhe von 166 Milliarden zurückzuzahlen. Viele Fragen bleiben aber noch offen.