Darum gehts
- Karin Keller-Sutter wurde auf Plattform X sexistisch beleidigt
- Ein Nutzer nutzte Musks KI-Chatbot für frauenfeindliche Aussagen
- Nun erstattet sie Anzeige, rechtliche Konsequenzen noch unklar
Bundesrätin Karin Keller-Sutter (62, FDP) wurde mithilfe von Elon Musks KI-Chatbot Grok sexistisch beleidigt. «Ganz hart rannehmen, mit total verf**ktem Gassen-Slang» – diese Anweisung gab ein 75-jähriger Nutzer dem Sprachtool. Grok antwortete prompt. Die Konversation konnte von allen Nutzern der Plattform X mitgelesen und weiterverbreitet werden, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.
Obwohl der Post spätestens am 12. März gelöscht wurde, erstattet Keller-Sutter nun Anzeige. Das erklärte Keller-Sutters Departement gegenüber der Zeitung. Falls sie damit Erfolg hat, ist noch unklar, wer am Schluss zur Rechenschaft gezogen werden kann. Die Plattform X von Elon Musk (54), die die Konversation veröffentlicht hat? Der Betreiber des Chatbots – oder der besagte Nutzer?
«Keine einschlägige Rechtssprechung»
Genau diese Frage könnte zu einem spannenden Politprozess führen, erklärt Monika Simmler, Strafrechtsprofessorin an der Universität St. Gallen, im «Tages-Anzeiger». Es gebe «diesbezüglich noch keine einschlägige Rechtssprechung».
Für Karin Keller-Sutter ist hingegen klar, dass man «sich gegen derartige frauenfeindliche Äusserungen ganz grundsätzlich zur Wehr setzen und die Täter in ihre Schranken weisen» müsse, wie ihr Sprecher sagte. Die Grenzen der Meinungsäusserungsfreiheit seien überschritten – es gehe um die Herabwürdigung als Frau.