Darum gehts
- SRG-Präsident Jean-Michel Cina tritt nach fast zehn Jahren zurück
- Nachfolgerwahl bis Frühling 2027 geplant, ausserordentlicher Personalausschuss zuständig
- Cina seit 1. Mai 2017 im Amt, strategische Transformation entscheidend vorangetrieben
Nach fast zehn Jahren soll Schluss sein: SRG-Präsident Jean-Michel Cina (63) will sein Amt abgeben. Das teilte die SRG am Donnerstagmorgen mit.
Der frühere Walliser Mitte-Politiker bleibe im Amt, bis ein Nachfolger gefunden ist. Das soll bis im Frühling 2027 der Fall sein.
Der Zeitpunkt für den Wechsel sei bewusst gewählt, schreibt die SRG: Die Halbierungsinitiative wurde eben erst abgelehnt. Das wichtigste strategische Projekt des Unternehmens, «Enavant», sei erfolgreich aufgegleist. Dieses soll die SRG für die Zukunft fit machen. «Zudem sind die strategisch wichtigen Führungspositionen besetzt und die neue Geschäftsleitung hat ihre Arbeit bereits im April aufgenommen.»
Volksabstimmungen über die SRG
Cina habe die SRG «durch anspruchsvolle und teilweise turbulente Zeiten geführt», schreibt die SRG in einer Mitteilung. Dazu gehören nicht nur die Halbierungs- und die No-Billag-Initiative. «Unter Cinas Führung wurde die strategische Transformation des Unternehmens vorbereitet und entscheidend vorangetrieben.»
Die Nachfolge von Jean-Michel Cina wird durch einen ausserordentlichen Personalausschuss des SRG-Verwaltungsrats vorbereitet. Die Delegiertenversammlung soll im Frühling 2027 einen neuen Präsidenten oder eine neue Präsidentin wählen können.
Der frühere CVP-Fraktionschef im Bundeshaus hatte das Amt am 1. Mai 2017 angetreten. Seine Wahl gab auch zu reden, weil die damalige Medienministerin Doris Leuthard (63) mehrere Spitzenämter im Service public mit Parteikollegen besetzte.