Wegen Klimawandel wird Politik aktiv
Kommt jetzt die Ferienrevolution an den Schulen?

Früher zur Schule, Ferien zu einem anderen Zeitpunkt? Wegen der zunehmenden Hitze steht der Schulkalender auf dem Prüfstand. In Solothurn wird jetzt die Politik aktiv. Auch anderswo beschäftigt das Thema.
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Schwitzen statt Büffeln: Die Hitze setzt Schülerinnen und Schülern zu.
Foto: Michael Buholzer

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Wegen der Hitze sollen Schulferien und Stundenpläne im Kanton Solothurn überprüft werden
  • GLP-Politikerin Nicole Hirt wurde mit Vorstoss aktiv
  • Die beiden Basel haben ähnliche Modelle geprüft, aber eine Änderung verworfen
Sven Altermatt, Ringier
Sven AltermattCo-Ressortleiter Politik

Es ist kühler geworden. Doch der Hitzesommer hallt politisch noch immer nach. Denn die hohen Temperaturen machten den Schulen landauf, landab zu schaffen. Heizen sich die Klassenzimmer auf, wird das Büffeln für Kinder und Lehrpersonen schnell zur schweisstreibenden Angelegenheit.

Der Lehrerverband schlug frühzeitig Alarm: Ab 26 Grad im Klassenzimmer solle der Unterricht eingeschränkt, ab 30 Grad ganz eingestellt werden! Wie Blick berichtete, forderte er verbindliche Regeln gegen die Hitze an Schulen.

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Nun geraten auch die – historisch gewachsenen – Schulstrukturen ins Visier der Politik. Morgens früher aus den Federn, mittags eine kürzere Pause? Und vielleicht sogar Ferien zu einem anderen Zeitpunkt? Im Kanton Solothurn soll wegen der zunehmenden Hitze geprüft werden, ob der Schulalltag neu organisiert werden muss. Dies fordert GLP-Kantonsrätin Nicole Hirt (62) in einem Vorstoss.

Eine Sonderregelung für die Sommermonate?

Der Hitzesommer habe gezeigt, dass Handlungsbedarf bestehe, schreibt Hirt in ihrem Auftrag. Hitzeperioden würden häufiger, länger und intensiver. Darunter könnten die Konzentration und Leistungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrpersonen leiden. «Neben baulichen Massnahmen sollte deshalb auch geprüft werden, ob die heutige Verteilung der Schulferien noch zeitgemäss ist.»

Mehr schulfreie Tage fordert Hirt ausdrücklich nicht. Vielmehr spricht sie von einer «zeitgemässen und intelligenten Verteilung der bestehenden Ferienwochen». Eine Möglichkeit: eine Ferienwoche vom Sommer in den Herbst verschieben. Auch an den Stundenplänen könnte geschraubt werden. So bringt Hirt für die Monate Juni, Juli und August einen früheren Unterrichtsbeginn und kürzere Mittagspausen ins Spiel.

Die Solothurner Grünliberale, die von Beruf Lehrerin ist und auch als Schulleiterin gearbeitet hat, verlangt eine Gesamtschau. Es sollen nicht nur verschiedene Möglichkeiten geprüft werden, sondern auch die Bedürfnisse von Familien und der Wirtschaft abgeholt werden. Sie betont: Veränderungen müssten «sorgfältig auf ihre Auswirkungen geprüft und gut abgestimmt werden».

Die beiden Basel wollen nichts davon wissen

In Solothurn ist nun der Regierungsrat am Zug, danach kommt der Vorstoss ins Parlament. Anderswo ist die Debatte schon weiter fortgeschritten: So prüften Basel-Stadt und Basel-Landschaft eine Neuverteilung der Schulferien, darunter auch ein Modell mit der Verschiebung von Ferienwochen.

Doch daraus wird vorerst nichts, wie kürzlich bekannt wurde. Die beiden Basel halten nach einer Befragung an ihrer bisherigen Ferienordnung fest. «Sowohl bei den Erziehungsberechtigten als auch bei den Anspruchsgruppen erhielt die heutige Ferienregelung die höchste Zustimmung», hiess es dazu.

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In weiteren Kantonen dürfte die Hitze die Politik noch beschäftigen. Im Aargau reichten Grossratsmitglieder aus vier Parteien gleich fünf Vorstösse für einen besseren Hitzeschutz ein. Dabei geht es unter anderem um die Belastung an Schulen. Eine Verschiebung der Schulferien wird allerdings nicht gefordert.

Neue Lösungen im Ausland

In Nachbarländern läuft die Debatte ebenfalls. In Italien forderten Lehrergewerkschaften Anfang September, den Schulbeginn bei zu hohen Temperaturen zu verschieben. Die Gewerkschaft Anief plädiert gar dafür, die Schulen erst im Oktober wieder zu öffnen. Andere Lehrervertreter lehnen dies jedoch ab.

In Österreichs Hauptstadt Wien wiederum können Schulen bei grosser Hitze vom regulären Stundenplan abweichen, zusätzliche Pausen einlegen oder den Unterricht ins Freie verlegen. Die zuständige Behörde spricht vom Spielraum, auf «aussergewöhnliche Hitzebelastungen angemessen reagieren zu können».

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