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Parmelin zu Treffen:Trump nannte Keller-Sutter «tough»

Trump schiesst gegen die Schweiz – Parmelin lächelt es weg
Der Eiertanz des Bundespräsidenten

Donald Trump demontiert die Schweiz vor laufenden Kameras – und Bundespräsident Guy Parmelin lächelt es weg. Am WEF zeigt sich: Die Schweiz ist in Washington Bittstellerin. Für einen Zoll-Deal wird jegliche Konfrontation vermieden.
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Kurzer Handshake: US-Präsident Trump und Bundespräsident Parmelin trafen sich in Davos.
Foto: keystone-sda.ch
Céline Zahno, Ringier
Céline ZahnoRedaktorin Politik

Es war die grosse Frage für die Schweiz an diesem WEF: Kommt es zu einem Treffen mit dem US-Präsidenten Donald Trump (79)? Am Abend verkündete Bundespräsident Guy Parmelin (66) die erleichternde Nachricht: Ein Treffen mit Trump hat stattgefunden. Alles andere wäre eine Klatsche für das Gastland des WEF gewesen.

Eine Klatsche hat die Schweiz aber so oder so kassiert. In seiner Rede zog Trump unverhohlen über die Schweiz her. Sie sei nur deshalb so reich, weil sie den Amerikanern steuerbefreite Uhren habe verkaufen können. Ohne die USA wäre die Schweiz nichts.

Auch Finanzministerin Karin Keller-Sutter (62) wurde von Trump ins Visier genommen – ohne dass er sie namentlich nannte. Vor der versammelten Weltpresse äffte er sie nach: Immer wieder habe sie betont, die Schweiz sei ein kleines Land, und ihn aufgefordert: «Das können Sie nicht tun.» Das habe ihn «irritiert».

«Das ist Diplomatie»

Und wie reagiert die Schweiz? Die Medienkonferenz des Bundespräsidenten ist ein einziges Ausweichmanöver. Man hätte meinen können, Trumps Rede habe nie stattgefunden. «Davos wäre nicht Davos ohne den US-Präsidenten», sagte Parmelin stattdessen. Das Treffen sei kurz, aber höflich gewesen. Darauf angesprochen meinte Parmelin nur: «Das ist Diplomatie.»

Tatsächlich steckt die Schweiz in einer Zwickmühle. Parmelin will kein Geschirr zerschlagen, denn der Zoll-Deal ist noch immer nicht unterschrieben. Zwar ist auf US-Seite momentan der Handelsbeauftragte Jamieson Greer (46) zuständig – allerdings hat die Vergangenheit gezeigt: Am Ende zählt nur die Unterschrift des Präsidenten. Hat Trump keine Lust, gibt es keinen Deal.

Seine Rede war zumindest kein gutes Omen. Wiederholt sprach Trump von Zöllen von 30 Prozent – und ignorierte dabei, dass für die Schweiz seit dem 14. November rückwirkend ein Zollsatz von 15 Prozent gilt. Auch das angeblich hohe Handelsdefizit mit der Schweiz brachte er erneut ins Spiel.

Friedensinitiative könnte der Schweiz zum Verhängnis werden

Zusätzlich steht die Schweiz vor einer weiteren heiklen Entscheidung: einer Einladung zu Trumps Friedensinitiative. Eigentlich kann Bern kaum zustimmen. Beobachter sehen das sogenannte «Board of Peace» als Gegenprojekt zur Uno, Trump will sich als alleiniger Vorsitzender einsetzen. Doch was passiert mit dem Zoll-Deal, wenn die Schweiz ablehnt? Den Franzosen drohte Trump mit 200 Prozent Zöllen auf Wein, nachdem Präsident Emmanuel Macron (48) abgesagt hatte.

Auf die Fragilität des Deals wollte Parmelin nicht eingehen. Die Schweiz sei bereit für eine Einigung, betonte er. Man sei mit Greer in Kontakt.

«Ihr seid schwach»

Wie unberechenbar Trump bleibt, zeigte sich kurz nach dem Treffen einmal mehr. Nachdem er Keller-Sutter zuvor öffentlich brüskiert hatte, sagte er hinter verschlossenen Türen über sie: «She’s tough.»

Danach setzte er stattdessen seine anwesenden Minister in den Sand. Dem Aussenminister Marco Rubio (54), Handelsbeauftragten Greer, Finanzminister Scott Bessent (63) und Handelsminister Howard Lutnick (64) warf er an den Kopf: «You’re weak.» Ihr seid schwach.

Ein Kompliment für die Bundesrätin – oder nur die nächste Volte eines Präsidenten, auf dessen Gunst Bern angewiesen bleibt.

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