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Überraschende Wende:Deshalb wird das Gesetz nicht massiv gelockert

Werden die Strafen doch nicht lascher?
Nationalräte machen Kehrtwende bei Milde für Raser!

Stände- und Nationalrat wollten den Raser-Artikel massiv aufweichen. Weil ein Denkzettel an der Urne drohte, kommt jetzt im letzten Moment noch ein Kompromissvorschlag auf den Tisch.
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Die zuständige Nationalratskommission möchte den abgeschwächten Raserartikel im Strassenverkehrsgesetz noch einmal diskutieren und damit ein Referendum gegen die Vorlage verhindern. (Themenbild)
Foto: Laurent Gillieron

Die Empörung war gross, das Referendum so gut wie sicher. Im Mai hat nach dem Ständerat auch der Nationalrat beschlossen, die Strafen für Raser massiv abzuschwächen. Wer mit 100 km/h durch eine 50er-Zone blocht, soll nicht mehr automatisch ins Gefängnis wandern.

Weil sich die beiden Kammern in einigen Details noch nicht ganz einig waren, konnten sie die Gesetzesänderung noch nicht definitiv beschliessen. Das wäre für die Session im Herbst vorgesehen gewesen. Nun aber die Überraschung: Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier haben es sich plötzlich anders überlegt und wollen ihren Entscheid im letzten Moment noch kippen.

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Brigitte W. (57) verlor Tochter Lorena (†21) bei Raserunfall:«Warum soll man Menschen schützen, die mit 100 km/h durch ein Dorf rasen»

Referendum verhindern

Mit nur zwei Gegenstimmen hat die Verkehrskommission des Nationalrats entschieden, einen Kompromiss vorzuschlagen. Die Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis für Raser soll bleiben. Es soll aber Ausnahmen geben: einerseits für Personen, die keinen Eintrag im Strafregister haben wegen Verletzung der Verkehrsregeln, und andererseits, wenn man «aus achtenswerten Gründen» viel zu schnell gefahren ist. Zum Beispiel, wenn eine Mann seine Frau, die in den Wehen liegt, mit Karacho ins Spital fährt.

Die Absicht hinter der Kehrtwende ist klar: Die Nationalräte wollen ein Referendum verhindern. Dieses hatte die Stiftung Roadcross bereits angedroht.

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SP-Nationalrätin Gabriela Suter:«Die Lockerung des Raser-Gesetzes ist unverständlich»

Schweizer wollen harte Raser-Strafen

Eine Umfrage im Auftrag von Blick hat jüngst ergeben, dass eine Mehrheit der Bevölkerung gegen eine Aufweichung des Raser-Artikels ist. 62 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer wollen nicht, dass Raser mit einer Geldstrafe davonkommen können. Das Parlament politisierte völlig an der Bevölkerung vorbei.

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Raser-Umfrage von Blick:Schweizer Volk will keine Abschwächung vom Rasergesetz

Nun könnte es den Entscheid noch korrigieren. Voraussetzung ist, dass nun auch die zuständige Kommission des Ständerats dem ungewöhnlichen Vorgehen zustimmt. Dann könnte das Parlament den Kompromiss verabschieden. (lha)

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