Ombudsstelle verteidigt Hörspiel
«Schande, dass solche Beiträge gesendet werden»

Ein Zuhörer beanstandet eine Serie auf Radio SRF 1 als pornografisch und jugendgefährdend. Die SRG-Ombudsstelle hält die sexuell drastische Sprache in der Sendung jedoch für gerechtfertigt.
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Drastische Sprache: Die Hörspielserie «Das mit de Zoe» wurde nach 20 Uhr auf Radio SRF 1 gesendet.
Foto: Screenshot SRF

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hörer kritisiert SRF-Hörspiel wegen vulgärer Sprache als jugendgefährdend und pornografisch
  • Ombudsstelle betont gesellschaftliche Relevanz des Themas und verweist auf Triggerwarnung
  • Serie «Das mit de Zoe» wurde um 20 Uhr mit Hinweis ausgestrahlt
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Marco LüssiBlattmacher

«Es ist eine Schande für das schweizerische Radio und unser Land, dass solche Beiträge gesendet werden!», schrieb ein Hörer an die Ombudsstelle der SRG Deutschschweiz. Er sei mit seiner zwölfjährigen Tochter im Auto unterwegs gewesen, als auf Radio SRF 1 die Sendung «Das mit de Zoe» kam. Er zitiert eine der Figuren des Hörspiels mit den Worten: «Ich habe sie in den Arsch gefickt.»

Für ihn und seine Familie sei das ein Schock gewesen. Diese Sendung gehöre wegen ihres pornografischen Inhalts umgehend aus dem Programm genommen, schreibt der Beschwerdeführer.

Ombudsstelle zeigt Verständnis

«Das mit de Zoe» ist ein zehnteiliger Hörspiel-Podcast, die Adaption einer dänischen Serie für die Schweiz. Es geht um die Vergewaltigung einer Schülerin während einer Party – und die Folgen für die Beteiligten. SRF will mit der Serie eine jüngere Zielgruppe erreichen.

In ihrer Antwort schreibt die Ombudsstelle, sie könne die Beanstandung nachvollziehen. Wer mit einer Jugendlichen im Auto sitze, das Radio einschalte und dann mitten in dieses Hörspiel gerate, könne ob seiner harten Sprache schockiert sein, zumal der Hörer die Triggerwarnung am Anfang der Sendung verpasst habe. Dieses Unbehagen nehme man ernst – dennoch könne man die Beanstandung nicht unterstützen.

«Zeichnung eines verrohten Milieus»

Pornografisch sei eine Darstellung, wenn sie die Sexualität aus dem menschlichen Beziehungszusammenhang löse und auf sexuelle Erregung ziele. «Das mit de Zoe» wolle das Gegenteil: Die Serie befasse sich mit den Folgen einer Vergewaltigung – der Traumatisierung des Opfers, den Gerüchten und Schuldzuweisungen im Schulhaus, dem Versagen von Erwachsenen und Institutionen. Der Satz «Ich habe sie in den Arsch gefickt» stamme aus dem Mund einer Figur: «Er ist Teil der Zeichnung eines verrohten Milieus. Er soll abstossen, und er stösst ab.»

Das Hörspiel verharmlose oder verherrliche Gewalt nicht, sondern leiste einen Beitrag zu einem gesellschaftlich wichtigen Thema. Da SRF die Sendung erst um 20 Uhr ausgestrahlt und mit einer Triggerwarnung versehen habe, sei auch der Jugendschutz gewahrt worden.

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