Darum gehts
- Walliser Parlament diskutiert Brandkatastrophe von Crans-Montana mit 41 Todesopfern
10 Millionen Franken Unterstützung an die Stiftung Beloved der Opfer von Crans-Montana ist geplant
- Nationalrat berät zusätzlich 50’000 CHF Unterstützung, SVP kritisiert Ungleichbehandlung
Debatte um kantonale Opferhilfe
Am Nachmittag diskutiert das Kantonsparlament über einen Kredit in der Höhe von 10 Millionen Franken an die neue Stiftung Beloved, die die Opfer und deren Angehörigen unterstützen soll. Der Rat beschäftigt sich unterdessen mit anderen Traktanden. Blick berichtet auch am Nachmittag live.
Staatsrat Mathias Reynard dankt für die grosse internationale Solidarität
«Seit der Katastrophe von Crans-Montana ist keine einzige Minute vergangen, in der wir nicht an die Opfer des Brandes gedacht haben», sagt Reynard. Er erinnert an alle Menschen, die schnell Solidarität gezeigt und geholfen haben – die Feuerwehr, die Notfalldienste und die Spitäler. Reynard dankt auch dem Ausland für die wertvolle Unterstützung.
Auf politischer Ebene sei einiges unternommen worden, um das Leid der Opfer zu lindern. Reynard spricht die Soforthilfe in Höhe von 10'000 Franken für jedes hospitalisierte Opfer oder jede Familie der verstorbenen Personen an. Weiter sei ein runder Tisch einberufen worden. Der Kanton werde dafür sorgen, dass das Drama niemals in Vergessenheit gerät.
Kantonsparlament hält Schweigeminute ab
Das Kantonsparlament hält für eine Minute inne und gedenkt de Opfer von Crans-Montana. Die Stimmung ist gedrückt, viele Parlamentarier und Parlamentarierinnen schauen zu Boden.
Präsidentin des Kantonsparlament: «Dieses Drama berührt das Wallis.»
Constantin Patricia, Präsidentin des Kantonsparlaments, gedenkt der Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana. Das Drama berühre das Wallis und werde nie in Vergessenheit geraten. Die Präsidentin dankt allen, die sich eingesetzt haben, um die Opfer zu unterstützen. «Der Kanton wird seine Arbeit fortsetzen, um die Verantwortlichen zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen», versichert die Kantonsrätin.
Blick berichtet aus Sitten
Das Walliser Kantonsparlament trifft sich heute erstmals nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana zu einer Sitzung. Die Parlamentarier wollen eine Schweigeminute für die Opfer abhalten. Präsidentin Constantin Patricia soll eine Ansprache halten. Blick ist in Sitten vor Ort und berichtet live.
Im Wallis fällt die Mauer des Schweigens: Zum ersten Mal seit dem Inferno von Crans-Montana äussert sich das Kantonsparlament zu den tragischen Ereignissen. Die Brandkatastrophe hat 41 Menschen das Leben gekostet und über 100 Personen – meist schwer – verletzt. Zu den Opfern gehören Staatsangehörige der Schweiz, Italiens, Frankreichs und vieler weiterer Länder.
Trotz der internationalen Tragweite des Dramas und des grossen medialen Interesses haben sich die Walliser Parlamentarierinnen und Parlamentarier bislang nur zögerlich geäussert. Die politische Aufarbeitung könne erst beginnen, wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen, hiess es.
Wie Blick weiss, mussten sich etwa die Produzenten der SRF-Sendung «Club» ein Bein ausreissen, bis sie mit der Walliser Grossrätin Marie-Claude Schöpfer (48) jemanden gefunden haben, die an der Sendung teilnimmt. Bei der ersten Diskussion zum Thema im Leutschenbach sollen sich die Fraktionschefs gar darauf geeinigt haben, nicht teilzunehmen.
Am Montag nimmt das Kantonsparlament nun aber offiziell Stellung. Konkret geht es um die Gewährung einer Finanzhilfe von 10 Millionen Franken an die Stiftung Beloved zur Unterstützung der Opfer und der Angehörigen der Opfer der Brandkatastrophe.
Die Solidaritätszahlungen an die Crans-Montana-Opfer sind am Montag auch in Bundesbern Thema. Der Nationalrat wird die Unterstützung von 50’000 Franken an die Opfer und Angehörigen diskutieren. Die kleine Kammer hat das Geschäft letzte Woche bereits angenommen. Trotz einer grossen Mehrheit für das Geschäft regte sich auch Widerstand – insbesondere aus den Reihen der SVP. Kritisiert wurde vor allem die Ungleichbehandlung in Bezug auf Opfer aus anderen Katastrophen.
In Sitten dürfte die Gewährung des 10-Millionen-Kredits unbestritten sein. Blick berichtet live.