Kurvensperrungen, Kollektivstrafen, Kaskadenmodell. Immer wieder kommt es im Rahmen von Fussball-Spielen zu gewalttätigen Ausschreitungen. Die ganze Fussball-Schweiz diskutiert darum regelmässig über Fangewalt – und was dagegen zu tun ist.
Die Arbeitsgruppe Bewilligungsbehörden der Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) hat unter Einbezug der Swiss Football League (SFL) im vergangenen Jahr das sogenannte Kaskadenmodell entwickelt.
Die KKJPD will das Kaskadenmodell gegen Fangewalt auf die nächste Saison hin in Kraft setzen. Und zwar trotz Ablehnung der Swiss Football League (SFL) und ihrer Klubs. Dies teilten sie am Donnerstag vor den Medien mit.
SFL und Klubs gehen auf die Barrikade
Gemeinsames Ziel aller Beteiligten sei allerdings, dass das Modell gar nicht zur Anwendung kommen müsse, teilte die Arbeitsgruppe der Bewilligungsbehörden mit. Und trotzdem: Für den Fall, dass der Dialog und die weiteren präventiven Mittel Ausschreitungen nicht verhindern, müssten die Behörden auf ein Instrumentarium zurückgreifen können, das ihnen eine verhältnismässige Reaktion erlaube.
Die SFL und die Fussballklubs lehnten das Modell einstimmig ab. Sie erachten es in der Praxis als nicht zielführend, einseitig und unverhältnismässig. Es vermische Prävention und Repression und fokussiere nicht auf die Verhinderung zukünftiger Gewalttätigkeiten, wie es das vor 15 Jahren eingeführte «Hooligan-Konkordat» vorsehe.
Ebenfalls kritisierten Liga und Klubs, dass unter Berufung auf das Kaskadenmodell einzelne Elemente bereits mehrfach angewendet wurden, obwohl das Modell noch nicht verabschiedet beziehungsweise eingeführt war.
Bewilligungsbehörden enttäuscht
Karin Kayser-Frutschi (57), Co-Präsidentin der KKJPD, zeigte sich enttäuscht über die ablehnende Haltung von SFL und Klubs. Die Justizdirektorenkonferenz halte dennoch an der Einführung des Kaskadenmodells fest: «Die Öffentlichkeit und auch friedliche Fussballfans würden nicht verstehen, wenn die Behörden auf massive Ausschreitungen lediglich mit einer Intensivierung des Dialogs reagieren», sagte sie.
Das Kaskadenmodell umfasst neu vier Eskalationsstufen, die je nach Vorfall automatisch entsprechende Konsequenzen nach sich ziehen. Sie reichen von einem verpflichtenden Dialog zwischen Klubs und Fans mit den Behörden (Stufe 1) bis zu einem Geisterspiel (Stufe 4). (oco)
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 11 | 25 | 31 | |
2 | BSC Young Boys | 11 | 17 | 25 | |
3 | FC Sion | 11 | 7 | 22 | |
4 | FC Zürich | 11 | -3 | 17 | |
5 | Servette FC | 11 | 2 | 16 | |
6 | FC St. Gallen | 11 | -4 | 16 | |
7 | FC Basel | 11 | -3 | 14 | |
8 | FC Luzern | 11 | -6 | 12 | |
9 | FC Thun | 11 | -11 | 10 | |
10 | FC Vaduz | 11 | -1 | 9 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 11 | -13 | 9 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 11 | -10 | 6 |