Illegale Entsorgung
Winterthur kämpft erfolglos gegen überfüllte Abfallkübel

An den Winterthurer Bushaltestellen überquellen regelmässig die Abfalleimer. Immer wieder entsorgen Einwohnerinnen und Einwohner ihren Haushaltsmüll illegal. Ein Blick in andere Städte zeigt: Winti ist mit dem Problem nicht alleine.
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Die Stadt Winterthur steckt im Abfall-Ärger.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Winterthur kämpft mit illegaler Entsorgung von Hausabfällen an Bushaltestellen
  • Plakatkampagne und strengere Kontrollen brachten bisher nicht die erhoffte Besserung
  • 159 Abfallsünder wurden letztes Jahr in Chur zur Kasse gebeten
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Joschka SchaffnerRedaktor Politik

Winterthur bekommt die Abfallsünder nicht in den Griff. Regelmässig stapelt sich der Hauskehricht an den Bushaltestellen der Stadt im Kanton Zürich. Die illegale Entsorgung ist den Behörden schon längst ein Dorn im Auge – doch weder eine Plakatkampagne noch strengere Kontrollen brachten bisher die erhoffte Besserung.

Wie SRF berichtet, machte der private Müll an öffentlichen Orten bereits vor einem Jahr über die Hälfte des gesamten Abfallvolumens aus. «Es hat schon eine Verbesserung gegeben», sagt Stephan Aschwanden, Fachbereichsleiter bei der Stadt, gegenüber dem «Regionaljournal». Inzwischen überquellen die Abfalleimer jedoch wieder ähnlich wie vor der Kampagne. Was hilft gegen das Abfall-Ärgernis?

Keine Bussen an Abfallsünder

Die Winterthurer Umweltpolizei zieht nach vereinzelten Kontrollen eine ernüchternde Bilanz: Bisher konnte keine Täterin und kein Täter beim unrechtmässigen Entsorgen erwischt werden. «Dementsprechend gab es auch keine Bussen», sagt Sarah Paul, Sprecherin der Stadtpolizei Winterthur, zu SRF. Die Kontrollen seien aufwendig und könnten nicht flächendeckend durchgeführt werden.

Laut Aschwanden ist es schwierig, die Abfallsünder zu identifizieren. Sie gehen gezielt vor und beseitigen ihre Spuren gekonnt. Selbst technische Lösungen wie ein Metallzahn zur Verkleinerung des Einwurfs zeigten nur begrenzte Wirkung. In einigen Fällen wurde der Abfall einfach vor dem Eimer deponiert oder die Vorrichtung sogar beschädigt.

Viele Schweizer Städte betroffen

Andere Städte kämpfen mit ähnlichen Problemen – und setzen auf ähnliche Massnahmen. Unter anderem Luzern, Basel oder Biel BE versuchen die Einwohnerschaft ebenfalls regelmässig zu sensibilisieren. Die Mitarbeiter der Städte untersuchen zudem unrechtmässig entsorgten Abfall, um die Güselsünder aufzuspüren. Auch das zu frühe Hinausstellen von Gebührensäcken wird vielerorts gebüsst.

Als eine der wenigen Städte nennt Chur GR auch klare Zahlen, wenn es um das Verteilen von Bussen geht. Laut nau.ch bat die Bündner Hauptstadt letztes Jahr 159 Sünder zur Kasse. Einige Städte zeigen sich dagegen gelassener: Zürich sei kein grossflächiges Problem bei der illegalen Entsorgung bekannt, teilt die grösste Stadt der Schweiz im selben Bericht mit. Sie setzt im Kampf gegen das Littering dafür auch auf Freiwillige, die liegengelassenen Abfall einsammeln.

Winterthur gibt derweil trotz der grossen Schwierigkeiten nicht auf. Die Stadt erwägt eine erneute Sensibilisierungskampagne, um die Bevölkerung zu erreichen und möglicherweise Zivilcourage zu fördern. Das Ziel bleibt, die illegale Entsorgung von Hausabfällen in öffentlichen Abfalleimern einzudämmen und die Sauberkeit an Bushaltestellen zu verbessern.

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