Neue Strecken für Mountain Cart und Trottibike
Berner Regierung drückt bei Grindelwalds Spass-Angebote aufs Tempo

Kanton, Gemeinde und Jungfraubahn treiben die neue millionenteure Firstbahn voran. Die Berner Regierung setzt nun auch Trottibike und Mountain Cart auf die Prioritätenliste.
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Die Jungfraubahn Holding AG will die Firstbahn für rund 70 Millionen neu bauen.
Foto: Jungfrau.ch

Darum gehts

  • Grindelwald zählt 1,5 Millionen Gäste pro Jahr
  • Die Jungfraubahn will die Firstbahn neu bauen und deren Kapazität verdoppeln
  • Die Berner Regierung unterstützt das Projekt und will auch das Berg-Trottinett-Angebot vorantreiben
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Leandra Sommaruga

Grosse Mengen, hohes Tempo: So funktioniert der Tourismus in Grindelwald BE. Durch die Strassen schieben sich jährlich über 1,5 Millionen Besuchende. Bald könnten es noch viel mehr werden: Mit der geplanten neuen Firstbahn würde sich die Kapazität der Bahn voraussichtlich verdoppeln.

Statt 1000 Personen sollen künftig 1900 bis 2600 Personen pro Stunde auf den Berg und wieder runter gegondelt werden. Auch der Standort würde angepasst: Die neue Bahn soll direkt vom Bahnhof auf den First führen.

Die Jungfraubahn Holding AG lässt für das Projekt stolze 70 bis 100 Millionen Franken springen. Das Unternehmen begründet den Neubau damit, dass die Konzession der Firstbahn 2034 ausläuft. Daher sei eine komplette Erneuerung nötig. Die Gemeinde preist die neue Bahn damit an, dass das Dorf vom Mehrverkehr entlastet und die Wartezeiten für Touristen an den Spitzentagen verkürzt würden.

Berner Regierung drückt aufs Gas

Auch die Berner Regierung stützt das Grossprojekt. 2025 gab sie an, das Verfahren für den Ersatz der Firstbahn zu priorisieren – wegen der «hohen touristischen Bedeutung für die Region Grindelwald-Lauterbrunnen». Damit nicht genug, meldet die Berner Regierung am Donnerstag, auch das touristische Spass-Angebot mit Tempo voranzutreiben: So solle die neue Streckenführung für Mountain Cart und Trottibike zügig geprüft und umgesetzt werden.

Bei vielen Einheimischen dürfte dies wenig Begeisterung auslösen. Denn in Grindelwald hat sich im vergangenen Jahr Widerstand gegen die neue Firstbahn formiert. So liess etwa Dres Studer, der ehemalige Gemeindepräsident, seinem Ärger in einem öffentlichen «Weihnachtsbrief» Luft ab. Darin warf er den Behörden Profitgier und eine Vergewaltigung der Natur vor. Die IG Pro Grindelwald Dorf drohte im Gespräch mit SRF gar, gegen das Projekt bis vor Bundesgericht zu gehen.

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