Gerechtigkeitsbarometer: Parteibuch entscheidet
Ungerecht? Diese Prioritäten setzen Linke und Rechte wirklich

Ob kriminelle Ausländer oder die Macht der Wirtschaft: Was wir als unfair empfinden, bestimmt heute vor allem das Parteibuch. Die neue Umfrage zeigt, wie gefährlich der soziale Kitt bröckelt.
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Die politische Zugehörigkeit spaltet die Meinungen im Land.
Foto: keystone-sda.ch

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Jasmine Helbling und Daniel Benz
Beobachter

Um die grössten Ungerechtigkeiten in unserem Land zu ermitteln, konnten die Befragten aus einer Liste von vorgegebenen Themen, die in Gesellschaft und Medien kontrovers diskutiert werden, maximal fünf bestimmen. Bei jedem und jeder Zweiten gehört zu dieser Auswahl die Auffassung, ausländische Straftäter würden zu selten ausgeschafft – die Top-Platzierung. Knapp dahinter mit 48 Prozent Nennungen: Die Politik handle eher im Interesse einer starken Wirtschaft, statt die Bedürfnisse der kleinen Leute zu vertreten.

Linientreue im Rechts-links-Schema

Mit welchem Parteibuch kommt welche Haltung zustande? Die vertiefte Analyse der Barometer-Ergebnisse zeigt zweierlei. Zum einen: Die politische Zugehörigkeit spaltet die Meinungen auch im Land, in dem der Konsens erfunden wurde, teils massiv. Zweitens: Im vorgestanzten Rechts-links-Schema herrscht eine grosse Linientreue.

Artikel aus dem «Beobachter»

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So erstaunt nicht, dass die Anhänger der ausländerkritischen SVP beinahe geschlossen (84 Prozent) die Ansicht teilen, Straftäter würden zu selten ausgeschafft. Wer den Grünen nahesteht, kann sich darüber hingegen nur ganz vereinzelt aufregen (8 Prozent). Auch zwischen den jeweils Zweitplatzierten liegen noch Welten. So stimmen die FDP-nahen Befragten zu 72 Prozent zu, SP-Sympathisanten nur zu 17 Prozent.

Blockbildung auch bei der zweithäufigsten Ungerechtigkeit: Parteianhänger der Grünen (65 Prozent) und der SP (61 Prozent) teilen die Ansicht, dass die Politik die kleinen Leute vernachlässige, von jenen der SVP (38 Prozent) und vor allem der FDP (25 Prozent) tun dies deutlich weniger.

Polarität beim Populismus

Das Motiv Gross gegen Klein, Macht gegen Ohnmacht taucht noch in weiteren Facetten auf. Dabei zeigt sich, dass Linke mit populistischen Aussagen Mühe bekunden, während Rechte davor weniger Berührungsängste haben.

Ermöglicht etwa der Sozialstaat das Faulenzen auf Kosten der Allgemeinheit? Stimmt, finden FDP-Anhänger zu 58 Prozent – aufseiten SP nur zu 4 Prozent. Sind Strafen für schwere Verbrechen zu lasch, während jede Parkbusse streng geahndet wird? Genau so ist es, tönt es aus dem SVP-Lager zu 57 Prozent, vonseiten der Grünen nur zu 10 Prozent.

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