Er verkauft Hitler-Figuren
Deutscher Neonazi lebte im Aargau – Freiämter Wermuth schlägt Alarm

Ein deutscher Neonazi lebte im Bezirk Muri AG und betrieb einen Onlineshop mit Hitler-Artikeln. Nun wurde er verhaftet. Den Aargauer SP-Nationalrat Cédric Wermuth überrascht der Vorfall nicht.
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Der Hauptverdächtige lebte im Bezirk Muri. Hier ein Teil der konfiszierten Ware.
Foto: Polizeidirektion Göttingen

Darum gehts

  • Deutscher Neonazi lebte in Muri AG, betrieb Nazi-Shop in Deutschland
  • Elf Objekte in Deutschland und Schweiz am 8. Februar durchsucht
  • 43-jähriger Verdächtiger muss sich täglich bei deutscher Polizei melden
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Raphael RauchBundeshausredaktor

Im beschaulichen Bezirk Muri AG soll ein deutscher Neonazi ungestört gelebt haben – während er in Deutschland einen mutmasslich lukrativen Nazi-Shop betrieb. Nun ist der Mann ins Visier deutscher Ermittler geraten – und in der Schweiz wächst die Empörung.

Die Ermittler in Deutschland und der Schweiz schlugen gleichzeitig zu. In fünf Bundesländern und in der Schweiz wurden insgesamt elf Objekte durchsucht, darunter auch eine Wohnung im Bezirk Muri AG. Im Visier der Fahnder: ein 43-jähriger Deutscher, der laut den deutschen Behörden einen Onlineshop mit Hitler-Figuren, Hakenkreuz-Merchandise und weiterer Nazi-Propaganda betrieben haben soll.

Die Spur führt in den Bezirk Muri

Der Mann war offiziell in der Schweiz gemeldet, hatte seinen Wohnsitz im Bezirk Muri AG. Am Donnerstag vor einer Woche wurde der 43-Jährige in Deutschland festgenommen – der Haftbefehl wurde jedoch gegen Auflagen ausser Vollzug gesetzt. Er ist inzwischen wieder auf freiem Fuss, muss sich aber täglich bei der deutschen Polizei melden.

Die Staatsanwaltschaft Aargau bestätigt gegenüber Blick, dass Kantonspolizisten im Auftrag der deutschen Staatsanwaltschaft die Wohnung des Deutschen durchsucht haben.

Der deutsche Neonazi war den Aargauer Behörden und der Bevölkerung bis anhin praktisch unbekannt, niemand will etwas von seiner mutmasslichen rechtsextremen Geschäftstätigkeit mitbekommen haben.

SP-Chef Wermuth schlägt Alarm

Für SP-Co-Präsident Cédric Wermuth (39) ist der Fall ein weiterer Beleg dafür, dass die Schweiz ein Magnet für ausländische Rechtsextreme ist. Wermuth zu Blick: «Es ist leider bekannt, dass die Schweiz ein relativ sicherer Rückzugsort für Neonazis aus ganz Europa ist. Die Behörden lassen viel zu viel laufen. Das Problem ist nicht auf den Kanton Aargau beschränkt. Diese lasche Haltung muss sich wirklich rasch ändern, die Szene fühlt sich zu sicher. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.»

Der Freiämter Wermuth kennt die Region bestens. Er ist im Bezirk Muri aufgewachsen und warnt seit Jahren vor rechtsextremen Umtrieben im Freiamt. «Ich ging in Muri zur Oberstufe. Damals gab es eine sehr aktive Neonazi-Szene in der Region und an den Schulen. Die Behörden haben schon damals weggeschaut.» Nun fordert der SP-Chef umfassende Aufklärung.

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